• Was muss ein Hörakustiker denn sonst noch so können?

    Der Beruf des Hörakustikers ist ein sehr vielseitiger Beruf. Die Menschen, die nichts mit Hörgeräten zu tun haben, glauben oft, in den Hörakustik-Geschäften würden nur Hörgeräte verkauft.
    Und selbst die Personen, die als Hörgeräteträger regelmäßig zum Hörakustiker gehen, wissen oft nicht, was alles sonst noch zum Beruf eines Hörakustikers dazu gehört.

    Die Läden der Hörakustiker vermitteln oft den Eindruck, als könne sich der Hörbehinderte dort eben seine Hörgeräte kaufen.
    Dass das anders ist, wissen nur die Hörgeräteträger oder deren Angehörige.
    Nach einer ärztlichen Verordnung erfolgt beim Hörakustiker dann eine otoskopische und audiometrische Untersuchung. Anhand der Ergebnisse wird dann ein Hörgerät gefertigt. Auch wenn es so aussieht, als ob der Akustiker nur ein fertiges Hörgerät aus dem Lager holt, so ist das doch etwas anders.
    Die von den Herstellern gelieferten Hörgeräte sind industrielle Vorprodukte, die der Hörakustiker erst zu individuell funktionierenden Hörgeräten macht. Einfach so kaufen und ins Ohr stecken, das geht nicht.

    Desweiteren fertigt der Hörakustiker die Otoplastiken an, bzw. nimmt hierfür die nötigen Abformungen vor.
    Die Otoplastik ist das maßgefertigte Teil, das letztendlich im Ohr des Hörgeräteträgers steckt.

    Schon bis dahin ist viel Fachwissen und Sachkenntnis erforderlich.
    Aber die eigentliche Arbeit geht erst los, wenn der Kunde die Eingewöhnungsphase überwunden hat. Dann nämlich müssen die Hörgeräte an die Erfordernisse des Kunden noch individueller und genauer angepasst werden. Das ist eine oft mühselige und manchmal auch langwierige Prozedur.
    Belohnt wird der Hörgeräte-Träger aber mit Hörgeräten, die ihren Namen auch verdienen. Sie helfen ihm dann tatsächlich beim guten Hören und Verstehen.

    Aber das ist noch längst nicht alles

    Wie Sie auch unserem Titelfoto sehen, gehört auch mal das Ladenputzen zu den Aufgaben, die mitunter der Inhaber und Meister mal selbst übernimmt.
    Auch Kaffeekochen kann mit dazu gehören.
    Warum ist das so? Der Hörakustiker möchte sich und seinen Laden in einem perfekten Zustand präsentieren. Denn er bietet medizinische Hilfsmittel an und da spielt Sauberkeit auch eine Rolle.
    Und das Kaffeekochen gehört einfach mit dazu. Denn wie oben bereits geschrieben, kann eine Sitzung beim Hörakustiker auch mal etwas dauern.
    Da ist ein Glas Wasser oder ein „Käffchen“ dann fast schon eine Selbstverständlichkeit.

    Natürlich kann und wird der Meister manches davon delegieren. Aber das spielt keine Rolle.

    Denn der Hörakustiker ist auch noch vor allem eins: Er ist ein Menschenversteher.
    Wer keine Menschen mag, der ist in diesem Beruf verkehrt.
    Ja, man muss bereit sein, mit Menschen zu arbeiten, die sich nicht richtig ausdrücken können.
    Man muss aus der Botschaft „das klingt komisch, irgendwie so matschig“ herauslesen können, was der Kunde genau meint, um dann seine Hörgeräte anpassen zu können.

    Auch beim Umgang mit hochbetagten oder noch sehr jungen, kleinen Kunden ist besonderes Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt.

    Doch auch das ist noch nicht alles

    Der Hörakustiker muss auch in seiner Werkstatt fit sein. Schleifen, Bohren, Löten, Messen, Umformen usw., all diese Tätigkeiten machen den Beruf des Hörakustikers zu einem meisterlichen Handwerksberuf.
    Handwerker, Elektroniker, Psychologe und Branchenkenner, das sind Anforderungen, die der Hörakustiker erfüllen können muss.

    Nicht genug damit

    Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass der Hörakustiker Unternehmer ist?
    Steuerabrechnungen, Gehaltszahlungen, Buchhaltung, Verwaltung, Organisation, Lagerführung, Personalführung, Warenbestellung, Vertreterbesprechungen und vieles mehr fesseln ihn auch lange nach der üblichen Öffnungszeit noch an sein Büro.



    Anzeige


    Der Laden und das Personal müssen einen tip-top Eindruck machen. Deshalb passt unser Titelfoto so gut.

    Keine Kommentare möglich

    Lesen Sie auch

    Für gutes Hören ist ihm kein Weg zu weit – Hörmeyer Akustik

    Keine Mühen scheut Rentner Rolf Behrens (79), um eine optimale Hörgeräteversorgung zu beko…