• Karls Weg zum Hörgerät – Teil 2 –

    Langsame Verschlechterung

    Erst als ca. 60jähriger verschlechterte sich auch langsam die Hörfähigkeit des rechten Ohres. Ich nahm es nicht weiter tragisch, da es sicherlich die „normale“ Altersschwerhörigkeit sei. Im normalen Leben bzw. Gesprächen bemerkte ich keine wesentlichen Einschränkungen, lediglich bei Gruppen- bzw. Konferenzgesprächen (Neudeutsch Meetings) bekam ich einiges nicht mit. Da ich beruflich meist mit Arbeiten im Labor (Software-Entwicklung) und Entwicklung von Kommunikationskonzepten (am Rechner) beschäftigt war, nahm ich die zunehmende Beeinträchtigung auch nicht weiter ernst.

    Erst nach meiner Pensionierung 2010, als 65jähriger, fasste ich den Entschluss, mein Hörproblem mal ernsthaft anzugehen. Als rüstiger Pensionär habe ich mir einige Ehrenämter eingehandelt (im Vorstand von Kirche, Amateurfunk-Club, Seniorenarbeit). Bei den Sitzungen merkte ich dann doch, dass vieles an mir vorbei ging. Gott sei Dank gab es meist ein Protokoll, wo ich die verpassten Themen dann doch noch mitbekam. Also ging ich zum Ohrenarzt, der mit dann auch dringend zum Tragen von Hörgeräten riet.

    © Karl http://dk5ec.de
    Ohrenärztliche Verordnung einer Hörhilfe, Messprotokoll

    Erklärung zu meinem Audiogramm

    In den oberen beiden Diagrammen ist ersichtlich, dass ich mit dem rechten Ohr bis 4 kHz noch ganz gut höre, dann sackt es aber ab. Für die Erstellung der Diagramme werden über Kopfhörer einzelne Töne mit zunehmender Lautstärke erzeugt, wobei ich dann jeweils mit Handzeichen angeben musste, ab wann ich den Ton hören konnte. Auf dem linken Ohr geht es schon ab 1 kHz in den Keller. Die Sprachverständlichkeit wird mit Lautsprechern bei einem Sollpegel von 65 dB gemessen, wobei jeweils eine Reihe von einsilbigen Wörtern gesprochen wird. Bei diesem Pegel war meine Sprachverständlichkeit rechts 32 %, links nur 10 % im Vergleich zu einem guten Gehör. Das war dann doch schon ganz schön heftig wenig.

    In meinem Bekanntenkreis befragte ich zwei Hörgeräte-Träger nach Ihren Erfahrungen. Diese waren nicht so sehr begeistert, sagten aber, dass sie mit Hörgeräten schon ein bisschen besser hören, aber lange nicht so gut, wie sie sich es erhofft hatten. Dann kamen auch noch die nicht gerade schmeichelnden Berichte der Fernsehmagazine über die Preisgestaltung der Akustiker. Außerdem trugen die Hörgeräte bei meinen beiden Bekannten nicht gerade zum jugendlich-sportlichen Image bei, sie waren doch erheblich sichtbar. Somit schob ich den Gang zum Akustiker erstmal vor mich her.



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