• Wie geht der Hörakustiker vor?

    Der Hörakustiker spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Schwerhörigen mit einem Hörgerät.
    Sagte, er spiele eine Rolle? Nein, das ist nicht richtig, er spielt gleich mehrere Rollen.
    Er ist Kaufmann, Handwerker, Dienstleister, Computerkenner, Techniker, Pädagoge und Psychologe, zumindest von jedem ist er ein bißchen.

    Darüber hinaus ist er auf seinem Fachgebiet Hörgeräte hochspezialisiert.
    Viele Menschen gehen anfangs eher widerwillig zum Hörgeräteakustiker. Hängt Hörgeräten doch immer noch der Makel der Behinderung an. Deshalb muss der Hörakustiker eine Person Ihres Vertrauens werden. Er ist derjenige, dem Sie sich was das Hören anbetrifft, voll und ganz anvertrauen müssen. Nur so kann das Hörgerät mit Ihnen quasi zusammenwachsen und eine funktionierende Einheit bilden.

    Doch was macht der Hörakustiker eigentlich?

    Der Hörakustiker macht Vorab-Tests

    Auch wenn Sie schon einen solchen Test beim Ohrenarzt gemacht haben, wird der Hörakustiker einen Hörtest mit Ihnen durchführen. Dabei wird das Audiogramm erstellt, auf dem die schlecht und gut gehörten Frequenzen markiert sind.
    Diese Unterlage ist bedeutsam für die spätere Programmierung des Hörgeräts.

    Beratung beim Hörakustiker

    Nachdem Ihre indivuduellen Bedürfnisse und Wünsche geklärt sind, wir er Ihnen Hörgeräte zeigen. Darunter auch ein zuzahlungsfreies Kassenhörgerät. Es ist sinnvoll auch dieses über einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen auszuprobieren.
    Nur wenn von vornherein klar ist, dass Sie mehr Funktionen haben möchten, die das Kassenhörgerät nicht bietet, können Sie auch von Anfang an ein anderes Gerät testen. Grundsätzlich aber sind Kassenhörgeräte sehr gute und zeitgemäße Hörgeräte.
    Wenn Sie ein Gerät mit mehr Leistung haben möchten, werden Sie den Mehrpreis aus eigener Tasche zahlen müssen.

    Er begleitet Sie beim Probetragen und wertet das Hörtagebuch aus

    Ganz wichtig ist es, dass Sie das Testhörgerät über einen ausreichend langen Zeitraum jeden Tag mindestens 8-9 Stunden tragen.
    Am Besten ist es, Sie gewöhnen sich an, das Hörgerät morgens nach dem Badbesuch anzuziehen und erst vor dem Zubettgehen wieder abzusetzen.
    Wenn Sie mit dem ersten Gerät nicht zufrieden sind, können Sie ein weiteres oder mehrere testen. Aber für alle gilt das oben Gesagte: Längerer Zeitraum und mindesten 8-9 Stunden täglich.

    Vielleicht wird Ihr Hörgeräteakustiker am Anfang das Hörgerät nicht auf die volle Verstärkung einstellen. Das soll dazu dienen, damit Sie sich allmählich an die zusätzlichen und oft als störend empfundenen Geräusche gewöhnen können. Das soll Anpassungsschwierigkeiten und Anfangsschwrieigkeiten vermeiden.

    Jetzt ist es ein guter Zeitpunkt, ein Hörtagebuch zu führen. Dazu benötigen Sie kein extra Formular und kein spezielles Buch. Ein alter Kalender reicht aus. Aber schreiben Sie immer auf, welche Hörerlebnisse und -eindrücke Sie hatten. Was stört Sie? Was ist zu laut? Was ist zu leise? Wo funktioniert das Gerät gut? Wie verstehen Sie andere in verschiedenen Situationen?

    Diese Infos geben Sie an den Hörakustiker weiter. Er lässt sie in die Feinanpassung einfließen. Dieser Vorgang kann beliebig wiederholt werden, bis das Hörgerät optimal auf Sie eingestellt ist.
    Das kann einen Monat dauern oder ein Jahr.



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    Er verkauft Hörgeräte und übernimmt die Langzeitversorgung

    Nachdem sie sich für ein Hörgerät entschieden haben, wird der Hörakustiker für Sie die entsprechenden Anträge an die Kasse stellen, damit Sie einen Zuschuss bekommen. Neben dem Festbetrag für ein Hörgerät erhält der Akustiker von der Krankenkasse eine Regelversorgungspauschale für den Zeitraum von 6 Jahren. Er überprüft in regelmäßigen Abständen die Funktionstüchtigkeit und die Einstellungen Ihres Hörgerätes. Er wartet und reinigt es und nimmt gegebenenfalls einen Wechsel des Schlauchs oder Kabels vor. Nach sechs Jahren können Sie ein neues Hörgerät auch ohne ärztliche Verordnung erhalten.

    Wie geht der Hörakustiker vor?

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