• Ein Hörgerät – zwei Mikrofone?

    Ganz wichtige Komponenten Ihre Hörgeräts sind zweifellos die Mikrofone. Sie nehmen den Schall überhaupt erst auf. Aktuelle digitale Hörsysteme arbeiten mit zwei Mikrofonen. Hörgeräte mit nur einem Mikrofon gibt es nur wenige.
    Durch das clevere Zusammenspiel beider Mikrofone und die hohe Rechenleistung der Microchips sind die Hörgeräte in der Lage Sprache und Störgeräusche gegeneinander zu gewichten und den Fokus auf die Sprachverständlichkeit zu lenken.

    Ältere Hörgerätemodelle hatten nur ein einziges Mikrofon. Es nahm Schall aus allen Richtung auf. Das nennt man omnidirektionale Mikrofone.
    Der Schall wurde in bestimmten Frequenzbereichen verstärkt und ans Ohr geleitet.

    Doch für Hörgeräteträger ist es bedeutsam, dass nicht nur die schlechtgehörten Frequenzen verstärkt werden. Sondern es sollen vor allem die wichtigen und entscheidenden Klänge herausgefiltert und verstärkt werden.
    Wesentlich ist natürlich eine frontale Orientierung des Hörgerätes, weil ja Sprache meist von vorne, von Angesicht zu Angesicht, an einen gerichtet wird.
    Hierfür werden Richtmikrofone eingesetzt. Richtmikrofone empfangen nicht mehr kugelförmig alles um sie herum, sondern keulenförmig aus einer Richtung.
    Im Hörgerätegehäuse ist nur wenig Platz. Die Richtmikrofone sitzen nur rund anderthalb Zentimeter weit auseinander.
    Trotz der geringen Entfernung registriert die Elektronik schon den Zeitversatz, mit dem Schall an die beiden Mikrofone dringt.
    Der Mikrocomputer im Hörgerät kann dadurch Störgeräusche aus bestimmten Richtungen herausfiltern und unterdrücken.
    Soll also die Stimme einer gegenüber sitzenden Person verstärkt werden, müssen störende Geräusche von hinten, links und rechts ausgesondert und heruntergeregelt werden. Manchmal ist es sogar sinnvoll ein Nullstellen durchzuführen. Dabei werden Geräusche von hinten, links oder rechts komplett herausgefiltert.

    Die einfacheren Hörgeräte der Einstiegs- und unteren Mittelklasse haben zwar auch zwei Mikrofone, aber meist beschränkt sich deren Regelbarkeit darauf, das Sie von omnidirektionalem Empfang auf Richtcharakteristik umschalten können.
    Besser ausgestattete Hörgeräte bieten natürlich auch hier wesentlich mehr Komfort.

    Möglich ist beispielsweise die automatische und fast schon fließende Überblendung von omnidirektionalem Empfang hin zur Richtcharakteristik,ohne dass Sie das wirklich bemerken. Tragen Sie zwei Hörgeräte, erfolgt die Überblendung auf beiden Hörgeräten.

    Es geht auch die automatische Überblendung bei gleichzeitiger Störgeräuschreduzierung. Das funktioniert wiederum mit Abgleich zwischen beiden Hörgeräten.

    In der besten Variante ermöglicht die Chipsteuerung eine virtuelle Nachbildung der Ohrmuschel bei der Richtcharakteristik (Pinna-Effekt). Das ergibt eine möglichst naturnahe Direktionalität.

    Aber natürlich hat auch die Funktion von Richtmikrofonen ihre Grenzen.
    Sie wirken vor allem im Bereich bis etwa zwei Meter.
    Wenn Sie aber an Vorträgen, Seminaren oder anderen Veranstaltungen teilnehmen, wo der Sprecher weiter von Ihnen entfernt ist, können externe Mikrofone hilfreich sein.
    Es wird heute via Funk mit Ihrem Hörgerät gekoppelt und nahe dem Sprecher platziert.



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    Die tolle Nachricht: Das soll in Kürze auch bei Hörgeräten, die made-for-iPhone sind, mit dem Smartphone funktionieren.
    Einfach das Handy am Sprecherpult ablegen und den Klang im Ohr genießen.

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