• Die Zukunft bei Hörgeräten

    Neulich saß ich mit einigen Hörakustikern zusammen und heute Morgen haben wir hier in der Redaktion darüber gesprochen.

    Wie werden Hörgeräte in 10 Jahren aussehen?

    1. Hörgeräte sind klein
    2. Sie haben Akkus
    3. Sie werden induktiv aufgeladen
    4. Hörgeräte sind vernetzt
    5. Sie werden ferngewartet
    6. Hörgeräte werden selbstverständlich

    Hörgeräte sind klein

    Auch heute schon sind Hörgeräte klein. Selbst HdO-Geräte sind winzig. Die winzigsten IdO-Geräte verschwinden komplett im Gehörgang und bleiben über Monate dort.
    In Zukunft wird es keine HdO-Geräte mehr geben. Es existieren nur noch IdO-Geräte und zwar in Bauformen, die komplett im Gehörgang verschwinden.

    Sie haben Akkus

    Der Trend ist jetzt gerade allenthalben zu erkennen. Immer mehr Hörgeräte sind aufladbar. Und das heute schon mit guten Laufzeiten.
    In Zukunft werden die Laufzeiten der Akkus mehrere Tage betragen.

    Sie werden induktiv aufgeladen

    Die kleinsten IdO-Geräte allerdings haben zu kleine Akkus und müssten, wenn sie tief im Gehörgang sitzen, ja regelmäßig zum Aufladen entnommen werden.
    In Zukunft werden die Geräte induktiv, also drahtlos geladen. Entweder nachts durch das Kopfkissen oder durch das kurzfristige Aufsetzen eines Ladekopfhörers beispielsweise beim Fernsehen.

    Hörgeräte sind vernetzt

    Heute schon können Hörgeräte mit Smartphones und anderen Bluetooth-Quellen verbunden werden.
    In Zukunft sind sie fester Bestandteile der Netzwerkumgebungen. Sie können WLAN, Smarthome und man wird mit ihnen das Handy und den Comuter per Sprachbefehl bedienen können.

    Sie werden ferngewartet

    Der Kunde wird sein Hörgerät in die Ohren eingesetzt bekommen. Eine erste Anpassung erfolgt anhand des Audiogramms.
    Selbst dieses könnte in situ über das Internet ermittelt werden.
    Bei weiteren Anpassungswünschen genügt eine Onlineverbindung zu einem Hörakustiker, der Anpassungen just-in-time vornimmt.
    Auch das Aufspielen neuer Updates und Upgrades auf höhere Technologiestufen ist online möglich. Sogar unterwegs via Smartphone.

    Sie werden selbstverständlich

    Durch den hohen Nebennutzen, wie Smart-Home-Steuerung, Anbindung an die Auto-Kommunikationssysteme und Netzwerke, erschließen sich Anwendungsmöglichkeiten, die Hörgeräte attraktiver machen. Es war schon immer so, dass der Nutzen eine Hörgerätes eventuelle kosmetische Nachteile bei weitem überwog. Aber durch die neuen Anwendungsmöglichkeiten wird der Nutzen noch viel größer.
    Da man sie sowieso nicht mehr sehen kann, wird die Hemmschwelle komplett abgebaut.

    Fazit: Es tut sich was

    Wird der Hörakustiker dann überflüssig? Manch einer wird mit geschwellter Brust behaupten, dass das niemals der Fall sein wird, zu groß sei die Bedeutung dieses Berufes bei der Hörgeräteanpassung.
    Aber sind wir da ehrlich?

    Reicht es nicht aus, wenn wir künftig wenige Hörakustiker haben, die die Fernanpassung und Fernwartung übernehmen?

    Wenn wir uns nichts vormachen, werden wir zugeben müssen, dass dieses Horroszenario gar nicht so weit entfernt ist.

    Allerdings haben die Hörakustiker eine sehr gute Lobby.Sie sind auch Hauptabnehmer der Hörgerätehersteller.
    So wird es noch sehr lange dauern, oder vorerst gar nicht dazu kommen, dass auch den Hörakustiker verzichtet werden kann.
    Akute Angst um seinen Job muss derzeit, angesichts der Alterspyramide, keiner in der Branche haben.



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    Aber es ist vielleicht immer eine gute Idee, im Hinterkopf zu behalten, dass im Grunde genommen vieles heute schon obsolet ist.

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