• Bares für Rares – Nicht bei Hörgeräten

    Bares für Rares ist eine Antik- und Trödelsendung mit Horst Lichter. Hunderttausende schauen regelmäßig zu, wenn Leute ihre Raritäten oder vermeintlichen Schätze einem Experten und Horst Lichter vorstellen. Der Experte begutachtet das Mitgebrachte und legt einen Wert fest. Danach dürfen die Gäste ihr Schätzchen einem Team aus erfahrenen Antik- und Trödelhändlern vorstellen. Diese bieten dann mehr oder weniger viel Geld für den Gegenstand. Manch ein Gast geht mit einem vollen Geldbeutel nach Hause. Doch viele müssen auch enttäuscht mit wenig Geld wieder abreisen oder gar das Mitgebrachte wieder mit nach Hause nehmen.

    Grund für die Enttäuschung sind oft übersteigerte Erwartungen und kapitale Fehleinschätzungen des Werts. Oft genug resultieren die falschen Wertvorstellungen aus eigenen Recherchen im Internet. Es gehört eben zu einer Preisermittlung im Internet auch Sachverstand und nicht nur Google.

    Mit alten Hörgeräten ist kein Geld zu machen

    Ganz ähnlich ist das auch bei Hörgeräten.
    So manch einer besitzt nicht mehr benötigte Hörgeräte. Sei es, dass er selbst inzwischen neue bekommen hat, oder dass ein verwandter Hörgeräteträger verstorben ist.
    Immer schwingen was Wissen und die Vorstellung mit, dass diese Hörsysteme ehemals sehr teuer waren.
    Und damit verbindet sich natürlich verständlicherweise die Hoffnung, man können diese teuren Geräte nun auch wieder gewinnbringend oder doch zumindest zu einem ordentlichen Preis an den Mann oder die Frau bringen.

    Die Enttäuschung ist bei den Verkäufern immer groß

    Ganz regelmäßig werden die Anbieter von gebrauchten Hörgeräten im Netz sehr enttäuscht.
    Denn auf die meisten Auktionen oder Kleinanzeigen meldet sich überhaupt niemand.

    So kommt es, dass die Verkäufer, die zuerst 2.900 Euro für zwei Hörgeräte haben wollten, letztlich die Geräte zu Schleuderpreisen anbieten, und dann meist trotzdem nicht los werden.

    Das ist deshalb so, weil kaum jemand gebrauchte Hörgeräte haben will.

    Bei alten Hörgeräten ist die Hygiene fraglich

    Einmal spielt der hygienische Aspekt eine Rolle.
    Hörgeräte werden jahrelang am und teilweise im Körper getragen. Dabei setzen sich selbst bei sorgfältigster Pflege Hautschuppen, Schweiß und Ohrenschmalz an den Geräten ab.

    Hiervor scheuen viele Menschen schon zurück. Das gilt umso mehr, wenn der Anbieter die gebrauchten Geräte auch noch dick mit Ohrenschmalz behaftet fotografiert.

    Altgeräte sind oft technisch überholt

    Hörgeräte unterliegen überdies einer ständigen Weiterentwicklung.
    Wer heute ein Gerät kauf, das 18 Monate alt ist, bekommt schon ein Gerät, das nicht mehr unbedingt dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Und das macht einen gewaltigen Unterschied aus.
    Wie soll das dann erst mit Geräten sein, die 3, 5 oder gar 10 Jahre alt sind. Für diese gibt es manchmal nicht einmal mehr Ersatzteile.

    Gebrauchte Hörgeräte helfen nicht

    Außerdem sind Hörgeräte immer ganz exakt auf die Bedürfnisse des ehemaligen Trägers eingestellt. Ein anderer kann so wie sie sind, damit gar nichts anfangen. Zuerst einmal müsste man mit diesen gebrauchten Altgeräten zu einem Hörakustikerfachgeschäft, um die Geräte einstellen zu lassen. Das wird auch nicht umsonst gemacht.

    Gebrauchte Hörgeräte oft kurz vor kaputt

    Ja und dann weiß der Käufer auch nichts über das Vorleben der Geräte.
    Hörgeräte sind hochempfindliche Gesundheitsprodukte, die nur eine begrenzte Lebensdauer haben.
    Sie können in der Zeit der Erstbenutzung schon alles mögliche erlebt haben.
    Die Gefahr, dass sie nur scheinbar funktionieren und dann schnell den Geist aufgeben, ist sehr groß.

    Kostenlose Neugeräte von der Krankenkasse

    Auch der Gedanke, man könne mit den gebrauchten Geräten armen Menschen einen Gefallen tun, führt in die Irre.
    Die Krankenkassen bezahlen neue Geräte voll und ganz. Diese kostenlosen Geräte sind zwar nicht so gut ausgestattet, wie teure High-End-Geräte, aber sie sind vollkommen ausreichend.
    Weshalb sollte jemand auf ein kostenloses Neugerät in hygienisch einwandfreiem Zustand mit Garantie und Service verzichten, um sich ein Altgerät unbekannter Herkunft ins Ohr zu stecken.



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    Enttäuschung auf beiden Seiten

    Die Verkäufer sind oft frustriert, weil sie den erhofften hohen Preis für die vermeintlich hochwertigen Geräte nicht erzielen können.
    Die Käufer erleben ihre große Enttäuschung dann, wenn die Geräte nicht gut funktionieren, sie mit Einstellungs- und Reparaturkosten belastet werden und wenn die Gebrauchtgerät gar nicht mehr repariert werden können.

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