• Warnung: Warum Wattestäbchen nichts im Ohr zu suchen haben

    Ohrenschmalz – Warum Wattestäbchen nichts im Ohr zu suchen haben

    Sie heißen Wattestäbchen oder Kosmetikstäbchen. Und trotzdem sind sie fast überall auch unter dem Namen Ohrenstäbchen geläufig.
    Dabei steht deutlich auf den Packungen „Nicht in den Gehörgang einführen!“

    Und trotzdem könnten sich die Hersteller der Wattestäbchen diesen Hinweis eigentlich sparen, es kümmern sich einfach viel zu viele gar nicht darum.
    Die häufigste Fehlanwendung von Kosmetikstäbchen ist das Entfernen von Ohrenschmalz aus dem Gehörgang.

    Experten warnen

    Dabei warnen Experten vor der Verwendung von Stäbchen im Ohr:

    Stecken Sie sich bitte keine Gegenstände in die Ohren.
    Auch keine Wattestäbchen!

    Das gilt nicht nur für Wattestäbchen, sondern auch für die nutzlosen Ohrkerzen, umgedrehte Nagelfeilen, Schlüssel und Büroklammern. Alles das und vieles mehr sind Gegenstände, die Menschen zum vermeintlichen Säubern der Ohren verwenden.

    Dabei reinigen sich unsere Ohren auf wundersame Weise von ganz alleine. Dazu produzieren Drüsen im Ohr das Cerumen (Ohrenschmalz). Dieses fließt langsam aus dem Ohr heraus und transportiert dabei Staub, Hautschuppen, Härchen und mitunter auch kleinste Insekten nach draußen.
    Außerdem hält es die Haut im Gehörgang feucht und wirkt antibakteriell. Durch seinen Geruch (bitter) hält es auch Insekten fern.

    So gesehen ist Ohrenschmalz also ein durchaus wünschenswertes und wichtiges Produkt unseres Körpers.

    Trotzdem meinen viele Menschen, Ohrenschmalz müsse entfernt oder geradezu bekämpft werden.

    Die Gründe dafür sind:

    • Ohrenschmalz das aus dem Ohr austritt sieht unschön aus
    • Die bräunliche Farbe läßt es als schmutzig erscheinen
    • Die Menschen wollen sauber sein
    • Sie lieben teilweise die Stimulation mit dem Stäbchen im Ohr

    Das ist erlaubt

    Doch es gilt trotzdem: Stecken Sie sich nichts in die Ohren und hantieren Sie nicht mit Wattestäbchen im Gehörgang herum.
    Das Einzige was erlaubt ist, ist die vorsichtige oberflächliche Entfernung von Ohrenschmalz, das bereits aus dem Gehörgang ausgetreten ist.

    Warnung: Warum Wattestäbchen nichts im Ohr zu suchen haben

    Vier Warnungen gegen den Wattestäbchen-Einsatz

    1. Aus hygienischer Sicht ist es nicht notwendig, das Ohrenschmalz zu entfernen. Das Schmalz hält Ihr Ohr sauber. Diese Substanz wird permanent im Ohr gebildet und schiebt sich dann langsam in Richtung Ausgang. Dabei nimmt sie zum Beispiel Staub oder Bakterien und abgestorbene Hautzellen mit.
    2. Mit dem Wattestäbchen holen Sie nur einen minimalen Teil des Ohrenschmalzes heraus. Tatsächlich schieben Sie eine größere Menge immer weiter ins Ohr. Es droht ein Ohrenverschluss.
    3. Wenn Sie übermäßig häufig Wattestäbchen einsetzen, können Sie damit Ihren Gehörgang austrocknen und damit sogar noch eine stärkere Ohrenschmalzproduktion bewirken. Wiederum steigt das Risiko, das sich ein Ohrenschmalz-Pfropf bildet, der juckt, schmerzt oder das Gehör stört. Dann müssen sie zum HNO-Arzt, der den Pfropf zum Beispiel absaugen kann. (s.u.)
    4. Es besteht sogar die Gefahr, dass Sie Ihr Trommelfell mit dem Wattestäbchen verletzen. Deshalb haben weder Kosmetikstäbchen noch andere Gegenstände etwas im Ohr zu suchen.

    Verstopfungsgefahr des Gehörgangs

    Das Ohrenschmalz kann den Gehörgang, unter anderem bei Überproduktion, völlig verschließen (Ohrenschmalzpfropf, Ceruminalpfropf, Cerumen obturans) und sogar plötzliche Schwerhörigkeit bewirken.

    Dieser Pfropf muss dann vom Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt mittels eines Ohrlöffels entfernt werden. Auch eine Absaugung oder notfalls eine Spülung mit warmem Wasser ist möglich.

    Funktioniert das nicht, setzen Ärzte eine 3%ige Wasserstoffperoxidlösung ein, um das Ohrenschmalz anzulösen und dann auszuspülen.

    Bilder: Gadini / Pixabay

    Warnung: Warum Wattestäbchen nichts im Ohr zu suchen haben
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    Warnung: Warum Wattestäbchen nichts im Ohr zu suchen haben

    Hinweis: Diese Einschätzung beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und gibt ausschließlich meine Meinung wieder. Zu Rechts-, Steuer- und medizinischen Themen sollten Sie immer einen ausgewiesenen Fachmann fragen. Das ist oft günstiger als man denkt. Verlassen Sie sich nie auf Erkenntnisse, die Sie sich nur im Internet zusammengefischt haben!

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