• Hörgeräte aus China – Teil 2

    Wir haben uns ein Billighörgerät (Hörhilfe) aus China bestellt. Sie kostet nur 5 Euro.
    Lesen Sie in diesem 2-teiligen Bericht, ob das Hörgerät überhaupt etwas taugt.

    Doch funktioniert das Hörgerät aus China?

    Tja, was soll man sagen: Es funktioniert.
    Es verfügt über einen Ein-/Aus-Schalter und einen Lautstärkeregler.
    Das Mikrofon befindet sich hinter einem kleinen ungeschützten Loch oben im Gehäuse.
    Der Lautsprecher ist extern ausgeführt und über ein Kabel, nicht durch einen Schlauch, mit dem HG verbunden. Diese Bauart bevorzugen die Chinesen bei Billigprodukten, da dadurch die Gefahr von Rückkopplungen geringer ist.

    Wenn man den für seinen Gehörgang passenden Gummiadapter nimmt, sitzt der Hörerteil ganz ordentlich und drückt auch nicht.
    Der Gehörgang ist komplett verschlossen. Es gibt keine Ausgleichsöffnungen, weder für Restschall, noch für die Belüftung.

    Das Hörgerät hat ein deutlich wahrnehmbares Grundrauschen. Die Tonqualität ist als etwas tonarm zu bezeichnen. Es gibt weder ausgeprägte Höhen, noch Tiefen.
    Man kann aber die Lautstärke anpassen und dadurch zumindest eine Hörverstärkung erzielen.
    Gespräche kann man damit ganz gut verfolgen, Musik ist ein Graus.

    Wie ist das China-Hörgerät verarbeitet?

    Die Verarbeitung ist nicht minderwertig aber auch nicht mit europäischen Fertigungsstandards zu vergleichen. Überall gibt es kleine Gußgrate, die Außenseite der Gerätes ist aber glatt.
    Der Ein-/Ausschalter funktioniert gut, der Lautstärkeregler macht was er soll. Es handelt sich um ein analoges Gerät ohne jegliche Programme und mit nur einem omnidirektionalen Mikrofon.

    Die Gummi-Ohrstöpsel sitzen ausreichend fest, sodaß nicht die Gefahr besteht, daß einer im Gehörgang zurückbleibt.

    Fazit: China-Hörgerät

    Es ist einfach erstaunlich, dass es überhaupt möglich ist, einen Hörverstärker für unter 5 € zu bauen und dann noch etwas Zubehör beizulegen.
    Für den niedrigen Preis bekommt man eine Hörhilfe, die für den Notfall durchaus brauchbar ist.
    Man kann sie beispielsweise mit in den Urlaub nehmen und ist dann nicht aufgeschmissen, falls mit dem eigenen Hörgerät mal was ist.

    Aber auch für beratungsresistente Personen ist das Gerät aus China durchaus geeignet. Wie viele ältere Menschen wehren sich gegen ein HG? Sie behaupten stur und steif, ihr Hörvermögen sei noch sehr gut, obwohl alle anderen bemerken, daß es damit nicht mehr zum Besten steht. Mit einer Hörhilfe für nur 5 € kann man hier eventuell Überzeugungsarbeit leisten. Wenn die Personen dann merken, daß sie mit einem solchen Billiggerät besser hören, sind sie vielleicht eher zum Besuch beim Hörakustiker zu bewegen.

    Aufgepasst: Das Gerät gibt es zig-fach

    Identisch ausgestattete Geräte, auch mit leichten Gehäuseabwandlungen, gibt es zu hunderten im Internet.
    Sie können zwischen 2,99 € und über 100 € kosten. In fast all diesen Geräten steckt die gleiche minimale Technik. Es lohnt sich kaum, mehr auszugeben.

    Für die Dauerversorgung eines Hörgeschädigten ist diese Hörhilfe nicht geeignet. Für den ganz kurzfristigen Gebrauch im Notfall kann das Gerät aber eine Option sein.

    Als Hörgeräte-Ersatz taugen diese Geräte auf Dauer nicht. Moderne Hörgeräte sind individuelle Massanfertigungen. Diese sind exakt auf das Gehör des Schwerhörigen abgestimmt.
    Vor allem verhindern sie wirkungsvoll, dass zu hohe Lautstärken ans Tormmelfell geleitet werden.
    Die billigen Hörhilfen aus dem Internet leisten das nicht.
    Hier kann sogar die Gefahr bestehen, dass Sie Ihr Gehör auf Dauer schädigen.

    Wer hat Erfahrung mit Hörgeräten aus China?
    Wenn Sie als Leserin oder Leser Erfahrungen mit Hörgeräten aus Fernost gemacht haben, dann schreiben Sie uns!



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