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Bewiesen: Senioren bauen nicht mehr Unfälle als…

Ältere Autofahrer haben kein höheres Unfallrisiko

Immer wieder liest man in den Zeitungen, dass Senioren Verkehrsunfälle verursacht haben.

„87jähriger verwechselte Gas und Bremse“

„Rentnerin (77) fuhr in Schaufenster“

„Opa übersah Schranke im Parkhaus“

Beim Lesen oder Hören solcher Nachrichten denken viele: „Ja, die Alten sollten besser gar nicht mehr Auto fahren. Die haben’s nicht mehr drauf.“

Und auf den ersten Blick erscheint diese Theorie auch logisch.

Im Alter lassen die Sinnesleistungen nach. Die Senioren hören schlechter, sehen schlechter, reagieren langsamer, sind weniger beweglich und oft auch von der Fülle moderner Technik überfordert.

Doch all diesen Einschränkungen können ältere Menschen durchaus einiges entgegensetzen.
Gegen schlechtes Hören helfen moderne Hörgeräte vom Hörakustiker.
Schlechtes Sehen beim Autofahren begegnet man am sinnvollsten mit einer auf das Fahren abgestimmten Autobrille.
Langsamere Reaktionszeiten können durch Teilnahme an Seniorentrainings kompensiert werden.
Eine eingeschränkte Beweglichkeit kann durch Mobilitätstraining und andere Maßnahmen ausgeglichen werden.

Alles in allem verfügen die älteren Verkehrsteilnehmer aber über eine meist jahrzehntelange Verkehrserfahrung.
Außerdem fallen sie durch eine defensive und vorausschauende Fahrweise auf, die insgesamt sehr positiv zu bewerten ist.

Desweiteren muss einfach von allen anderen Verkehrsteilnehmern mehr Rücksichtsnahme und Aufmerksamkeit, wie auch Toleranz gefordert werden, wenn sie im Verkehr auf ältere Fahrerinnen und Fahrer treffen.
Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Und wenn wir schon zugeben, dass ältere Autofahrer diverse (durchaus teilweise ausgleichbare) Defizite aufweisen, müssen sich alle anderen hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit dieser „Kette“ nach den schwächsten Gliedern richten und das sind die Senioren und vor allem die Fahranfänger.

Ich persönlich plädiere dafür, dass Senioren am einem gewissen Alter von ihrem Hausarzt auf absolut freiwilliger Basis und vollkommen von den Krankenkassen bezahlt, auf ihre Verkehrstüchtigkeit hin untersucht werden können. Es geht hierbei überhaupt nicht darum, Menschen ihren Führerschein wegzunehmen oder abzusprechen.
Vielmehr ist vielen Senioren gar nicht bewußt, wo ihre Defizite liegen.
Der Arzt kann dann beispielsweise eine geeignete Brille, ein Hörgerät oder andere Möglichkeiten vorschlagen.
Es geht letztlich also darum, die Senioren zu sensibilisieren.

Eine verpflichtende Teilnahme finde ich unnötig. Da fände ich es wichtiger, und das wäre eine schöne Zusatzeinnnahme für die Fahrschulen, wenn ALLE Verkehrsteilnehmer wenigstens alle 5 Jahre eine ein- bis zweistündige Nachschulung bekommen würden, um auf den neusten Stand der Verkehrsregeln gebracht zu werden. Es wissen ja beispielsweise immer noch nicht alle, wie man sich in einem Kreisverkehr verhält oder was zu tun ist, wenn vor einem ein Schulbus mit eingeschalteten Warnblinkern anhält.

Das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit spricht sich ebenfalls gegen verpflichtende Kontrolluntersuchungen für Senioren aus.

Nikolaus Paumgartten schreibt in der Tiroler Tageszeitung:

Es geht um die Frage, ob Senioren ein höheres Unfallrisiko haben. Beim (österreichischen) Autofahrerclub ÖAMTC beantwortet man das mit einem „Nein“.
Im Gegenteil: So würden Autofahrer im höheren Alter mehr Erfahrung und weniger Risikofreude mitbringen. Sie würden zudem ihre Belastungsgrenzen gut kennen und lange Fahrzeiten sowie Fahrten bei Schlechtwetter und widrigen Straßenverhältnissen vermeiden.Obwohl in den vergangenen Jahren die Unfallzahlen der Senioren aufgrund der demografischen Entwicklung in der Gesellschaft leicht zugenommen haben, kommt man zum Schluss, dass ältere Verkehrsteilnehmer nicht unfallanfälliger sind.
Autofahrer zwischen 27 und 80 Jahren haben in etwa das gleiche Unfallrisiko.

Die Altersgruppe bis 27 Jahre hingegen sei aufgrund von Ablenkung, Fahrten unter Alkoholeinfluss und dem Spaß an der Geschwindigkeit deutlich gefährdeter.

Allerdings steigt auch am anderen Ende der Altersstatistik – bei Lenkern über 80 Jahren – das Unfallrisiko.

Regelmäßigen, verpflichtenden gesundheitlichen Kontrolluntersuchungen ab einem bestimmten Alter, wie es sie in einigen Staaten der EU gibt, kann man wenig abgewinnen.
Die Sinnhaftigkeit (solcher Untersuchungen) ist zweifelhaft und wissenschaftlich nicht belegt.



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