• Erfahrungsbericht: Mir reichen die Kassenhörgeräte

    Liebe Redaktion von hoergeraete-info.net!
    Ich lese Eure Seite schon sehr lange. Vor allem weil ich mit einem schwerhörigen alten Vater gesegnet war, den ich bis November letzten Jahres gepflegt habe. Mittlerweile ist er verstorben.

    Jetzt bin ich Anfang des Jahres selbst zur Hörgeräteträgerin geworden. Eigentlich wollte ich den Hörakustiker meines Vaters nur fragen, ob er seine Hörgeräte in Zahlung nimmt, oder wenigstens für Afrika sammelt. Der Hörakustiker war sehr nett und hat mir gezeigt, dass mein Vater ein Gerät mit Pattex geklebt hat und dabei die Mikrofone zugemacht hat. Am anderen war wohl mal Flüssigkeit eingedrungen und es war innen ganz verrostet. Er hat also mit diesen Geräten sowieso nichts mehr hören können. Aber das hat ihm nichts ausgemacht. Ich muss dazu sagen, dass er am Ende auch ein bißchen dement war.

    Aber wo ich gerade beim Hörakustiker war, hat er mich zu einem Hörtest eingeladen. Das Ergebnis war ja klar… Ich höre auf beiden Ohren wirklich nicht mehr gut. Ja, das hatte ich schon selbst gemerkt, aber jetzt hatte ich die Wahrheit in Form dieses Hörtest-Ausdrucks direkt vor Augen.

    Er hat mir so ein Samttablett mit 10 oder 12 Hörgeräten vorgelegt. Große und ganz kleine.
    So klitzekleine die man sich als Stöpsel ins Ohr macht, wollte ich nicht.
    Dann hat er mir ein Hörgerät gezeigt, das von der Krankenkasse komplett bezahlt wird. Ich wusste gar nicht, dass es sowas überhaupt gibt. Insgeheim hatte ich einen Preis von mindestens 2.000 Euro erwartet. Man hört doch immer, dass alle Leute so viel ausgeben.

    Diese Kassenhörgeräte hatten so einen dicken Kunststoffbogen und hingen über dem Ohr. Daran wäre in dicker Schlauch und so eine Ohrmuschel gekommen.
    Das habe ich abgelehnt, weil auch in meinem Alter darf man ein bißchen eitel sein.

    Der Hörgeräteakustiker sagte, das sei kein Problem, er könne oben eine andere Kappe ans Hörgerät montieren und einen dünneren Schlauch. Dann sähe man es nicht mehr. Ich den Ohren stecken nur so kleine Gummistöpsel und man muss schon dreimal hingucken, bis man das Hörgerät sehen kann.

    Wir haben einige Tests gemacht und er hat an den Geräten mit einem Kabel etwas umprogrammiert. Danach haben wir wieder Tests gemacht, mit lauter Sprache und Geräuschen.

    Ich trage genau diese Geräte jetzt seit dem 10. Januar.
    Eine Verordnung vom Arzt habe ich nachgereicht. Mit der Krankenkasse hatte ich nichts zu tun, das wurde alles erledigt. 10 Euro musste ich bezahlen, bekam aber zum Hörgerät noch Batterien für ein Jahr, ein Reinigungsset und so ein Trocknergerät geschenkt.

    So. Die Hörgeräte funktionieren seit dem ersten Tag. Ich höre Stimmen sehr deutlich und glasklar. Wird es um mich herum laut, kann ich am Knopf noch ein anderes Programm einstellen. Das macht dann Brummen und Motorenlärm und Stimmengewirr weg. Man könnte wohl noch mehr Programme machen, aber das brauche ich alles nicht.
    So wie es ist, ist es einfach Spitze.

    Ich habe gar keine anderen Hörgeräte ausprobiert.
    Der Hörakustiker hat auch nicht herumdiskutiert: „Frau L., wenn Ihnen das so gefällt und Sie damit zufrieden sind, sparen wir Zeit und Aufwand. Dann ist das eben das richtige Hörgerät für Sie.“

    Ich wollte Ihnen das nur mal schreiben. Weil es doch so viele Hörgeräte gibt, mit so vielen tollen Sachen, die die alle können.
    Finde ich prima, aber ganz ehrlich gesagt, soll doch ein Hörgerät mir gutes Hören bringen. Auf den Mond fliege ich in meinem Alter sowieso nicht.
    Außerdem muss ich mal eins sagen: Wenn ein Hörgerät für x-tausend Euro eine Funkverbindung zum Fernseher braucht, damit ich gut Fernsehen hören kann, dann ist das Hörgerät doch Mist, oder? Das muss auch so gehen, wenn ich das Hörgerät ganz normal an habe.



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    Ich brauche nicht mehr, ich will nicht mehr und ich bin mit den Geräten zufrieden. Besser könnte es für mich nicht laufen. Meine Meinung: Hörgeräte sind toll!

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