• Hörgeräte sind gar nicht klein, sondern riesengross

    Bei einem Hörakustiker im Kölner Raum erlebe ich es, dass eine neue Kundin herein kommt.
    Die Mittsechzigerin war ewige Zeiten bei einem anderen Akustiker Kundin und ist aber nun unzufrieden.
    „Die Dinger sind riesengroß!“ beklagt sie sich über ihre Hörgeräte.
    „In der Werbung heißt es immer klein und unauffällig, aber schauen Sie sich das mal an!“

    Und tatsächlich legt sie zwei klobige Hörgeräte von anno damals auf die Ladentheke. Die Geräte haben schon mindestens 20 Jahre auf dem Buckel.

    „Ja, der Hörakustiker hat immer gesagt: So lange Sie damit noch gut hören und die Dinger funktionieren, brauchen Sie doch keine neuen, erzählt die Frau.

    Damit hat der bisherige Hörakustiker im Prinzip gar nicht so unrecht. Bei vielen Hörgeräteträgern kommt vor Ablauf der 6-Jahresfrist der Krankenkasse der Wunsch auf, andere Hörgeräte zu bekommen. Sie meinen, durch neuere oder andere Geräte viel besser hören zu können.

    Jedoch war der letzte riesengroße Innovationssprung die Einführung der digitalen Hörgeräte.

    Seitdem hat sich langsam aber stetig immer mehr entwickelt. Aber von einem Jahr zu anderen gibt es derzeit keine so großen Innovationsschübe, dass sich ein permanenter schneller Wechsel der Geräte lohnen würde.

    Aber 20 Jahre! Das ist schon eine lange Zeit und es ist ein Wunder, dass die Geräte überhaupt noch funktionieren.
    Es spricht durchaus für den Hörakustiker, dass er seine Kundin vor unnötigen Geldausgaben bewahrt und ihre Hörgeräte so lange betriebsbereit gehalten hat.

    Jedoch ist innerhalb der letzten 20 Jahre die Technik dann doch so weit fortgeschritten, dass heute jedes Gratisgerät1 bessere Hörergebnisse liefert, als diese alten „Möhren“.

    Vor allem verändert sich das Gehör und auch die Form des Ohres in einem so langen Zeitraum etwas, sodass Hörgerät und Otoplastik immer mal wieder neu eingestellt, bzw. angefertigt werden müssen.

    Die Rentnerin fiel aus allen Wolken, als ihr der neue Hörakustiker mal die aktuellen Minigeräte zeigte.
    Am Ende entschied sie sich für kleine IdO-Geräte von Audio-Service.

    Jetzt sagt die Kundin, dass sie es für absolut unfassbar hält, wie klein moderne Hörgeräte sind.



    Anzeige


    1 Kostenlose Basisgeräte für gesetzlich Versicherte mit nur 10,- € Zuzahlung pro Ohr (Stand 2018).

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Lesen Sie auch

    TV zu laut: Nachbar will Schwerhörige (90) verklagen

    Eine 90-jährige Rentnerin soll möglicherweise vor den Kadi, weil sie ihren Fernsehapparat …