Medikamente aus der Fernsehwerbung?

In den Werbespots des Fernsehens werden vor allem in der Zeit zwischen 17 und 20 Uhr Medikamente gegen alle möglichen Krankheiten und Alterserscheinungen angeboten.
Was ist davon zu halten?

Zunächst einmal müssen wir wissen, dass dort nur verschreibungsfreie, also frei verkäufliche Mittel angeboten werden, die sogenannten OTC-Produkte.
Bei einigen handelt es sich tatsächlich Medikamente, wie beispielsweise Acetylsalicysäure ACC, die u.a. in Aspirin enthalten ist.
Auf der einen Seite runzeln Ärzte die Stirn, dass hochwirksame Medikamente frei verkäuflich sind, auf der anderen Seite entlastet es natürlich die Arztpraxen, wenn viele Menschen kleinere Wehwehchen mit erprobten Mittel selbst behandeln.

Dabei sind diese Medikamente nicht ohne Risikopotential. Paracetamol beispielsweise führt bei zu hoher Dosierung zu schweren Lebererkrankungen. Deshalb wird es jetzt nur noch in Kleinpackungen abgegeben. Außerdem weisen die Apotheker immer daraufhin, dass auch noch andere Mittel, wie z.B. Wick-MediNait diesen Wirkstoff enthalten.

Ganz ohne Gefahr ist also die unüberlegte und unkontrollierte Einnahme solcher Mittel nicht. Deshalb gilt auch der Rat: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“
Und das sollten Sie auch tun!

Ein weiterer Zweig, der im Fernsehen angebotenen Präparate sind Mittel, die der Volksmedizin angehören, wenn man das so formulieren will.
Dazu gehören gewisse Tabletten, Salben und Essenzen, die aus Kräutern hergestellt werden, die schon seit Alters her für bestimmte Zwecke eingesetzt werden.
Eine regelrechte pharmakologische Wirksamkeit ist aber manchmal nicht nachgewiesen und beruht eben auf der Volkstradition.

Außerdem werden zahlreiche Mittel als Medikamente angesehen, die eigentlich in den Bereich der Lebensmittelergänzungsstoffe gehören.
Vitamine, Calcium, Magnesium usw. sind keine Medizin im herkömmlichen Sinne, sondern in der hier angebotenen Form Stoffe, die man zur Ergänzung seiner Lebensmittel einnehmen kann.
Ärzte raten von diesen Präparaten meist ab. Besser ist es, beim Arzt ein professionelles Blutbild und andere Untersuchungen durchführen zu lassen und sich dann gezielt vom Arzt Produkte zur Beseitigung konkret vorliegender Mangelerscheinungen geben zu lassen.

Eine ständige Einnahme von selbstgekauften Präparaten ohne ärztliches Wissen und ärztliche Kontrolle sollte stets unterbleiben und ist in höchstem Maße gefährlich.



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