• Jeder Dritte leidet unter Schwerhörigkeit

    Wie bitte? Sie werden sich vielleicht wundern, weil Ihnen die im Titel dieses Beitrags genanne Zahl sehr hoch vorkommt.
    Aber sie stimmt. Ich schreibe ja nicht, dass jeder Dritte schwerhörig ist. Vielmehr sage ich, dass jeder Dritte unter Schwerhörigkeit leidet und zwar unter der Schwerhörigkeit eines anderen.

    Denn mehr als ein Drittel der Bundesbürger kennt jemanden, der nicht gut hört und nichts dagegen unternimmt.
    Vor allem ältere Menschen kennen Betroffene in ihrem Umfeld mit einer Hörminderung, die nichts aktiv dagegen unternehmen.
    Gerade in der Altersgruppe über 50 Jahre liegt die Zahl bei 45 Prozent. Das besagt eine Studie von TNS Infratest. Befragt wurden 1.000 Personen auf Basis einer zufällig gezogenen Online-Stichprobe.

    Gut hören – ist das teuer?

    Von den betroffenen Personen mit einer Hörminderung führen 37 Prozent vermeintliche Kostengründe als Ursache dafür an, sich kein Hörgerät anpassen zu lassen. Dabei müsste das Geld gar nicht das Problem sein. Die Krankenkassen zahlen einen KostenZuschuss, der sogar ohne nennenswerte Zuzahlung die Anschaffung eines guten Hörgerätes ermöglicht.
    Aber mehr als ein Drittel der Befragten vermutet, dass sie von ihrer Krankenkasse maximal 100 Euro für ein Hörgerät bekommen.
    Der Durchschnitt der Befragten geht allerdings von einem etwas höheren Festbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung von 266 Euro aus.
    Dabei liegt der Festbetrag in Wirklichkeit wesentlich höher – naämlich aktuell (2018) bei 700-850 €.

    Infografik / „Wie bitte? Ich höre doch nicht schlecht!“ / Hörgeminderte Menschen sind häufig schlecht informiert – und verzichten auf Lebensqualität“

    Ich höre schlecht – na und?

    Neun von zehn Personen haben sogar schon einmal die Betroffenen auf ihre Hörminderung angesprochen.
    42% sind sogar regelrecht „genervt“, wenn der Gesprächspartner wegen seines schlechteren Gehörs ständig nachfragen muss.

    27 Prozent der Befragten haben von einer schwerhörigen Person schon das Argument gehört, dass es zu peinlich sei, ein Hörgerät zu tragen.
    28 Prozent sind besorgt, dass ein Hörgerät auffallen könnte oder unschön aussieht. Dabei sind viele Zweifel unbegründet.

    Hörgeräte sind heutzutage optisch klein und unauffällig. Die digitale Technik ist ausgefeilt und vor allem auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtet. Die Befürchtung von immerhin 11 Prozent der Betroffenen, dass sie mit der vermeintlich komplizierten Technik nicht zurechtkommen könnten, ist deswegen unbegründet.

    Hörtests

    Stolze 38 Prozent aller Befragten haben noch nie einen Hörtest gemacht.
    Nur 7 Prozent von ihnen würden einen vorbeigenden Hörtest in Betracht ziehen.
    Dabei gibt jeder zweite Befragte an, der Hörsinn sei eine wichtige Voraussetzung für Unterhaltung, Vergnügen und Lebensfreude.
    Leider absolvieren nur etwas mehr als fünf Prozent der Bürger einen Hörtest, wenn sie von anderen auf ihre Hörschwäche angesprochen werden.

    Ganz besonders in der befragten Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren ist die Wichtigkeit des Hörsinns klar abzulesen, denn hier haben immerhin 54 Prozent einen Hörtest gemacht – mit gutem Grund. Denn seit Jahren steigt die Zahl der dauerhaft schwerhörigen Jugendlichen permanent an.
    Häufiges und zu lautes Musikhören über Kopfhörer, in Diskotheken und auf Live-Konzerten gefährdet junge Ohren.



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    Bild: obs/Bundesverband der Hörgeräte-Industrie e.V/BVHI

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