• Hörgeräte testen

    Hörgeräte müssen Sie testen! Sie können kein Hörgerät kaufen, weil der HNO-Arzt es aus der Schublade zieht oder weil der Hörgeräteakustiker es empfiehlt.
    Ein Hörgerät muß zu Ihnen passen und ganz individuell auf Ihre Bedürfnise eingestellt werden. Nicht jedes der ca. 2.400 am Markt befindlichen Hörgeräte ist für Sie geeignet. Nicht alle bieten genau die Einstellmöglichkeiten, die für Sie erforderlich sind.

    Ein Gerät des Herstellers Phonak beispielsweise kann bei Herrn Meier ganz hervorragende Ergebnisse bringen und ihn vollständig zufrieden stellen. Herr Schulte würde vielleicht damit nicht zurecht kommen und ein Gerät von Bernafon bevorzugen. Dieses wiederum könnte Herrn Meier nicht zufriedenstellen.

    Deshalb kann das richtige Hörgerät für Sie nur durch Ausprobieren gefunden werden.
    Dazu gehen Sie zu einem Hörgeräteakustiker und lassen Sie sich verschiedene Geräte zeigen. Lassen sie sich die Vorzüge und Nachteile erklären. Wählen Sie dann eins aus. Zunächst muß eine Anpassung erfolgen. Sie können kein Hörgerät, so wie es aus der Schachtel kommt, ausprobieren.
    Lassen Sie sich nicht darauf ein, wenn der Akustiker nicht bei jedem Testgerät eine ausführliche Anpassung vornehmen will. Aus der Schachtel klingen alle Hörgeräte gleich -> gleich schlecht!

    Daher meine wichtigsten Ratschläge zum Hörgerätetest:

    1. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Empfehlungen eines Hörgeräteakustikers für eine Marke.
    2. Folgen Sie nicht den Empfehlungen von Bekannten oder Verwandten.
    3. Glauben Sie den Versprechungen nicht, die in den Hochglanzbroschüren der Hersteller stehen.
    4. Fischen Sie sich keine halbgaren Informationen aus dem Internet zusammen
    5. Lassen Sie sich wenigstens 6 Geräte zeigen und erklären.
    6. Es gibt keinen eiligen zeitlichen Rahmen für Ihre Entscheidung.
    7. Probieren sie auch die zuzahlungsfreien Varianten aus.

    Während der Testphase sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

    • Verstehe ich meine Mitmenschen jetzt besser als vorher?
    • Komme ich mit der Bedienung des Geräte gut zurecht?
    • Sieht es optisch so aus, wie ich es mir wünsche?
    • Lässt es sich komfortabel tragen?
    • Entspricht es meinem Budget?

    Dabei müssen Sie aber folgende Punkte berücksichtigen:

    Verstehen Ihrer Mitmenschen: Richtig gute Hörerlebnisse werden Sie erst nach einer ganzen Weile der Eingewöhnung und des Trainings haben. Aus dem Stand können Sie das -vor allem am Anfang- noch nicht richtig beurteilen. Außerdem ist das Finden der richtigen Einstellungen des Geräts keine Sache von einem Anpassungstermin, sondern ein Prozess immer wiederkehrenden Informationsaustauschs und Nachjustierens.

    Zurechtkommen mit der Bedienung:
    Aller Anfang ist schwer. Viele Geräte werden heute mit einer Fernsteuerung oder eine App bedient. Das ist alles kein Hexenwerk. Werfen Sie die Flinte nicht gleich ins Korn. Übung macht den Meister.
    Lassen Sie sich deshalb auch nicht von zahlreichen Features abschrecken. Sie müssen nicht alle nutzen. Keinen Zweck hat das aber, wenn Sie rein haptisch mit der Bedienung nicht zurechtkommen, weil die Bedienelemente für Ihre Finger zu klein, oder Sie in der Beweglichkeit der Finger eingeschränkt sind.

    Aussehen: Ein Hörgerät ist heute keine Schande mehr. Moderne Geräte sind chic und gelten als Lifestyle-Element. Zu viel Bedeutung würde ich diesem Thema nicht beimessen. Lassen Sie sich aber trotzdem keine fleischfarbene Gurke aufschwatzen, auf der noch ein Hakenkreuz angedruckt ist…

    Tragekomfort: Sie müssen sich auch an das Tragen eines Hörgerätes erst gewöhnen. Am Anfang zum Testen werden Sie eine Lösung bekommen, die noch nicht völlig optimal auf Sie abgestimmt ist. Das endgültige Ohrpassstück beispielsweise wird später individuell für Sie gefertigt und wird dann bequem passen.

    Budget: Es gibt keinen Grund, für ein Hörgerät einen Kredit aufzunehmen oder mehr auszugeben, als Sie sich leisten können. Der eine fährt einen alten Fiat, der andere einen Porsche.
    Lassen Sie sich nicht den Porsche aufschwatzen, wenn Ihnen das zu teuer ist. Auch in der Fiat-Klasse gibt es super gute Hörgeräte. Diese bieten nicht den ganzen Luxus, das ist klar, aber zum guten Hören sollten sie meist ausreichen. Lassen Sie sich da nicht verwirren!

    Fazit

    :



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    Das individuell für Sie eingestellte und gefertigte Hörgerät wird später wesentlich besser sein, als das Gerät, dass Sie zum Testen hatten.
    War mit dem Testgerät alles gut, dann sind Sie auf dem besten Weg, das beste Hörgerät für Sie zu finden.
    Hat es nur leidlich im Alltag, aber beim Hörgeräteakustiker funktioniert, kann meist noch durch verbesserte Anpassung etwas herausgeholt und optimiert werden.
    Sind Sie mit einem Testgerät gar nicht klargekommen, so ist das nicht schlimm. Nehmen Sie ein anderes zum Testen.

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