• Ärger mit Hörgeräteakustiker – Erlebnisbericht 2

    Leserin Hanna schildert hier Ihre Erlebnisse bei der Erstanpassung von Hörgeräten.

    Da hatte der Mann sogar Recht. So einen Klotz am Ohr wollte ich nicht haben. Solche fleischfarbenen dicken Dinger sieht man bei fast ertaubten Menschen oder ganz alten Männern.
    Ruckzuck hatte er ein Formular für mich, auf dem ich unterschreiben musste, dass er mir Kassengeräte gezeigt hat und ich darauf verzichte, sie auszuprobieren. Das müsse ich unterschreiben, sonst dürfe er mir keine anderen verkaufen.
    Also unterschrieb ich.
    Dann legte er das große Hörgerät und auch das mittelere weg und es blieb nur noch das kleinste auf dem Tablett liegen.
    „Da haben Sie eine gute Wahl getroffen, das verkaufen wir besonders gerne, das wir sehr gern genommen.“

    Und schon war von anderen Hörgeräten oder anderen Herstellern gar nicht mehr die Rede. Es drehte sich alles nur noch um dieses Gerät. Überhaupt sprach der Hörgeräteakustiker nur von dieser Firma XYZ. Andere schien es für Ihn gar nicht zu geben.

    Ich muss sagen, dieses Hörgerät gefiel mir auch sehr gut. Es war wirklich wahnsinnig klein und leicht. Er holte dann noch ein zweites und setzte mir beide mal ein. Der Effekt war sofort unglaublich. Ich konnte schlagartig wieder hören!
    Er hängte mir noch so ein elektronisches Teil um und programmierte so die beiden Hörgeräte.
    Das war schon alles ziemlich prima.

    Dann fragte ich: „Und was soll der Spaß jetzt kosten?“

    Er winkte ab: „Da bekommen Sie ja einen ordentlichen Zuschuß von der Krankenkasse und dann ist das nicht mehr viel. 400 Euro!“

    400 Euro, das ist ja nicht die Welt, dachte ich. Doch ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Er fuhr nämlich fort: „Für jedes, 4 Monate lang auf Raten bei einer Anzahlung von 450 € pro Gerät.“

    „Wie jetzt?“, fragte ich: „Das geht auf Raten? Das sind ja dann für zwei Geräte 800 Euro im Monat und ich muß auch noch 900 Euro anzahlen, oder? Das sind ja insgesamt 2.050 Euro pro Gerät. Da liege ich ja bei über 4.000 Euro!“

    „Ja, Sie haben sich ja auch den Mercedes unter den Hörgeräten ausgesucht…“

    Ausgesucht hatte ich da gar nichts! Ich hatte überhaupt keine Möglichkeit, was auszusuchen. Er hatte mir läppische drei Geräte vorgelegt. Darunter ein häßliches, riesengroßes und eins, das er mir gar nicht mehr gezeigt hat.
    Und den Mercedes? Ich bin nicht der Typ Frau, der sich für das Teuerste entscheidet.

    Ich wollte nur noch da weg.



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