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Was ist ein Knalltrauma?

Bilder von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Plötzlicher Lärm kann ein Knalltrauma auslösen. Typische Symptome sind Ohrgeräusche und Hörverlust. Mehr zu Diagnose und Therapie sowie weiteren Formen des akustischen Traumas

Definition und Ursachen des Knalltraumas

Zu einem Knalltrauma kommt es, wenn plötzlich und kurz ein hoher Schalldruck (über 135 dB(A) besteht und es dadurch zu einer Schädigung des Innenohrs kommt. Typische Beispiele hierfür sind ein platzender Autoreifen, Silvesterböller, die Auslösung von Airbags oder ein Schuss aus einer Feuerwaffe.

Das Knalltrauma zählt zu den akustischen Traumata. Je nach Dauer, Begleitumständen und Intensität des Lärms werden verschiedene Formen des akustischen Traumas unterschieden. Nähere Informationen finden Sie unter Einteilung der akustischen Traumata weiter unten im Text.

Hintergrundinformation: Wie funktioniert unser Gehör?

Schallwellen, die auf das Ohr treffen, bringen das Trommelfell in Schwingungen. Die Schwingungen werden über die Gehörknöchelchen im Mittelohr (Hammer, Amboss, Steigbügel) zum Innenohr, der Hörschnecke (Cochlea), geleitet. Im Inneren der Hörschnecke gerät eine Membran (die Basilarmembran) in Schwingungen. Auf der Basilarmembran sitzt das Hörorgan (Corti-Organ) mit Haarzellen. Diese Haarzellen wandeln die Schwingungen in bioelektrische Energie um. Sie wird über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet. Es gibt die inneren Haarzellen, die die Sinnesinformation selbst übermitteln und die äußeren, die sie verstärken oder dämpfen.

Wie kann Lärm das Gehör schädigen?

Lärm schädigt vor allem das Innenohr. Es kommt zu einer Überlastung der Haarzellen, die letztlich zu einer Störung ihrer Funktion führt. Betroffen sind zunächst vorwiegend die äußeren Haarzellen, also die, die die eigentlichen Sinnesreize modulieren können.

Sehr großer Lärm (über 135 dB(A), lauter als ein Düsenjet) kann das Ohr zusätzlich mechanisch beschädigen. Es entstehen zum Beispiel Risse an der Basilarmembran oder die äußeren Haarzellen werden zerstört.

Die Einteilung der akustischen Traumata:

  1. Knalltrauma
  2. Explosionstrauma
  3. Akutes Lärmtrauma
  4. Akustischer Unfall
  5. Chronische Lärmschädigung

Symptome eines akustischen Traumas

Typisches Symptom eines akustischen Traumas ist ein akuter Hörverlust (sogenanntes Vertäubungsgefühl) nach einer Lärmexposition. Je nach Auslöser sind eines oder beide Ohren betroffen. Häufig tritt begleitend ein hochfrequentes Ohrgeräusch – ein Tinnitus – auf.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

In der Gehörprüfung (Audiometrie) stellt der Arzt eine Innenohrschwerhörigkeit im Hochton-Bereich fest, also vorwiegend im Bereich um 4000 Hertz (sogenannte C5-Senke).

Weil die schallmodulierende Funktion der äußeren Haarzellen wegfällt, kommt es einerseits zu einer Hörminderung bei leisen Signalen, andererseits zu einer sehr lauten und unbehaglichen Wahrnehmung von lautem Schall. Man spricht auch von „Recruitment“ oder Lautheitsausgleich, der ebenfalls ein Kennzeichen einer Innenohrschwerhörigkeit ist.

Therapie des Knalltraumas

Die Therapie des Knalltraumas besteht aus der Gabe von Kortikosteroiden (anfangs zumeist in Gestalt einer intravenösen Kurzinfusion). Je schneller die Therapie eingeleitet wird um so besser sind die Heilungschancen. Kortikosteroide können auch durch eine Injektion in das Mittelohr verabreicht werden. Die Prognose ist zumeist gut.

Spätfolgen des Knalltraumas

Auch wenn die Prognose gut ist und Infusionen bzw. die Gabe von Kortikosteroiden sehr hilfreich ist, können Lärmereignisse in der Summe eine Schwerhörigkeit begünstigen. Je häufiger die Ohren mit zu starker Lautstärke beschallt werden, umso mehr Haarsinneszellen im Innenohr gehen kaputt. Davon haben Menschen reichlich, jedoch ist der Vorrat irgendwann aufgebraucht, um es vereinfacht zu sagen. Dann können die Haarsinneszellen bestimmte Frequenzen nicht mehr umwandeln. Es entsteht eine Schwerhörigkeit.

Lesen Sie auch: LEXIKON Knalltrauma

Quelle: Apotheken-Umschau

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(si)





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