Miniatur-Hörgeräte – kleiner geht es kaum noch

Viele Schwerhörige gehen mittlerweile ganz offensiv mit ihrer Beeinträchtigung um. Und das ist auch richtig so. Genauso, wie man eine Brille trägt, um besser sehen zu können, kann man selbstbewußt seine Hörgeräte tragen, um besser zu hören. Trotzdem gibt es Menschen, die aus den verschiedensten Gründen Kontaktlinsen tragen, also unsichtbare Sehhilfen. Die Kontaktlinse für das Ohr sind in diesem Zusammenhang die winzigen Im-Ohr-Hörgeräte.

Nachdem der amerikanische Präsident Ronald Reagan es damals öffentlich gemacht hat, dass er zwei miniaturisierte Hörgeräte der amerikanischen Hörgerätefirma Starkey in seinen Ohren trug, brach in den Vereinigten Staaten von Amerika ein regelrechter Boom für diese IdO-Hörgeräte aus. Seite einigen Jahren beginnen auch die Deutschen zunehmend IdO-Hörgeräte zu kaufen. Spitzenreiter sind und bleiben aber die HdO-Geräte, die hinter dem Ohr getragen werden.

Doch es gibt viele gute Gründe, auf ein solches Miniaturhörgerät zu setzen, das direkt im Gehörgang sitzt und je nach Baugröße fast verschwindet und somit nahezu unsichtbar ist.
Deshalb liegen die In-dem-Ohr-Hörgeräte, die sozusagen im Ohr verschwinden und dort ihre Funktion erfüllen, aktuell voll im Trend.

Einer der Vorteile ist die Lage direkt im Ohr. Während bei HdO-Geräten der Schall hinter dem Ohr von Mikrofonen aufgenommen und dann über Kabel und Schläuche ins Ohr geleitet werden muss, nimmt das IdO-Gerät den Schall in der Ohrmuschel auf.
Die natürliche Funktion der Ohrmuschel wird also akustisch voll und ganz ausgenutzt. Das bringt enorme Vorteile beim Richtungshören.
Außerdem sitzt der Lautsprecher dichter am Trommelfell und so wird ein möglichst natürlicher Klang erzielt. Man bekommt einen direkteren Ton, der natürlicher klingt, als wenn er erst noch diesbezüglich elektronisch aufgearbeitet werden muss.

Natürlich bieten IdO-Geräte auch kosmetische Vorteile. Sie fallen kaum bis gar nicht mehr auf. Je nach Geschmack, Funktion und natürlich auch Geldbeutel können die Hörgeräte so klein sein, dass sie komplett im Gehörgang verschwinden und nur noch alle paar Monate ausgetauscht werden müssen (Phonak Lyric). Diese Hörgeräte sind von außen bei bestem Willen nicht mehr erkennbar. Andere IdO-Geräte sitzen nicht so tief im Gehörgang, sind aber ebenfalls extrem dezent und können vom Hörgeräteträger selbst herausgenommen und beispielsweise mit neuen Batterien bestückt werden.

Auch im Zusammenspiel mit einer Brille können die IdO-Hörgeräte triumphieren. Da hier nichts mehr hinter oder über dem Ohr liegt, kommen sie sich mit einer Brille nicht ins Gehege. Dieser Umstand ist besonders für all diejenigen von Bedeutung, die ihre Brille häufig auf- und absetzen müssen.

IdO-Hörgeräte sind mittlerweile auch sehr leistungsfähig, sodaß sie sogar bei schwereren Hörverlusten eingesetzt werden können. Doch ab einer gewissen Schwere der Hörbeeinträchtigung ist dann Schluss. Da haben die Winzlinge nicht genügend Platz, um die für sehr große Verstärkungen notwendige Technik aufnehmen zu können. Extrem Schwerhörige oder Personen, die an Taubheit grenzend schwerhörig sind, können dann aber auf ebenfalls kleine HdO-Geräte zurückgreifen.

Das Herausnehmen und Einsetzen der IdO-Geräte ist für jedermann leicht möglich. Abgesehen vom Phonak-Lyric, das ja eine monatelange Laufzeit hat und sehr tief im Gehörgang sitzt, kann der Hörgeräteträger die IdO-Geräte an einem kleinen Zugfaden jederzeit greifen und bequem herausziehen und wieder einsetzen. Das ist mit ein Grund dafür, weshalb sich gerade auch ältere Kunden für diese Hörgeräte entscheiden. Es ist einfach weniger Fummelei.

IdO-Hörgeräte sind im Übrigen auch nicht unbedingt teurer als die vergleichbaren HdO-Geräte. IdO-Geräte gibt es in nahezu allen Technikstufen, die auch von den HdO-Geräten abgedeckt werden. Die meisten IdO-Geräte werden für den Kunden maßgefertigt. Nach einem Abdruck des Ohres werden die Gehäuse anatomisch korrekt angefertigt.

Beim Hörgerätetest können nicht alle IdO-Geräte sofort ausprobiert werden. Denn die meisten müssen ja anatomisch korrekt maßgefertigt werden. Es gibt aber einige Modelle, die man als Sofort-Hörgerät testen kann.
Diese passen in 80% aller Ohren und können auch gleich zum Ausprobieren mitgenommen werden.



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