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Die klebrigste Sache der Welt – Hörgeräte-Etuis

klebrig

Hörgerätehersteller und Hörakustiker liefern die wertvollen Hörgeräte in teilweise sehr edlen Etuis an die Kunden aus.

Immer wieder läßt man sich hier was Neues einfallen. Kleine Schatztruhen aus Leder, Köfferchen in Alu oder raffiniert zu öffnende Designschachteln. Viele dieser Dosen haben auch noch hörgerätespezifische Zusatzfunktionen. Eingebaute Spiegel für die Kontrolle des korrekten Sitzes, Fächer für Batterien, eingeklinkte Bürstchen und eine feine Polsterung zum Schutz.

Heute sind die Etuis meist aus Kunststoff und vielfach werden die einfachen Dosen nur noch zum Transport mitgegeben, weil ein aufwendigeres Ladeetui ebenfalls zum Lieferumfang gehört.

Dabei ist bei allen Dosen wichtig, dass die Hörgeräte gut geschützt sind und dass die Dose auch leicht zu öffnen ist. Viele Anwender sind älter und klagen über eine nachlassende Beweglichkeit der Finger.

Als jemand, der Woche für Woche hunderte solcher Etuis in die Hände bekommt, kann ich sagen, dass gerade, was das leichte Öffnen anbetrifft, so mancher Hörgerätehersteller seine Hausaufgaben noch machen muss. Design und schickes Aussehen sind nicht alles.

Wenig Gedanken haben sich einige Hersteller auch über die Langzeiteigenschaften der verwendeten Materialien gemacht. Das bedeutet, man hat offensichtlich nicht darüber nachgedacht, wie sich das Material der Etuis nach längerer Zeit verhält.

Kunststoff ist das Material des 20. und des 21. Jahrhunderts. Es kann in nahezu jede Form gebracht werden, ist robust und langlebig. Damit es bestimmte haptische Anforderungen erfüllt, werden dem Kunststoff Weichmacher beigegeben. Manche Etuis, die ich sehe, sind schon nach kurzer Zeit (24 Monate) so spröde geworden, weil der Weichmacher sich verflüchtigt hat, dass sie spröde werden und leicht auseinanderbrechen. Das betrifft aber nur wenige Exemplare.

Viel schlimmer finde ich im Interesse aller betroffenen Hörgeräteträgerinnen und -träger, dass manche Hersteller zur Verbesserung der Haptik ihrer Etuis eine Art Gummierung einsetzen. Hierbei werden die Produkte noch einmal von einer weicheren Schicht überzogen, was das Gefühl beim Anfassen angenehmer macht.
Leider aber haben manche dieser Gummierungen die Eigenschaft, sich negativ zu verändern: Sie werden klebrig.

Das Anfassen wird dann zu einer ekelhaften Angelegenheit.

Betrachten Sie das Titelbild zu diesem Beitrag. Es zeigt exemplarisch eine Dose von Unitron. Es gibt dieses Problem aber auch bei vielen anderen Herstellern.

Das Etui hat Schmutz angezogen und klebt an den Fingern, wenn man es öffnen will. So etwas mag kein Hörgeräteanwender gerne anfassen.

Es wäre schön, wenn diese Nachricht in die Design-Etagen der Hörgerätehersteller durchdringen würde. Hier hat man einfach ein sehr gutes Material verwendet, aber nicht bedacht, dass es sich über die Zeit in ein gar nicht mehr so gutes Material verwandeln kann.

Wenn Sie eine solche klebrige Dose haben, scheuen Sie sich bitte nicht, Ihren Hörakustiker nach einem neuen Etui zu fragen. Er sollte Ihnen kostenlos oder für einen kleinen Betrag ein anderes geben können.

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Bildquellen

  • klebrig: Peter Wilhelm
Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 2. Januar 2023

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