• Sie müssen da unbedingt was machen

    Hörakustikermeister Jens Seiboldt sitzt in seiner Werkstatt und arbeitet an einer Otoplastik. Seine Gesellin Bettina räumt das Schaufenster auf.
    Eine Kundin betritt den Laden. Es ist die 43-jährige Roswitha Bauer, die vor 3 Wochen ihre ersten Hörgeräte bekommen hat.
    Sofort steuert sie auf die Gesellin zu:

    „Sie, sie müssen da was machen, so kann es nicht weitergehen, ich habe einen Stall voll Geld für diese Dinger ausgegeben und bin sowas von unzufrieden, aber sowas von, und ich denke, dass es an der Zeit ist, dass Sie zu Ihrer Verantwortung stehen und mir für mein sauer verdientes Geld endlich auch eine adäquate Gegenleistung liefern, diese Geräte kann ich so nicht gebrauchen und jetzt ist es wohl an der Zeit, dass Sie sich etwas ins Zeug legen…“

    Bettina: „Ich glaube, ich hol mal besser den Chef.“

    Chef: Ah, guten Morgen, Frau Bauer.“

    Roswitha: „Hat Ihre Kollegin Ihnen erzählt, um was es geht?“

    Chef: „Nein.“

    Roswitha: „Ja sowas aber auch, da komme ich extra hierher und erkläre Ihrer Kollegin lang und breit meine Problematik und dann ist die Dame so inkompetent, dass sie nicht einmal in der Lage ist a) die Kernprobleme zu erfassen, und b) diese dann einer kompetenteren Person auch zu vermitteln, das ist ja beschämend, wo bin ich hier überhaupt gelandet, ich sollte wirklich mal darüber nachdenken, ob ich nicht den Betrieb wechsele, so gehts ja nicht.“

    Chef: „Wie kann ich Ihnen denn helfen?“

    Roswitha: „Hörgeräte? Was denn sonst?“

    Chef: „Ja, und was ist damit?“

    Roswitha: „Die gehen nicht! Ist das so schwer zu verstehen?“

    Chef: „Okay, ist doch kein Problem, dann schauen wir uns das mal an. Bitte kommen Sie mit!“

    Roswitha: „Na, das wird aber auch Zeit, dass sich endlich mal jemand um das Kernproblem kümmert. Erst dieses lange Hin und Her und ich vertrödele hier meine Zeit.“

    Im Hörstudio, der Chef: „Was ist denn mit den Hörsystemen nicht in Ordnung?“

    Roswitha: „Die sind komisch.“

    Chef: „Ja? Und was genau meinen Sie damit?“

    Roswitha: „Hab ich Ihren Beruf gelernt, oder was? Das müssen Sie doch beurteilen können.“

    Chef: „Ja, aber mit den Angaben, dass die komisch sind, kann ich keine Diagnose stellen. Was ist denn komisch? Verstehen Sie Stimmen schlecht? Sind sie zu laut, zu dumpf oder haben die Hörgeräte Störungen?“

    Roswitha: „Ja genau!“

    Chef: „Was denn jetzt?“

    Roswitha: „So, wie Sie es gesagt haben.“

    Chef: „Aha, dann lese ich mal die Daten aus und schaue mir das am Rechner mal an.“

    Roswitha: „Jetzt höre ich gar nichts mehr!“

    Chef: „Das ist normal ich habe gerade die Verbindung zum Computer aufgebaut. Jetzt geht’s wieder, oder?“

    Roswitha: „Wunderbar! Ja, so wollte ich das haben. Endlich mal jemand, der sich meines Problems angenommen hat. Genau so soll das funktionieren. So, wie die jetzt sind, so muss es sein. “

    Chef: „Aber ich habe doch noch gar nicht…“

    Roswitha, steht auf, schüttelt dem Chef die Hand und drückt ihm eine 1-Euro-Münze in die Hand: „Soviel Einsatz muß belohnt werden.“

    Und dann ist sie auch schon wieder zur Tür raus.



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    Bild: RyanMcGuire / Pixabay

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