• Hörgeräte: Taschenhörgeräte

    Taschenhörgeräte

    Die Taschenhörgeräte sind wohl die erste Bauform elektronischer Hörverstärker. Wir kennen Sie alle aus alten, meist schwarzweißen Filmen.
    Das Hauptgerät in der Größe eines kleinen Transistorradios wurde in der jackentasche getragen und war mit einem entsprechend langen Kabel mit dem Öhrhörer im Ohr des Patienten verbunden.

    Zur Steigerung der Reißfestigkeit waren die meist hellen Kabel zum Ohrhörer auch noch verdrillt, was sie noch dicker und auffälliger erscheinen ließ.
    Im Zuge der Entwicklung passten die Hörtechniker dann maßgefertigte Otoplastiken an. Später wurden diese Geräte auch einstellbar und machten so den Schritt vom reinen Hörverstärker zum individuell angepassten Hörgerät.

    Diese sogenannten Taschenhörgeräte wurden in den 1950er und -60er Jahren noch häufig genutzt. Letztlich wurden sie aber durch die Miniaturisierung der Bauteile weitgehend durch HdO- und IdO-Geräte verdrängt. Sie werden heutzutage nur noch selten bei Menschen mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit oder Resthörigkeit angewendet. Das liegt daran, dass durch die weite räumliche Entfernung zwischen Hauptgerät mit Mikrofon und dem Ohrpasstück selbst bei großer Verstärkung kaum mit Rückkopplungen zu rechnen ist.

    Als typisches Problem bei diesen Taschengeräten ist bekannt, dass beispielsweise das Rascheln der Kleidung am Mikrofon des Gerätes wahrgenommen wurde.

    By Joe Haupt from USA – Vintage Zenith Radionic 3-Vacuum Tube (Body) Hearing Aid, Model-A3A, Pastel Coralite Case, Bone-Air, Original Cost = 50.00 USD, Circa 1944, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org

    In einer Edgar-Wallace-Verfilmung trug Schurke Klaus Kinski ein solches Hörgerät. Allerdings diente es, wie sich dann im Verlauf der Handlung herausstellt, gar nicht als Hörgerät, sondern als Empfänger für Botschaften des „Gangsterbosses“.



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    Wie dem auch sei, solche Taschengeräte gehören heute weitestgehend der Vergangenheit an. Nur nin extremsten Fällen können sie noch sinnvoll sein.
    Auch in Entwicklungsländern haben sich inzwischen HdO-Geräte durchgesetzt, die ja in China für einen Groschenpreis in einfachster Form gefertigt werden.

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