• Interview: Für Hörgeräteträger lauern Gefahren

    Alon Lavi, Hörgeräteakustikermeister aus Mannheim, weist in diesen Tagen auf besondere Gefahren für Schwerhörige und Hörgeräteträger hin.
    Im Interview mit unserem Chefredakteur Peter Wilhelm erklärt der Hörakustiker worum es ihm geht:

    Alon Lavi: „In den Zeitungen lesen wir immer häufiger vom sogenannten Enkeltrick. Hierbei rufen Unbekannte bei Senioren an und geben vor, ein Verwandter in Geldnöten zu sein. Am Ende sind die alten Herrschaften ihr Geld los und es stellt sich immer heraus, dass es gar kein Verwandter war, der da angerufen hat.“

    Peter Wilhelm: „Und wie können Hörgeräte da, Ihrer Meinung nach helfen?“

    Lavi: „Nun, wir sind uns natürlich bewußt, dass die kriminellen die Arglosigkeit der Senioren ausnutzen. Aber wir haben gemeinsam mit unseren älteren Kunden herausgefunden, dass diese mit Hörgerät die Stimmen ihrer Verwandten am Telefon besser erkennen können. Es ist deshalb sicher nicht verkehrt, als älterer und vor allem alleinstehender Mensch, dafür Sorge zu tragen, dass die Hörgeräte immer optimal eingestellt sind.
    Wer noch gar kein Hörgerät hat und deutlich über 60 ist, sollte unbedingt kurzfristig einen Termin beim Hörakustiker machen.“

    Wilhelm: „Herr Lavi, welche Gefahren sehen Sie darüber hinaus?“

    Lavi: „Denken Sie bitte an den Straßenverkehr. Wer schlecht hört, nimmt Motorengeräusche und Warnsignale nicht richtig oder gar nicht wahr. Um heute im Verkehr mobil zu sein, sei es als Fußgänger oder mit dem Auto, ist es unerlässlich, gut zu hören. Hörgeräte können dabei helfen.“

    Wilhelm: „Sie sagen aber auch, dass sogar Personen, die Hörgeräte tragen, gefährdet sein können.“

    Lavi: „Ja, das ist richtig. Wer Hörgeräte trägt, legt diese über Nacht ab. Dann sind die Hörgeräteträger aber oft nicht mehr in der Lage ein Klingeln an der Tür oder das Signal eines Brandmelders zu hören. Auch Lautsprecherdurchsagen der Polizei oder Feuerwehr können nicht gehört werden.“

    Wilhelm: „Was können Betroffene denn tun, oder konkret: Welche Hilfen bieten Sie den Schwerhörigen und Hörgeräteträgern an?“

    Lavi: „Beginnen wir mit den Hörgeräteträgern. Für diejenigen Personen können wir als Hörakustiker zahlreiche Hilfsmittel empfehlen. Jeder kann kostenlos und unverbindlich zu uns kommen, und wir erklären ihm beispielsweise Wecker, die mit Licht oder Vibration wecken, Brandmelder, die mit Stroboskoplicht warnen und sinnvolles Zubehör für den Notfall.“

    Wilhelm: „Und die, die noch kein Hörgerät haben?“

    Lavi: „Aus meiner beruflichen Praxis weiß ich, wie schwer sich manche tun, zum Hörakustiker zu gehen. Aber genauso weiß ich, wie glücklich und zufrieden die Menschen sind, wenn sie dann ein Hörgerät tragen. Gutes Hören ist keine Nebensache, die selbstverständlich im Alter zurückgeht. Sondern gutes Hören und Verstehen sorgen mit dafür, dass man bis ins Alter fit bleibt und aktiv sein kann. Außerdem, das haben Studien gezeigt, beugt das Tragen von Hörgeräten einer Demenz unter Umständen deutlich vor. Alles gute Gründe, einfach mal beim Hörakustiker vorbeizuschauen.
    Wir sind in den Wochen bis Weihnachten auf einen stärkeren Andrang von Kunden bestens vorbereitet und können jedem nur empfehlen, seine Weihnachtseinkäufe oder den Besuch auf dem hier benachbarten Mannheimer Weihnachtsmarkt, zu einem kurzen Besuch bei uns zu nutzen.“

    Wilhelm: „Herr Lavi, wir danken Ihnen ganz herzlich für diese interessanten Tipps und Einblicke.“

    Alon Lavi ist Mitinhaber des inhabergeführten Hörgerätefachgeschäfts hören2 in Mannheim.
    Friedrichsplatz 6 (neben der Kunsthalle)
    68165 Mannheim



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    Telefon: 0621 43720340

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