Emojis für Hörgeräte und Hörbehinderung

Emojis, diese kleinen meist lustigen Symbole, die per SMS oder Whatsapp mitgeschickt werden können, erfreuen sich bei vielen ja sehr großer Beliebtheit.
Früher einmal genügten einige Smilies, mit denen man am Ende von kurzen Textnachrichten (im Fidonetz, Internet usw.) deutlich machen konnte, dass eine Äußerung nicht ganz ernst gemeint ist usw.
Sie dienten also einmal zur Verdeutlichung des Geschriebenen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Symbole hinzu, das Kotzemännlein, die geballte Faust und weinende Emojis.
Mittlerweile werden Emojis dafür verwendet, um ganze Geschichten zu erzählen oder gar das Geschriebene zu ersetzen.
Ich persönlich nutze sie nicht, denn ich fühle mich bei der Verwendung solche Symbole zurückversetzt in eine Zeit, als Menschen noch keine Schriftsprache kannten und sich nur durch eine sehr einfache Bildersprache ausdrücken konnten.

Aber gut, inzwischen gehören die Emojis, ob man es mag oder nicht, zur Alltagskultur. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass in der Welt der bunten, kotzenden Grinsegesichter politische Korrektheit herrschen muss. Die politische Korrektheit steht ja mittlerweile im Denken und Empfinden allzu vieler weit über geltenden Gesetzen, gutem Benehmen und einer umfassenden Allgemeinbildung.
So ist es also wichtig, dass es statt Bildchen von Leuten auch die politisch korrekten Bildchen von Menschen mit anderer Hautfarbe gibt. Früher einmal hatten Smilies immer gelbe Gesichter und dadurch habe ich persönlich mich nicht angegriffen, diskriminiert oder mit Menschen mit gelblicher Hautfarbe gleichgesetzt gefühlt.
Im Übrigen gibt es keine Diskriminierung durch gelbe Gesichter, denn es gibt keine Menschen mit gelber Hautfarbe. Ebensowenig, wie es „Rothäute“ gibt. Es gibt Menschen mit dunkler Hautfarbe und Menschen mit heller Hautfarbe, sowie alle Schattierungen dazwischen. Aber gelbe oder rote Menschen habe ich noch nie gesehen.

Jetzt im März 2019 kommen weitere Emojis heraus. Endlich, endlich auch homosexuelle Emojis in allen möglichen Farbkombinationen, damit auch ein weißhäutiger Mensch seine gleichgeschlechtliche Beziehung zu einem anders schattierten Menschen als Piktogramm versenden kann. Darauf hat die Welt gewartet!

Und endlich gibt es auch ein Emoji für die Menstruation.

Mit einem Blutstropfen wird nicht etwa ein verletzter Mensch dargestellt, es wird auch nicht zur internationalen Blutspende aufgerufen. Nein, der Blutstropfen gibt den Menschen endlich die Möglichkeit mit nur einem Tastendruck auszurufen: Hilfe, ich blute jeden Monat!
Das war lange überfällig, denn jetzt kann das Thema Menstruation endlich enttabuisiert werden.
Vor allem wir Männer bekommen es ja so überhaupt nicht mit, wenn die Frauen in unserer Umgebung ihre Tage haben, üüüüüberhaupt nicht.
Vielleicht sollte man noch Armbinden damit bedrucken, oder?

Ab März dürfen wir uns auch auf Emojis freuen, die Behinderungen oder körperliche Einschränkungen darstellen (wobei der Blutstropfen eventuell auch in diese Kategorie fallen könnte).
Künstliche Beine, Menschen mit Hörbehinderung und beispielsweise ein Ohr mit Hörgerät bereichern jetzt das Angebot an „Neuschrift-Symbolen“.

Bilde: Emojico



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