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Wie kann ich verhindern, dass ich mein Hörgerät verliere?

Ein verlorenes Hörgerät ist nicht nur ärgerlich, sondern oft auch teuer. Moderne Hörgeräte kosten je nach Ausstattung mehrere tausend Euro und sind für viele Menschen unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, das Risiko eines Verlusts von Anfang an möglichst gering zu halten.

Mit einigen einfachen Gewohnheiten und praktischen Hilfsmitteln lässt sich die Gefahr deutlich reduzieren.

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Feste Gewohnheiten schaffen

Die häufigste Ursache für verlorene Hörgeräte ist nicht ein Defekt, sondern der Alltag. Viele Betroffene nehmen ihre Hörgeräte unterwegs kurz heraus, legen sie “nur für einen Moment” auf den Tisch oder stecken sie lose in die Hosentasche. Später erinnern sie sich nicht mehr daran.

Gewöhnen Sie sich deshalb feste Abläufe an. Setzen Sie Ihre Hörgeräte möglichst immer am gleichen Ort ein und nehmen Sie sie auch dort wieder heraus. Ein fester Platz im Badezimmer oder Schlafzimmer hilft dabei, dass die Geräte nicht versehentlich liegen bleiben.

Hörgeräte niemals lose transportieren

Wenn Sie Ihre Hörgeräte vorübergehend herausnehmen müssen, sollten Sie sie niemals lose in eine Jacken- oder Hosentasche stecken. Dort können sie herausfallen, beschädigt werden oder zwischen Taschentüchern und anderen Gegenständen verschwinden.

Verwenden Sie stattdessen immer das stabile Etui, das Sie beim Kauf erhalten haben. Es schützt die empfindliche Technik und sorgt dafür, dass Sie jederzeit wissen, wo sich Ihre Hörgeräte befinden.

Beim Umziehen besonders aufmerksam sein

Viele Hörgeräte verschwinden beim Ausziehen von Kleidung. Pullover, Schals oder Mützen können die Geräte unbemerkt mit abstreifen. Das Hörgerät landet dann im Ärmel, in der Wäsche oder auf dem Boden.

Nehmen Sie sich deshalb beim Umziehen einen kurzen Moment Zeit und kontrollieren Sie, ob beide Hörgeräte noch sicher sitzen.

Vorsicht beim Friseur und beim Umkleiden

Auch beim Friseur, im Schwimmbad, im Fitnessstudio oder in Umkleidekabinen gehen immer wieder Hörgeräte verloren.

Informieren Sie den Friseur darüber, dass Sie Hörgeräte tragen. Müssen die Geräte während des Haarschneidens herausgenommen werden, legen Sie sie sofort in das mitgebrachte Etui und nicht auf eine Ablage oder den Waschplatz.

Beim Sport Sicherungssysteme verwenden

Wer sich viel bewegt oder Sport treibt, sollte zusätzliche Sicherungen in Betracht ziehen.

Für viele Hörgeräte gibt es spezielle Haltebänder oder kleine Befestigungssysteme, die verhindern, dass ein Gerät beim Laufen, Radfahren oder Wandern unbemerkt herausfällt. Besonders bei Kindern oder sehr aktiven Erwachsenen können solche Sicherungen sinnvoll sein.

Moderne Technik nutzen

Einige aktuelle Hörgeräte lassen sich mit einer Smartphone-App verbinden. Manche Apps speichern den zuletzt bekannten Standort oder helfen dabei, ein verlegtes Hörgerät wiederzufinden.

Diese Funktionen ersetzen zwar kein GPS-Ortungssystem, können aber wertvolle Hinweise liefern, wenn das Hörgerät in der Wohnung oder an einem bekannten Aufenthaltsort verloren gegangen ist.

Informieren Sie sich bei Ihrem Hörakustiker, ob Ihr Hörgerät eine solche Funktion unterstützt.

Beim Baden und Duschen aufmerksam bleiben

Auch wenn viele moderne Hörgeräte gegen Feuchtigkeit geschützt sind, sollten sie vor dem Duschen, Baden oder Schwimmen grundsätzlich abgelegt werden.

Legen Sie die Geräte dabei immer in ihr Etui und niemals lose auf den Waschbeckenrand oder ein Handtuch. Gerade in Hotels oder öffentlichen Einrichtungen bleiben Hörgeräte dort häufig unbemerkt zurück.

Infokasten: Vorsicht mit Hörgeräten im Krankenhaus

Viele Hörgeräte gehen nicht im Alltag verloren, sondern während eines Krankenhausaufenthalts. Das liegt daran, dass die Geräte vor zahlreichen Untersuchungen und praktisch jeder Operation abgelegt werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Untersuchungen im MRT, viele CT- und Röntgenuntersuchungen, Eingriffe unter Narkose oder auch bestimmte Behandlungen auf Intensivstationen.

Gerade in dieser Situation besteht ein erhöhtes Risiko, dass Hörgeräte versehentlich verlegt, mit Bettwäsche entsorgt oder mit anderem Patienteneigentum verwechselt werden. Immer wieder berichten Betroffene davon, dass Hörgeräte nach einer Operation oder einem Stationswechsel nicht mehr auffindbar waren.

So können Sie vorbeugen:

  1. Informieren Sie das Pflegepersonal bereits bei der Aufnahme darüber, dass Sie Hörgeräte tragen.
  2. Nehmen Sie Ihr Hörgeräte-Etui mit ins Krankenhaus und bewahren Sie die Geräte ausschließlich darin auf.
  3. Beschriften Sie das Etui gut sichtbar mit Ihrem Namen und – wenn möglich – Ihrer Telefonnummer.
  4. Lassen Sie Hörgeräte möglichst nicht lose auf dem Nachttisch, im Bett oder in einem Papiertaschentuch liegen.
  5. Bitten Sie das Pflegepersonal, die Hörgeräte unmittelbar vor einer Operation in das beschriftete Etui zu legen und nach dem Eingriff wieder auszuhändigen.
  6. Können Sie sich nach einer Narkose nicht selbst darum kümmern, bitten Sie möglichst einen Angehörigen, die Aufbewahrung der Hörgeräte zu übernehmen.
  7. Kontrollieren Sie vor jedem Stationswechsel und vor der Entlassung, ob beide Hörgeräte, Ladegerät oder Batterien sowie Zubehör vollständig vorhanden sind.

Leider wird in Krankenhäusern auch viel geklaut. Behandeln Sie Ihre Hörgeräte so wie Ihren Schmuck, Ihr Bargeld oder Ihr Portemonnaie.

Unser Tipp: Fotografieren Sie Ihre Hörgeräte vor dem Krankenhausaufenthalt zusammen mit den Seriennummern. Notieren Sie außerdem Hersteller und Modell. Sollte ein Hörgerät trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verschwinden, erleichtert dies die Identifizierung gegenüber Krankenhaus, Polizei, Krankenkasse und Versicherung erheblich.

Auf Reisen besonders sorgfältig sein

Auf Reisen passieren viele Hörgeräteverluste.

Nutzen Sie deshalb stets das Transportetui und bewahren Sie es möglichst immer an derselben Stelle im Koffer oder Handgepäck auf. Vor dem Verlassen eines Hotels oder einer Ferienwohnung lohnt sich ein letzter Kontrollblick auf Nachttisch, Badezimmer und Waschbecken.

Auch im Flugzeug oder in der Bahn sollten Hörgeräte niemals lose auf dem Klapptisch abgelegt werden.

Regelmäßig kontrollieren, ob das Hörgerät richtig sitzt

Ein Hörgerät, das locker sitzt, kann leichter verloren gehen.

Lassen Sie deshalb regelmäßig überprüfen, ob die Otoplastik oder der Schirm (Dome) noch optimal passen. Mit der Zeit können sich der Gehörgang und das Material verändern, sodass der Halt nachlässt.

Ein gut sitzendes Hörgerät trägt nicht nur zu einem besseren Hörerlebnis bei, sondern verringert auch das Risiko eines Verlusts.

Was tun, wenn ein Hörgerät trotzdem verschwindet?

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Hörgerät verloren gehen, gilt: Ruhe bewahren.

Suchen Sie zunächst gründlich alle infrage kommenden Orte ab. Fragen Sie anschließend beim örtlichen Fundbüro nach. Wurde das Hörgerät in einem Bus, einer Straßenbahn oder einem Zug verloren, lohnt sich außerdem eine Nachfrage beim jeweiligen Verkehrsunternehmen. Viele verlorene Hörgeräte werden von ehrlichen Findern abgegeben und können ihrem Besitzer wieder ausgehändigt werden.

Bleibt das Gerät verschwunden, sollten Sie möglichst zeitnah Ihren Hörakustiker, Ihre Krankenkasse und gegebenenfalls Ihre Versicherung informieren, damit die Ersatzversorgung eingeleitet werden kann.

Fazit

Ein Hörgerät zu verlieren, lässt sich nicht immer verhindern. Mit festen Gewohnheiten, einer sorgfältigen Aufbewahrung und etwas Aufmerksamkeit im Alltag sinkt das Risiko jedoch erheblich. Ein stabiles Etui, passende Sicherungssysteme und moderne Smartphone-Funktionen helfen zusätzlich dabei, die wertvollen Hörhilfen zu schützen. Und sollte doch einmal ein Hörgerät verschwinden, lohnt sich neben der gründlichen Suche immer auch ein Anruf beim örtlichen Fundbüro – oft nimmt eine Geschichte, die schon verloren schien, dort doch noch ein gutes Ende.

Bildquellen:

  • verlust_800x500: Peter Wilhelm ki

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