• Lassen Sie sich keine Demo-Hörgeräte andrehen

    Die Hörgerätebranche bringt ständig neue Hörgeräte auf den Markt. Manchmal mit revolutionär neuen Ideen, oft aber auch nur Bekanntes in neuem Gewand.
    Kaum jemand hat da noch den Überblick. Jeder Hörgeräteträger, der jetzt zum ersten Mal ein Hörgerät bekommen soll oder bei dem eine Folgeversorgung ansteht, sollte mehrere Hörgeräte ausprobieren.
    Letztlich sind alle Hörgeräte am Markt gute Geräte. Doch sie unterscheiden sich hinsichtlich Ausstattung, Klangbild und verbauter Technik.
    Deshalb kann Ihnen auch niemand sagen, welches Hörgerät das genau richtige für Sie ist. Das finden Sie am besten im Vergleich heraus.

    Hierzu stellen die Hörgerätehersteller den Hörgeräteakustikern Demo-Geräte zur Verfügung. Für diese Demos müssen die Hörakustiker nichts oder nur einen sehr geringen Betrag zahlen.
    Man erkennt diese Geräte meist am Aufdruck „Demo“, „Trial“ oder „Muster“.

    Wenn Sie ein solches Hörgerät von Ihrem Hörakustiker bekommen, können Sie es für mehrere Tage oder Wochen ausprobieren. Entscheiden Sie sich dann für dieses Hörgerät, bestellt der Hörakustiker Ihr persönliches, neues Gerät beim Hersteller. Oder er hat eins auf Lager. Auf jeden Fall werden die Daten aus dem Probier-Gerät in den Rechner übertragen und dann auf Ihr eigenes Hörgerät überspielt.
    Im Rahmen einer Versorgung über die Krankenkasse oder beim Privatkauf von Hörgeräten steht Ihnen nach der Probe auf jeden Fall ein neues Hörgerät zu.

    Folgende Verhaltensweisen gehen gar nicht!

    Sie müssen das Testgerät behalten, Sie haben es ja schon benutzt.
    Das ist absoluter Blödsinn. Außer Sie haben etwas anderes mit dem Hör-Akustiker vereinbart, muss er Ihnen nach der Ausprobe ein neues Hörgerät zur Verfügung stellen. Sie wissen ja gar nicht, wie oft das Ihnen überlassene Probegerät schon ausgeliehen war.

    Aus hygienischen Gründen können wir das nicht zurücknehmen.
    Genau deshalb gibt es Testgeräte. Hier nimmt man bewusst in Kauf, dass das schon mehrfach getestete Geräte sind. Sie werden von jedem Ausprobieren desinfiziert. Aber Sie müssen es nicht hinnehmen, so ein mehrfach benutztes Gerät als neu anzunehmen.

    Ich lasse Ihnen das Demo-Gerät billiger, ich habe da so eine Kooperation mit dem Hersteller.
    Glauben Sie so etwas nicht! Ein Demo-Gerät ist ein Demo-Gerät! Der Hör-Akustiker hat es umsonst oder sehr billig bekommen. Wenn er Ihnen dafür viel Geld abnehmen will, bereichert er sich ungerechtfertigt. Bestehen Sie auf einem Neugerät!

    Auf dem Demo-Gerät sind jetzt alle Einstellungen drauf. Mit einem neuen geht alles wieder von vorne los.
    Der Hörakustiker kann problemlos die Einstellungen aus dem Demogerät auslesen und auf Ihr neues Hörgerät übertragen.

    Lassen Sie sich hier kein X für ein U vormachen.
    Ein Hörakustiker, der Ihnen ein günstiges Demogerät zum vollen Preis oder nur leicht reduziert anbietet, handelt unredlich.

    So etwas kommt nach Expertenmeinung nur selten vor, aber es kommt vor.

    Manche Unternehmen, wie z.B. Unitron schützen sich davor, indem sie eine zeitliche Begrenzung einbauen, nach deren Ablauf Signaltöne ertönen.
    Aber das haben eben nicht alle und so ist die Versuchung gegeben, die gratis erhaltenen Demogeräte zum vollen Preis abzurechnen.

    Fotos: © hoergeraete-info.net



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