• Senioren: Sicher im Verkehr unterwegs

    Wie oft lesen wir, dass ein über 80-jähriger Mensch in einen Unfall verwickelt war?
    Immer wieder stehen solche Meldungen in der Tageszeitung. Schnell kommt da der Gedanke auf, dass ältere Menschen nicht besonders verkehrstauglich sind.

    Verursachen Senioren mehr Unfälle?

    Dabei ist das nicht einmal die halbe Wahrheit, sondern nur ein klitzekleines Quäntchen Wahrheit.
    Tatsächlich verursachen männliche Fahranfänger bis etwa zu einem Alter von 35 Jahren weitaus mehr Unfälle.

    Die Senioren sind dabei keine Randgruppe, sondern ihr Anteil an der Bevölkerung wächst und jetzt stehen die Jahrgänge der Babyboomerjahre (1958-1966) kurz davor, ins Seniorenalter vorzurücken.

    Verkehrsexperten bescheinigen den älteren Autofahrern einen besonnenen Umgang mit ihrem Fahrzeug, eine defensive Fahrweise und eine geringe Beteiligung an Unfällen.

    Die körperlichen Fähigkeiten lassen nach

    Aber dennoch: Wir alle wissen, dass im Alter die körperlichen Fähigkeiten nachlassen. Damit wird niemandem etwas Schlimmes unterstellt, das ist einfach der Gang unseres Lebens. Ältere Menschen haben nicht mehr die Reaktionsfähigkeit, wie Jüngere. Sie können sich nicht mehr so gut und flink bewegen. Die Augen lassen nach und in den allermeisten Fällen läßt auch das Gehör zu wünschen übrig.
    Hinzu kommt, dass Ältere oft von den vielen Fahrerassistenzsystemen überfordert sind und sich auch zunehmend dem wachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen fühlen.

    Vieles davon machen die Senioren durch eine jahrzehntelange Fahrpraxis wett. Verstärkt wählen ältere Menschen Autos mit einer erhöhten Sitzposition, was ihnen einen besseren Überblick verschafft. Moderne Autos sind dank Unterstützungssystemen auch leichter zu lenken und zu schalten, als frühere Modelle.

    Unser Rat: Lassen Sie sich durchchecken

    Wir raten jedem Verkehrsteilnehmer über 65 einmal zum Arzt zu gehen.
    Lassen Sie sich dort durchchecken und besprechen Sie mit dem Arzt Ihre Verkehrstauglichkeit. Sie müssen keine Angst haben, dass Ihr Führerschein in Gefahr ist!

    Es geht nur darum, Einschränkungen, die Sie selbst vielleicht noch gar nicht bemerkt haben, festzustellen.
    Dann kann man nämlich etwas dagegen tun.

    Sehtest

    Ein Sehtest bei einem Augenarzt oder noch besser bei einem guten Augenoptiker sollte der nächste Schritt sein.
    Wenn Sie noch keine Brille haben, kann es sein, dass Sie zum Autofahren eine benötigen.
    Falls Sie schon eine Brille haben, kann überprüft werden, ob die Sehstärke noch stimmt.

    Hörtest

    Der nächste Weg sollte Sie zu einem HNO-Arzt oder noch besser zu einem Hörakustiker führen.
    Dort können Sie kostenlos, schnell und schmerzfrei Ihr Gehör überprüfen lassen.
    Vielleicht kann Ihnen ein Hörgerät den lange nicht bemerkten Hörverlust ausgleichen.

    Bewegung

    Ein bißchen seltsam mag Ihnen unser nächster Rat vorkommen.
    Aber wir empfehlen, dass Sie sich -wenn Sie nicht sportlich aktiv sind- einer Senioren-Sportgruppe anschließen.
    Leistungssport ist nur was für die Hartgesottenen unter den Senioren, die beachtliche Leistungen vollbringen.
    Aber darum geht es für den Durchschnittsbürger gar nicht. Es geht um ein bißchen Bewegung.
    Nur ein ganz kleines bißchen. Ein paar Bälle rollen, etwas Drehen, Dehnen und die Gelenke wieder gangbar machen.
    Da gibt es für jede Altersgruppe -und auch wenn Sie krank und eingeschränkt sind- entsprechende Angebote.

    Erreichen Sie die 4 großen Ziele

    Wenn sie unseren Ratschlägen folgen, erreichen Sie 4 wichtige Ziele:

    1. Durch den Besuch beim Arzt wird sichergestellt, dass Sie noch lange fahrtüchtig bleiben. Er kann Ihnen bei Bedarf Maßnahmen und Medikamente verschreiben, die Sie wieder fit machen.
    2. Der Augenarzt oder Optiker sorgt dafür, dass Sie den klaren Durchblick behalten. Es muss nicht sein, dass Sie nachts schlecht sehen oder sich anstrengen müssen, um Schilder abzulesen.
    3. Der HNO-Arzt oder Hörakustiker verschafft Ihnen wieder ein gutes Gehör. Es ist so wichtig, dass Sie beim Autofahren auch wirklich alles hören können. Vielleicht hilft Ihnen ein Hörgerät da ein ordentliches Stück weiter. Nebenbei verschafft gutes Hören und Verstehen auch ein gehöriges Plus an Lebensqualität.
    4. Durch ein bißchen Gymnastik oder Turnübungen erhalten Sie längst verloren geglaubte Bewegungsfähigkeit wieder zurück. Das Umdrehen im Auto, das Ein- und Aussteigen und vieles andere im Alltag wird Ihnen wieder leichter fallen. Und das alles ohne stundenlanges Training, nein, ein kleines bißchen Bewegung reicht völlig aus.

    Noch zwei wertvolle Tipps

    1.

    Jetzt mal ehrlich? Wie lange ist Ihre Führerscheinprüfung schon her? Haben Sie den Führerschein auch gemacht, als man nur 6-10 Fahrstunden benötigte?
    Sind Sie ganz sicher, alle Verkehrsregeln zu kennen? Ja?
    Was müssen Sie tun, wenn rechts am Straßenrand ein Schulbus mit eingeschalteten Warnblinkern steht?
    Muss beim Einfahren in einen Kreisverkehr geblinkt werden oder nicht?
    Haben Busse beim Losfahren von der Haltestelle Vorfahrt?

    Nein, wir trauen Ihnen zu, dass Sie die Verkehrsregeln gut beherrschen. Aber im Laufe der Jahrzehnte hat sich doch einiges geändert.
    Und manchmal kann man sich und andere in Lebensgefahr bringen, wenn man es genauso macht, wie man es damals in der Fahrschule gelernt hat.
    Nutzen Sie Angebote des ADAC und des TÜV und nehmen Sie an einem Seniorenfahrtraining teil! Das macht echt Spaß, ist abwechslungsreich und Sie werden unter Gleichgesinnten mal wieder „upgedatet“.

    2.

    Fahrerassistenzsysteme nehmen heutzutage den Autofahrern so manches ab. Werden diese Systeme richtig bedient und verstanden, dann erleichtern sie auch Ihnen den Umgang mit dem Vehikel. Aber was sind ESP, ABS, ECP und ASI eigentlich? Was machen solche Systeme und wie können Sie sie beeinflussen?
    Wie funktioniert die Rückfahrkamera? Können Sie am Navi den Spritverbrauch ablesen und alle Ziele finden?



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    Auch hierfür gibt es gute Angebote von TÜV und ADAC und den anderen Automobilverbänden und Firmen.
    Es kann aber auch nicht schaden, einen jungen Menschen um eine gründliche Erklärung zu bitten.
    Den Umgang mit diesem ganzen Zeug müssen Sie üben.
    Nutzen Sie das und tun Sie es.

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