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Zusatzgeschenke des Hörakustikers lohnen sich nicht

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Gute Hörgeräte gibt es für nur 10 € „Rezeptgebühr“. Die Krankenkassen, Verbände und Hörakustiker haben Verträge geschlossen, nach denen Sie absolut ausreichende Hörsysteme ohne weitere Zuzahlung bekommen können. Darüberhinaus gibt es aber noch tollere Hörgeräte, die viel mehr können. Entscheidet man sich dafür, kann es ganz schön teuer werden. Manche Hörakustiker versüßen dem Kunden die hohe Ausgabe mit Warengeschenken und Serviceleistungen. Aber lohnt sich das? Wir haben hingeschaut.

Frau Luise Kochschlitz (76) benötigt das erste Mal in Ihrem Leben Hörgeräte. Schwerhörig ist sie schon lange, aber sie und ihr Umfeld kamen damit zurecht. Das lag vor allem daran, dass die Seniorin alleine lebte.
Jetzt ist Frau Kochschlitz in ein Seniorenheim gezogen und erfreut sich am sozialen Umgang mit den anderen Heimbewohnern und dem Personal. Hier fällt aber ihre Schwerhörigkeit stärker ins Gewicht. Also entschied sie sich, etwas dagegen zu unternehmen.

Bei einem Hörakustiker in H. wurden ihr verschiedene Hörgeräte gezeigt, wie uns ihre Tochter berichtet. Darunter befanden sich auch sogenannte Kassenhörgeräte.
Der Hörakustiker hat auch nicht versucht, der Rentnerin die für sie kostenlosen Hörgeräte (Sachleistung von der Krankenkasse) madig zu machen. Hin und wieder wird ja berichtet, dass einige Hörakustiker diese Hörgeräte schlecht reden, um teurere Hörgeräte mit einem höheren Gewinn zu verkaufen. Das ist nicht die Regel, kommt aber vor.

Dennoch wollte die rüstige Dame moderne Hörgeräte mit Akku-Technik. Ihre Tochter erzählt am Telefon:

„Als Mutter das mit den Akkus gesehen hat, war die Entscheidung gefallen. Die knifflige Fummelei mit Batterien wollte sie sich nicht antun, sie hat’s ja auch in den Fingern.“

Frau Kochschlitz ist nicht arm, aber nicht sehr vermögend. Deshalb verschob sie die Kaufentscheidung auf einen Termin eine Woche später. Bis dahin wollte sie überlegen, ob sie bereit wäre, den Aufpreis von ca. 3.200 Euro für die Akku-Hörgeräte zu zahlen.

In diesem Termin überraschte der Hörakustiker mit einem Zusatzangebot.
Er bot Frau Kochschlitz an, ihr gratis noch ein Ladegerät dazu zu geben. Obendrauf packte er noch eine Pflegetasche.
Allein die Tasche sei viel Geld wert, weil sie extra Fächer für alle Utensilien habe. Darin befinden sich:

  • 2 Pakete Cerumenfilter
  • 1 kleine Bürste
  • 5 Päckchen Feuchttücher
  • 1 Service-Scheckheft des Akustikers
  • 1 Döschen zur Hörgeräteaufbewahrung
  • 1 Probentübchen Feuchtigkeitscreme
  • 1 Hörgerätetrockner (Dose mit 4 Trockenkapseln)
  • 1 Stoffbeutelchen „für die Reise“
  • 1 Broschüre des Hörakustikers
  • 1 USB-Kabel
  • 1 Steckernetzteil

Das alles wurde feierlich vor der Seniorin aufgebaut und der Preis für dieses „unbedingt benötigte Pflegematerial“ und das Ladegerät würde ansonsten weit über 600 Euro liegen.
Das bekommen Sie heute von mir, gratis oben drauf„, soll der Hörakustiker gesagt haben, und: „Aber das ist noch nicht alles, schauen Sie hier mal das Serviceheft an!

Seine Firma böte der Rentnerin einen absolut kostenlosen Hörgeräteservice an. Sie könne so oft vorbeikommen, wie sie möchte, um ihre Hörgeräte einstellen und überprüfen zu lassen.
Diese ganzen Besuche und das Reinigen der Hörgeräte in der professionellen Werkstatt bekäme sie absolut gratis. Nur bei den ganz teuren Reparaturen müssen sie eine Kleinigkeit dazubezahlen.

Das überzeugte die alte Dame und sie erwarb dann die Akku-Hörgeräte und freute sich über das Schnäppchen, das sie mit den ganzen kostenlosen Beigaben und Zusatzdienstleistungen gemacht hatte.

Wenn wir mit spitzem Stift nachrechnen, beträgt der Wert der „Pflegetasche“ rund 10 Euro. Hörgeräteträger müssten mehr bezahlen, vielleicht 20 Euro, aber der Hörakustiker kauft solche Sachen in größeren Mengen ein, wenn er sie nicht sogar z.T. geschenkt bekommt.
Das USB-Kabel mit Netzteil ist keine kostenlose Zugabe, sondern gehört zum sowieso im Lieferumfang des Ladegeräts. Ja und das Ladegerät selbst ist auch bei den Hörgeräten sowieso kostenlos dabei.

Alles andere ist mehr oder weniger überflüssiger Tinnef. Wenn die alte Dame schon Schwierigkeiten hätte, die Batterien zu wechseln, wird sie kaum in der Lage sein, mit einem dünnen 50-Cent-Bürstchen die Kanäle der Otoplastiken zu säubern. Reinigungstücher kann man benutzen, benötigt sie aber auf keinen Fall, denn ein normales Tuch reicht auch zum Abwischen der Hörgeräte.
Allenfalls die Cerumenfilter taugen was als Beigabe. Nur wer soll die wechseln, wenn die Dame „es in den Finger hat“?

Alles in allem also ein wertloses Geschenk. Die Aussage, das sei alles bestimmt 600 Euro wert, entbehrt jeder Grundlage.
So ist es auch mit dem Serviceversprechen.
Selbstverständlich hat Frau Kochschlitz ganz normale 2-jährige Gewährleistungsansprüche gegen den Händler und obendrein noch eine mehrjährige Garantie des Herstellers.
Außerdem beinhalten die Verträge mit den Krankenkassen, dass der Hörakustiker sich ohnehin 6 Jahre um die Hörgeräte kümmern muss.
Das ist bei Kassenhörgeräten sogar kostenlos, bei teureren Hörgeräten muss man mit einer Zuzahlung rechnen.

Also hat der Hörakustiker im Grunde genommen gar nichts hergeschenkt. Irgendeinen finanziellen Vorteil für die Seniorin können wir bei diesen Zugaben nicht erkennen.

Es gilt also: Augen auf beim Hörgerätekauf! Bevor Sie sich von vermeintlich tollen Zusatzpaketen blenden lassen, fragen Sie lieber herum, was so etwas wirklich wert ist.

Selbstverständlich ist es schön, wenn Hörakustiker ihren Kunden so eine Pflegetasche oder andere Geschenke als Beigabe überreichen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Grundsätzlich sind Pflegetaschen auch nützlich, wenn sie auf die jeweilige Person und die Hörgeräte abgestimmte Dinge enthalten.

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