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Auch junge Menschen sind schwerhörig

Denkt man an Schwerhörigkeit, denkt man vor allem an alte Männer mit Hörgeräten. Nur diese scheinen auf den ersten Blick von Schwerhörigkeit betroffen zu sein.
Dabei ist dieses Bild völlig falsch.

Natürlich sind auch Frauen betroffen, nur tragen sie oft Frisuren, die die Hörgeräte besser verdecken.
Und völlig richtig ist es auch, dass vorwiegend alte Menschen von einer Schwerhörigkeit betroffen sind.

Es ist aber falsch, zu glauben, das sei ausschließlich ein Problem der älteren Generation.

Zum einen gibt es sehr viele Kinder, die mit einem Hörproblem zu tun haben, zum anderen melden sich auch zunehmend junge Menschen bei den HNO-Ärzten und Hörakustikern.
Bei Kindern kann die Schwerhörigkeit schon von Geburt an gegeben sein, Jugendlich entwickeln die Schwerhörigkeit oft nach einer Erkrankung oder nach Dauerbeschallung mit zu lauter Musik.
Auch Menschen, die im Berufsleben an lauten Maschinen oder in geräuschvoller Umgebung arbeiten, schaden oft ihrem Gehör.

Zahlreiche Krankheiten, Stress, Medikamente und plötzliche laute Geräusche können ebenfalls zu Hörstörungen führen.
Manchmal sind diese Hörstörungen nur vorübergehend.

Wir müssen aber grundsätzlich wissen, dass unser Ohr den Schall wie ein Trichter aufnimmt und über den Gehörgang an das Trommelfell weiterleitet.
Dieses gerät durch den Schall in Schwingungen und gibt diese an einen der Gehörknochen hinter dem Trommelfell weiter.
Dort wird dann eine Flüssigkeit in der Gehörschnecke angeregt. In der Gehörschnecke sitzen feinste Härchen, die Hörsinneszellen.
Diese werden bewegt und unser Gehirn erzeugt aus diesen Informationen dann das, was wir hören.

Werden aber diese feinsten Sinneszellen geschädigt, nimmt das Hörvermögen ab. Glücklicherweise haben wir genug von diesen Sinneszellen, um auch lange Zeit gut hören zu können, obwohl schon etliche geschädigt sind.
Da wir aber nicht mehr in der Urzeit leben, sondern ein langes Leben genießen dürfen, reicht der Vorrat an Sinneszellen -vereinfacht gesagt- nicht aus. Viele Schallereignisse, denen wir im Laufe eines Lebens ausgesetzt sind, zerstören immer mehr Sinneszellen, bis dann im Alter eine Schwerhörigkeit eintritt.

Setzen wir uns jetzt aber großem Schall aus oder kommen Krankheiten hinzu, kann der Zeitpunkt an dem die Schwerhörigkeit eintritt eben viel früher sein.

Für junge Menschen gilt daher, dass sie ihr Gehör schützen sollten und auf überlaute Musik besser verzichten sollten.
Für alle Menschen gilt, dass sie am besten einmal jährlich zum Hörakustiker gehen, um einen unverbindlichen und kostenlosen Hörtest zu machen.
So kann schon frühzeitig gegengesteuert werden. Manchmal genügt ein Hörtraining oder das vorübergehende Tragen eines Hörgeräts.

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