• Panische Angst vor dem Ohrenarzt – HNO-Arzt

    Ich wende mich mit einem schlimmen Problem an Sie. Seit einem Erlebnis in früher Kindheit (Mittelohrentzündung) habe ich panische Angst vor dem Ohrenarzt. Sie werden vielleicht darüber lachen, aber ich gerate in Panik, wenn ich nur daran denke. Selbst jetzt wo ich Ihnen das schreibe, bekomme ich Schweißausbrüche. Ich weiß, dass das irrational ist, aber ich kann nichts dagegen machen.
    Wie komme ich an Hörgeräte, die ich ganz offensichtlich dringend benötige, ohne vorher einen Ohrenarzt konsultieren zu müssen. Auf die Kassenleistung kommt es mir nicht an. Kann ich Hörgeräte einfach auch so kaufen?

    Sie müssen sich Ihrer Angst nicht schämen. Viele Menschen haben Phobien und das ist gar nichts Schlimmes.
    Wir müssen uns jetzt nur gemeinsam Gedanken darüber machen, wie Sie am besten an Hörgeräte kommen.

    Es ist erforderlich, dass jemand in Ihre Ohren schaut. Das geschieht mit einem trichterförmigen Gerät, das nicht tief ins Ohr gesteckt wird. Es ist beleuchtet und durch die Öffnung sieht man, wie es um Ihre Gehörgänge und die Trommelfelle bestellt ist. Gerade bei Ihrer Vorgeschichte mit den Mittelohrentzündungen könnten diese vernarbt oder perforiert sein. Das muss überprüft werden.

    Deshalb ist eigentlich der Gang zum Ohrenarzt unumgänglich. Sie können über folgende Lösung nachdenken:

    Sie lassen sich vom Hausarzt ein Beruhigungsmittel verschreiben, das Ihnen die Angst und Beklemmung nimmt. Gehen Sie dann in Begleitung zum HNO-Arzt. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen in die Ohren schauen, wenn sich die Angst nur auf Ohrenärzte im Speziellen bezieht.

    Natürlich können Sie aber auch diese Hinweise völlig in den Wind schlagen und sich beim Hörgeräteakustiker Hörgeräte kaufen.
    Hörgeräte sind zwar Medizinprodukte und werden nur über Hörakustiker abgegeben, aber sie sind nicht etwa „verschreibungspflichtig“.
    Jeder der ein Hörgerät kaufen will, kann das in den Geschäften der Hörakustiker tun.
    Sie wissen, dann müssen Sie den vollen Preis für die Hörgeräteversorgung selbst bezahlen. Das ist unter Umständen mehr als nur der Kaufpreis für die geräte, denn üblicherweise erhält der Hörgeräteakustiker von der Krankenkasse einen Pauschalbetrag für 6 Jahre, um die Hörgeräte warten und reparieren und einstellen zu können.

    In Ausnahmefällen haben Krankenkassen aber auch schon Zuschüsse bewilligt, wenn kein ohrenärztlicher Befund vorgelegt werden konnte.
    Hier handelt es sich aber um sehr seltene Ausnahmen und es muss dann eine vom Haus- bzw. Facharzt gut begründete Diagnose Ihrer Phobie vorgelegt werden.



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    Bild: TheDigitalArtist / Pixabay

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