• Erfahrungen Marvel Phonak

    Leserzuschrift:


    Schönen guten Tag an die Marvel-Experten,

    ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Schon im April hätte ich neue Hörgeräte bekommen sollen. Aber aufgrund Ihrer Berichterstattung über kommende Hörgeräte-Techniken, habe ich noch abgewartet. Jetzt im November ist meine Entscheidung gefallen. Ich habe beim Hörakustiker Phonak Marvel Recharge bestellt. Vorgestern durfte ich sie dann in den Händen halten.

    Die Form ist für mich nahezu gleich geblieben. Das dämpfte meine Erwartungen etwas. Wenn es von außen schon nichts Neues gibt, was soll dann innen neu sein, fragte ich mich.

    Mein Hörgeräteakustiker hat die Einstellungen von meinen Audéo Belong komplett übernommen.
    Ganz toll finde ich, dass es in der Anpass-Software die der Hörgeräteakustiker von Phonak hat, einen A-B-Vergleich gibt.
    Damit kann man Hörgeräteeinstellungen wunderbar live vergleichen.
    So konnte er immer zwischen der „alten“ Einstellung und den nun folgenden „neuen“ Einstellungen hin und her switchen.

    Ein paar Anpassungen waren nötig. Die Audéo M klingen ab Werk schon viel voller und breitbandiger. Deshalb mussten die Tiefen, die ich mir vorher zumischen ließ, wieder etwas zurückgenommen werden. Es folgte der Test mit eingespielten Straßengeräuschen und Hintergrundlärm. Hier hatte das M-Gerät (Marvel) ganz klar die Nase vorn. So deutlich habe ich noch nie Stimmen aus dem Störlärm heraushören können.
    Dabei fiel mir auf, dass der Störlärm vorher mehr weggefiltert wurde. Aber in negativer Weise. Es kam mir manchmal vor, als hätte ich Watte in den Ohren und nur die Stimmen kommen durch.
    Jetzt ist das irgendwie anders. Ich kann es nicht so gut beschreiben.

    Aber es scheint so, als seien die Stimmen einfach besser vom Störlärm getrennt. Die Marvel-Hörgeräte erkennen super, woher der Lärm und die Stimmen kommen. Ich bin nicht mehr so abgeschottet.

    Sehr zufrieden bin ich mit der Akku-Technologie. Nach so kurzer Zeit (2 Tage) kann ich selbstverständlich noch keine Langzeitergebnisse melden. Aber die Akkus hielten bei mir bis spät am Abend und hatten dann noch 40% Saft. Ich würde mich jetzt nicht trauen, sie ungeladen am nächsten Tag nochmals einzusetzen. Aber die Kapazität ist eindeutig wesentlich länger, als der normale Mensch seine Hörgeräte trägt.

    Ich habe 2 Charger bekommen. Einen kleinen und einen großen mit Akkustation drin. Den kleinen brauche ich gar nicht. Wozu soll der sein?
    Der größere lädt ja einmal über Netzstrom und auch im Bedarfsfall über den eingebauten Akku.

    Bisschen doof finde ich, dass wieder einmal USB-Netzteile mit beigepackt sind. Eigentlich waren die Bestrebungen der Industrie doch, dass Geräte möglichst eine Mini-USB-Buchse haben sollen, damit man eins der zahlreich vorhandenen USB-Ladenetzteile verwenden kann. Denn diese Ladekabel und -stecker hat doch jeder massenhaft zu Hause. Wenn aber nun jeder Hersteller trotzdem ein Ladekabel und Netzteil beilegt, steigt doch bloß der Elektroschrott.

    Besser wäre es, wenn der Hörakustiker fragt, ob man bereits ein Netzteil hat und nur im Bedarfsfall kostenlos eins mitgibt.

    Ansonsten gefallen mir die Phonak-Marvel sehr gut. Das ist Hören vom anderen Stern.

    Lisa K. (26)

    Herzlichen Dank, liebe Lisa, für Ihren ersten Erfahrungsbericht.
    Es ist sehr schön für uns, wenn Leserinnen oder Leser uns ihre eigene Meinung und ihre eigenen Erfahrungen zum Thema gutes Hören und Hörgeräte mitteilen.
    So gewinnt hoergeraete-info.net noch mehr an Transparenz und Wert. Denn die vielen unterschiedlichen Meinungen und die ehrliche Berichterstattung sind uns sehr viel wert.

    Was die Ladegeräte anbetrifft, so haben Sie Recht. Tatsächlich sollen Elektrokleingeräte möglichst mit einer universellen USB-Buchse ausgestattet sein, damit sie mit vorhandenen Geräten geladen bzw. betrieben werden können. Das soll die Zahl der massenhaft doppelt und dreifach vorhandenen Ladegeräte verringern.

    Nun hat sich aber beispielsweise bei Smartphones gezeigt, das bei der Weitergabe oder dem Verkauf eines älteren Gerätes immer das Netzteil auch mit abgegeben wird. So benötigt der Kunde dann für das neue Gerät wieder ein Netzteil. So zumindest die Argumentation der Handyhersteller.

    Im Bereich der medizinischen Gesundheitsprodukte sieht es aber noch anders aus.
    Zwar kaufen sich zunehmend auch jüngere Menschen moderne Hörgeräte, trotzdem ist der größte Kundenanteil bei älteren Menschen angesiedelt.
    Diese haben oft nicht dutzendfach kompatible Ladegeräte oder kämen nicht damit zurecht, ein passendes auszuwählen.
    Überdies sind Gesundheitsprodukte ja strengen Kontrollen unterworfen, sodaß die Hersteller nur Zubehör empfehlen, für das sie selbst eine einwandfreie Funktion im Zusammenspiel mit dem Gesundheitsprodukt erwarten dürfen.



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    Bild: Symbolfoto Engin_Akyurt / Pixabay

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