Wenn man nicht mehr gut hören kann, wird das oft als unangenehm empfunden, und viele Menschen versuchen, ihre Schwerhörigkeit zu verbergen. Dabei könnten moderne Hörgeräte den Alltag enorm erleichtern und verbessern zunehmend auch das Image ihrer Nutzer.
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- Ursachen von Hörverlust: Vielseitig und komplex
- Warum eine frühe Behandlung der Schwerhörigkeit wichtig ist
- Wann Hörgeräte hilfreich werden: Dezibel und Hertz einfach erklärt
- Design und Technologie moderner Hörgeräte
- Worauf beim Kauf eines Hörgeräts zu achten ist: Kompatibilität und Konnektivität
- Die Vorteile intelligenter Hörsysteme
- Auracast: Die nächste Generation der Bluetooth-Technologie
- Wichtige Hinweise zum Kauf und zur Erprobung von Hörsystemen
- Hightech im Taschenformat: So sind moderne Hörgeräte aufgebaut
Laut einer Hörstudie der Initiative Hörgesundheit aus dem Jahr 2022 geben ganze 59 Prozent der Hörgeräteträger an, dass sie sich rückblickend ärgern, nicht schon viel früher ein Hörgerät benutzt zu haben. Genau aus diesem Grund gibt es den Welttag des Hörens am 3. März, der dazu beitragen soll, das Bewusstsein für das Thema zu erhöhen.
Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem World Hearing Report feststellt, ist künftig mit einem Anstieg von Hörproblemen vor allem bei jüngeren Menschen zu rechnen. Die Ursachen dafür sind vielseitig, vor allem aber auf zu laute Kopfhörer und den häufigen Besuch extrem lauter Veranstaltungen ohne ausreichenden Gehörschutz zurückzuführen.
Ursachen von Hörverlust: Vielseitig und komplex
Wenn die Ohren dauerhaft zu lautem Lärm ausgesetzt sind, kommt es oft zu irreversiblen Schäden. Schallwellen zerstören die sensiblen Haarzellen in der Hörschnecke des Innenohrs, wodurch keine akustischen Signale mehr korrekt ans Gehirn weitergeleitet werden können. Doch neben der Lärmschwerhörigkeit gibt es eine Vielzahl weiterer Ursachen für Hörprobleme: Neben dem normalen Alterungsprozess können Ohrentzündungen, Hörstürze, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme und sogar Genussgifte wie Nikotin eine Rolle spielen.
Auch genetische Faktoren können eine Schwerhörigkeit bedingen, wobei diese seltener vorkommen als altersbedingter Hörverlust. Wird eine Hörschwäche nicht rechtzeitig behandelt, kann sie kontinuierlich zunehmen und im schlimmsten Fall bis hin zur Gehörlosigkeit führen.
Warum eine frühe Behandlung der Schwerhörigkeit wichtig ist
Wenn eine Infektion die Ursache der Hörprobleme ist, helfen oft spezielle Medikamente wie Virostatika oder Breitband-Antibiotika. Sollten diese nicht wirken, ist es wichtig, möglichst frühzeitig einen Hörtest durchzuführen und gegebenenfalls ein Hörgerät anzupassen.
Je länger ein Hörverlust unbehandelt bleibt, desto eher verliert das Gehirn die Fähigkeit, bestimmte akustische Signale zu verarbeiten. Da Schwerhörigkeit schleichend beginnt, ist es wichtig, frühzeitig auf Symptome zu achten, etwa Hinweise aus dem Familien- oder Freundeskreis ernst zu nehmen.
Typische Warnsignale sind Schwierigkeiten, Gesprächen in lauten Umgebungen zu folgen, beispielsweise in Restaurants oder bei größeren Treffen. Wenn man ständig nachfragen muss, was gerade gesagt wurde, oder oft Missverständnisse auftreten, könnte dies auf beginnende Schwerhörigkeit oder eine sogenannte Fehlhörigkeit hinweisen. Fehlhörigkeit bedeutet, dass Worte verzerrt oder unvollständig wahrgenommen werden.
Um solche akustischen Defizite auszugleichen, muss das Gehirn enorm viel Energie aufbringen. Dabei versucht es, fehlende Wörter oder Satzteile durch ähnliche Laute oder bekannte Muster zu ergänzen. Dies führt nicht selten zu Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Müdigkeit.
Wann Hörgeräte hilfreich werden: Dezibel und Hertz einfach erklärt
Wann genau ein Hörgerät sinnvoll ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Ein guter Zeitpunkt ist spätestens dann erreicht, wenn Gespräche in normaler Lautstärke schwer verstanden werden – dies entspricht etwa einem Hörverlust von ungefähr 30 Dezibel.
Das Hörvermögen wird in den Einheiten Dezibel (Lautstärke) und Hertz (Tonhöhe) gemessen. Hertz beschreibt dabei, wie oft eine Schallwelle pro Sekunde schwingt. Junge Menschen hören üblicherweise Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hertz.
Dezibel hingegen misst die Lautstärke, mit der Schallwellen wahrgenommen werden. Das Hörvermögen eines gesunden jungen Menschen startet bei 0 Dezibel. Extreme Geräusche wie Baulärm mit Presslufthämmern, die mehr als 100 Dezibel erreichen, sind auch für Schwerhörige unangenehm.
Design und Technologie moderner Hörgeräte
Moderne Hörgeräte sind heutzutage so unauffällig und klein gestaltet, dass sie kaum noch sichtbar sind. Hersteller bieten Geräte inzwischen auch in modischen Formen und verschiedenen Farben an, wobei dezente Farbtöne wie Beige, Grau und Silber weiterhin am beliebtesten sind, weil sie sich problemlos über längere Zeiträume tragen lassen.
Wesentlich bedeutender als das Äußere ist jedoch die technische Ausstattung. Aktuelle Hörgeräte können mittels Bluetooth direkt mit Smartphones verbunden werden. Die passende App ermöglicht nicht nur das Telefonieren, sondern auch das direkte Abspielen von Musik. Die Hersteller Phonak, Oticon und ReSound bieten bereits umfassende Möglichkeiten zur Smartphone-Anbindung.
Worauf beim Kauf eines Hörgeräts zu achten ist: Kompatibilität und Konnektivität
Vor dem Kauf eines Hörsystems sollte die Kompatibilität mit dem eigenen Smartphone unbedingt überprüft werden. Marken wie Apple, Samsung, LG, Sony oder Huawei arbeiten gut mit den meisten Hörsystemen zusammen.
Insbesondere Apple-Geräte bieten Hörgeräteträgern viele praktische Funktionen wie die „Made for iPhone“ (MFi)-Technologie, die das direkte Streamen von Audioinhalten erlaubt.
Ein neuer Trend sind Hörgeräte, die die sogenannte „Auracast“-Technologie unterstützen, welche in Zukunft öffentliche Orte wie Flughäfen oder Veranstaltungen für Hörgeräteträger besser zugänglich machen könnte.
Die Vorteile intelligenter Hörsysteme
Moderne Hörgeräte verstärken nicht einfach nur den Ton, sondern können die Hörumgebung aktiv scannen und gezielt Geräusche filtern. Sie erkennen beispielsweise Sprache und deren Richtung und können störende Umgebungsgeräusche reduzieren, wodurch das Zuhören angenehmer wird.
Für spezifische Situationen können Hörgeräte individuell programmiert werden, um etwa klassische Musik in Konzerten oder Stimmen in lauten Umgebungen besonders klar hervorzuheben. Viele Geräte verfügen bereits über voreingestellte Hörprofile in ihren Apps, die leicht ausgewählt und angepasst werden können.
Phonak bietet beispielsweise sogar Geräte mit künstlicher Intelligenz an, die Sprache besonders effizient erkennen und störende Geräusche ausblenden.
Auracast: Die nächste Generation der Bluetooth-Technologie
Was genau verbirgt sich hinter dem neuen Auracast-Standard?
Bluetooth ist heutzutage nahezu jedem bekannt und hat sich als Standardtechnologie im Alltag etabliert. Die Innovation Auracast, offiziell auch „Auracast Broadcast Audio“ genannt, baut auf einem neuen Bluetooth-Standard auf. Ähnlich wie beim Radio können damit Audiosignale gleichzeitig an eine unbegrenzte Anzahl von Empfängern übertragen werden. Das Ziel dieser Technik ist insbesondere, Audioübertragungen in öffentlichen Bereichen deutlich komfortabler und effizienter zu gestalten. Entwickelt und eingeführt wurde der neue Standard im Jahr 2022 von der Bluetooth Special Interest Group (SIG) und beginnt nun allmählich, den Markt zu erobern.
Welche konkreten Vorteile bringt Auracast?
Auracast verbessert signifikant die Reichweite und Qualität der übertragenen Audiosignale. Gleichzeitig zeichnet sich die Technologie durch einen deutlich geringeren Energieverbrauch aus. Das bedeutet konkret, dass Akkus der Geräte wesentlich länger halten, was wiederum den Nutzerkomfort erheblich erhöht. Möglich wird dies durch eine spezielle Technik namens „LE Audio“, was für „Low Energy Audio“ steht.
Technische Hintergründe: So arbeitet Auracast
Im Zentrum von Auracast steht die sogenannte LE Audio-Technologie. Diese erlaubt es, dass ein einzelnes Sendegerät Audiosignale an eine Vielzahl von Empfängern gleichzeitig übermitteln kann. Die Effizienz und Präzision dieser Technik ermöglichen ein bislang unerreichtes Hörerlebnis bei einer gleichzeitigen Schonung der Akkus.
Auracast im täglichen Leben: Vielseitige Anwendungen in öffentlichen Räumen
Die Einsatzmöglichkeiten von Auracast scheinen nahezu grenzenlos zu sein. Beispielsweise könnte ein Kinosaal künftig problemlos sowohl die Originalfassung eines Films als auch die Synchronfassung gleichzeitig anbieten. Die Besucher könnten dann über Auracast einfach selbst entscheiden, welche Version sie direkt auf ihrem Audiogerät hören möchten. Auch auf Bahnhöfen könnte Auracast für große Verbesserungen sorgen: Reisende könnten sich einfach für den Audiostream ihrer gewünschten Zugverbindung anmelden und bekämen Durchsagen gezielt und störungsfrei direkt ins Ohr geliefert.
Wichtige Hinweise zum Kauf und zur Erprobung von Hörsystemen
Die moderne Technologie hat ihren Preis, und gesetzliche Krankenkassen übernehmen pro Hörgerät nur einen festgelegten Betrag von etwa 750 Euro. Hochtechnisierte Modelle kosten oft mehrere tausend Euro.
Deshalb sollten Hörgeräte vor dem Kauf intensiv getestet werden. Ein Testzeitraum von zwei bis vier Wochen ist empfehlenswert. Dabei sollte man nicht zu viele verschiedene Geräte ausprobieren, sondern lieber gezielt nach einem passenden Modell suchen und es dauerhaft tragen.
Am Ende der Anpassung ist eine sogenannte In-situ-Messung wichtig, um sicherzustellen, dass die Geräte optimal eingestellt sind und tatsächlich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Hightech im Taschenformat: So sind moderne Hörgeräte aufgebaut
Einheitliche Bauweise
Moderne Hörgeräte verfügen über einen sehr ähnlichen Aufbau, unabhängig davon, von welchem Hersteller sie stammen. Diese Standardisierung erleichtert Nutzern und Fachleuten gleichermaßen die Handhabung und Wartung der Geräte.
Schutz gegen Wasser und Schmutz: Robustheit im Alltag
Auch wenn die meisten Hörgeräte keine vollständige Wasserdichtigkeit besitzen, sind sie dennoch ausreichend gegen alltägliche Herausforderungen geschützt. Kleinere Mengen Wasser, wie zum Beispiel Regentropfen oder Spritzer beim Duschen, stellen in der Regel kein Problem für die empfindliche Technik dar. Ihre Kunststoffgehäuse sind meist wasser-, staub- und schweißresistent gestaltet. Zusätzlich gibt es rutschfeste Modelle, die speziell für den Einsatz bei sportlichen Aktivitäten entwickelt wurden und verhindern, dass die Geräte während der Bewegung verrutschen.
Optimale Klangaufnahme durch Mikrofone
Für den optimalen Empfang akustischer Signale sind moderne Hörgeräte mit einem oder mehreren Mikrofonen ausgestattet. Diese Mikrofone erfassen Sprache, Musik und Geräusche der Umgebung. Richtmikrofone spielen dabei eine besonders wichtige Rolle: Sie sorgen dafür, dass vor allem die Geräusche, auf die sich der Nutzer konzentrieren möchte – beispielsweise das Gespräch mit einer Person – klar und deutlich aufgenommen werden. Hintergrundgeräusche treten dabei entsprechend in den Hintergrund.
Intelligente Signalverarbeitung mit hochentwickelten Chips
Die von den Mikrofonen aufgenommenen elektrischen Signale gelangen in einen winzigen, aber extrem leistungsstarken Mikrochip. Dieser Chip verarbeitet die Signale intelligent und verstärkt sie individuell auf die spezifischen Bedürfnisse des Trägers abgestimmt. Dank dieser präzisen Anpassungen ermöglichen moderne Hörgeräte ein natürliches und angenehmes Hörerlebnis.
Lautsprecher für die direkte Klangübertragung
Nachdem die Signale durch den Mikrochip verarbeitet wurden, erfolgt die Wiedergabe der Klänge direkt durch den Lautsprecher. Dieser Lautsprecher leitet die aufbereiteten akustischen Signale unmittelbar in den Gehörgang weiter. Von dort werden die Klänge auf natürlichem Wege zum Innenohr transportiert und verarbeitet.
Energieversorgung durch Batterien oder Akkus
Ein wesentlicher Bestandteil jedes Hörgeräts ist die Energieversorgung. Traditionell werden hierfür kleine Batterien eingesetzt. In jüngster Zeit setzen Hersteller jedoch zunehmend auf wiederaufladbare Akkus, die den Nutzern zusätzlichen Komfort bieten und gleichzeitig umweltfreundlicher sind, da sie wiederverwendet werden können.
Nahtlose Konnektivität dank Bluetooth
Ein besonders nützliches Feature moderner Hörgeräte ist ihre Fähigkeit, sich mittels winziger integrierter Bluetooth-Antennen mit anderen Geräten zu verbinden. Dadurch ist es möglich, Telefongespräche, Musik oder andere Audiosignale direkt und ohne Umwege ins Hörgerät zu übertragen. Diese Bluetooth-Konnektivität erhöht deutlich den Komfort und erweitert die Nutzungsmöglichkeiten im Alltag.
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