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Kein Hörgerät für AfD-Mann

Hörakustiker verweigert schwerhörigem AfD-Mann die Hörgeräteversorgung. So lautet die Quintessenz aus einer Netzmitteilung von Hadmut Danisch. Demnach habe ein Hörakustiker einen nach 15 Jahren abgewiesen, weil dieser vor 4-5 Jahren einen Prospekt der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) dabei gehabt hätte.

Herr Danisch schreibt:

Seit 15 Jahren ist ein Mann „Kunde in einem bestimmten Hörgeräteladen eines Hörgeräteherstellers.(…)
Nun brauchte er aus beruflichen Gründen ein neues, besonderes Hörgerät. (…) Deshalb wurde er direkt an den Chef (der Filiale) vermittelt, um das auszuprobieren und anzupassen. (…) Der aber schrieb ihm:

„Nach Rücksprache und reiflicher Überlegung, nehmen wir Abstand von der Hörgeräteausprobe. Ich bitte Sie dies zu akzeptieren und nicht weiter zu hinterfragen.”

Der Mann fragte nach und erhielt diese Antwort:

Er habe im Jahr 2014 (!) bei einem Besuch (…) einmal AfD-Werbung bei sich gehabt.
Man habe geforscht, und im Internet eine AfD-aktive Person gleichen Namens gefunden. Deshalb wolle man ihn nicht mehr versorgen.

Liest sich exakt wie die Mitteilungen der Läden der dreißiger Jahre an jüdische Kunden, dass man sie nicht mehr bedienen wolle.

Die Frage, wie das datenschutzrechtlich zu rechtfertigen sein sollte, dass diese Firma sich das offenbar von dem Kunden notiert hatte, dass er 2014 einmal AfD-Material bei sich hatte, was übrigens besonders geschützte Daten sind, wurde nicht erörtert.

Wenn schon Privatfirmen anfangen, Kundendossiers zu erstellen, brauchen wir uns über die Googles und Facebooks auch nicht mehr aufzuregen.

Soweit mal die auszugsweise Wiedergabe des Sachverhalts, wie er unter dieser Webadresse hier behauptet wird.

hoergeraete-info.net ist eine neutrale und unabhängige Plattform. Das gebietet es uns auch, in politischen, wie religiösen Fragen neutral zu bleiben- Politik ist auch nicht das Thema unserer Plattform über Hörgeräte.

Aber es geht nun einmal um Hörgeräte, deshalb nehmen wir uns auch dieser abstrusen Meldung an.

Wir kennen diesen speziellen Fall nicht und können deshalb weder behaupten, dass es sich so zugetragen hat, noch können wir sagen, dass der Bericht erfunden ist.
Tatsächlich kennen wir aber gefühlte Millionen von Hörakustikern. Deshalb erlauben wir uns eine grundsätzliche Stellungnahme und Einschätzung.

Hörakustiker sind Glied in der Kette der medizinischen Versorgung. Die Abgabe von Hörgeräten ist im Medizinproduktegesetz streng geregelt. Hinzu kommen Bestimmungen der Gewerbeordnung, die Aufsicht der Handwerkskammer und eine Qualitäts- und Wissensrevision alle zwei Jahre. Die Meisterbetriebe arbeiten eng mit den Krankenkassen und HNO-Ärzten zusammen. Ihre Aufgabe ist es, schwerhörige Menschen mit geeigneten Hörgeräten zu versorgen und diese Apparate zu warten und zu reparieren.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass Hörakustiker aber freie Handwerksmeister sind, die nicht verpflichtet sind, jedem ihre Dienstleistungen und Waren anzubieten. Es steht dem Hörakustiker grundsätzlich frei, auch Kunden abzulehnen.

Hörakustiker erheben die Daten von ihren Kunden, die zur Abwicklung der Hörgeräteanpassung notwendig sind. Das sind Name, Adresse, Kontaktdaten und die medizinischen Befunde sowie audiometrischen Werte. Darüberhinaus kann der Akustiker in Freifeldern auch Anmerkungen zum Kunden notieren, beispielsweise „Nicht vormittags anrufen“ oder „Ohrexzem rechts“ oder meinetwegen auch „möchte unbedingt immer einen Espresso vorab“.

Mir ist kein einziger Hörakustiker bekannt, der hier etwas über die religiösen oder politischen Ansichten seiner Kunden notiert. Wozu auch?
In erster Linie ist der Hörakustiker an zufriedenen Kunden und in zweiter Linie am Umsatz interessiert. Er macht seine Arbeit ja nicht aus caritativen Zwecken, sondern um Geld zu verdienen.

Ob ein Kunde nun Jude, Muslim, Christ, Hindu oder sonstwas ist, spielt für einen Hörakustiker überhaupt keine Rolle.
Ebensowenig ist es bedeutsam für ihn, ob der Kunde offen für die CDU, FDP, die SPD oder die Grünen oder eben die Linke oder AfD eintritt.

Solange der Kunde im Geschäft des Hörakustikers an der Entgegennahme von Dienstleistungen und Waren oder Beratungen interessiert ist, kann er auch Teufelsanbeter oder Anhänger der Pastafaris sein.

Diese Toleranz eines jeden Geschäftsmannes endet aber dann, wenn aus der Eigenschaft oder Überzeugung einer Person ein aktives Zurschaustellen oder Missionieren wird.
Es gibt beispielsweise auch Menschen, ich denke da an so manchen Reichsbürger, die sind an einer reibungslosen Abwicklung überhaupt nicht interessiert, sondern möchten sich, ihre Überzeugung oder eine vermeintliche Schlechterstellung möglichst oft und möglichst überall thematisieren.

Wie ich oben sagte, wir kennen diesen aktuellen Fall nicht. Wir behaupten auch nicht, dass diese Schilderung – wie einst Herr Ulfkottes aufs Schweinefleisch spuckende1 muslimische Frauen – frei erfunden ist.

Aber Geschichten, die mit „Wie ich hörte“ oder „wie erzählt wurde“ usw. beginnen, entbehren ja immer konkreter Quellen.
Leider ist an der Danisch-Geschichte so wenig dran, dass nicht einmal Ross und Reiter, also der Name der betreffenden Akustikkette und der Ort genannt wurden.
Wir hätten das gerne nachrecherchiert und mit dem betreffenden Akustiker gesprochen.

Denn eins ist klar: Allein, weil jemand zufälligerweise einen AfD-Prospekt dabei hat, wird er nicht aus einem Hörakustikergeschäft geworfen, das kann ich persönlich nicht glauben.
Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass Hörakustiker ihren Kunden im Natz nachschnüffeln, um zu überprüfen, welcher Gesinnung sie sind.

Was ich mir aber vorstellen kann, und das habe ich auch selbst schon gemacht, dass jemand im Netz mal nachschaut, wenn sich jemand ihm gegenüber besonders auffällig (egal in welcher Weise) verhalten hat. Und das darf man ja, warum auch nicht?

Immerhin hat auch Alexander Gauland von der AfD ein Hörgerät. Und das muss ihm ja auch jemand angepasst und verkauft haben.

Und Herr Gauland muss nicht einmal einen AfD-Prospekt mit in das Hörgeschäft nehmen, damit man weiß, woher der Wind weht.

1 Die taz kommt zu dem Schluss, Ulfkotte erzähle vor allem Geschichten:

Vor allem aber erzählt Ulfkotte seinen Zuhörern Geschichten. Es sind Geschichten aus dem täglichen Leben, die man beim nächsten Geburtstagskaffee weitererzählen kann. Dutzende davon hat er auf Lager. Viele Banken nähmen „die Sparschweine flächendeckend aus dem Sortiment“, berichtet Ulfkotte. Aus „vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Islam“. Metzger kämen zu ihm und erzählten, dass ihnen Muslime freitags im Laden aufs Schweinefleisch spuckten.“ Was er erzähle, sei korrekt und überprüfbar, versichert Ulfkotte: „Sonst wäre das Volksverhetzung.“

Einige Damen halten sich entsetzt die Hand vor den Mund, andere schütteln den Kopf. Sparschwein, Schnitzel, Kreuz – alles bedroht! Nun ist es belegt.

Andere können kaum fassen, dass ein früherer FAZ-Redakteur mit solchen Geschichten auf Tour ist. „Wer spuckt aufs Schweinefleisch?“ Der Sprecher des Deutschen Fleischerverbands muss lachen. „Diese Geschichte höre ich zum allerersten Mal! Ich bin sicher, dass wir davon erfahren würden, wenn dem so wäre.“ Wie solle das überhaupt klappen: Zwischen Fleisch und Kunden sei doch eine Glasscheibe.

Auch der Sprecher des Sparkassenverbandes weiß nichts von einem Trend weg vom Sparschwein. „Die Kunden sollen die Sparschweine doch nicht essen“, sagt er verwundert, „die sollen da ihr Geld reinstecken!“

Quelle

Foto: hoergeraete-info.net



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