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Ekzem im Ohr – Hörgerät möglich?

Eine junge Frau benötigt Hörgeräte. Sie sucht deshalb einen Hörakustiker auf, um sich passende Geräte auszusuchen. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn der Hörakustiker erkennt mit dem Otoskop, dass die Frau unter einem Gehörgangsekzem leidet. Diese schuppige bis nässende Dermatitis kann alle Körperregionen befallen, so auch das äußere und innere Ohr. Was kann für die junge Frau getan werden?

Zunächst einmal stand ein Besuch bei einem Dermatologen an. Der Hautarzt klärte ab, ob es sich um eine vorübergehende, weil behandelbare Dermatitis handelt.
Das war aber schon nach Aussagen der Kundin nicht der Fall, denn sie gab an, schon seit Jahren dieses Problem zu haben. Salben, Tropfen und Tabletten, nichts hatte wirklich geholfen.

Das stellt den Hörakustiker vor eine besondere Herausforderung. An den einfachen Einsatz von Schirmchen, Domes oder einer abschließenden Otoplastik ist in diesem Fall nicht zu denken.
Sowohl der Dermatologe, als auch der Ohrenarzt gaben vor, dass eine Verschließung des Gehörgangs unbedingt unterbleiben müsse. Es muss Luft an das Ekzem gelangen, damit es sich nicht verschlimmert.

Als erste Maßnahme wurde geprüft, ob der Einsatz eines nicht implantierbaren Knochenleitungshörgerätes der Firma MedEl in Frage kommt.
Leider kann so ein Gerät (AdHear) nicht eingesetzt werden, da die knöcherne Struktur der jungen Frau kein ausreichend befriedigendes Versorgungsergebnis zeigte.

Im weiteren Verlauf wurde nun geprüft, inwieweit eine Spezialotoplastik angefertigt werden kann.
Diese sollte eine Skelettstruktur haben und so offen wie möglich sein. Der Schallschlauch soll stumpf münden und nichts soll in den Gehörgang eingeführt werden.

Erste Tests verliefen zufriedenstellend. Diese sehr offene Versorgung reicht beim Hörverlust von 50 dB gerade noch aus, um eine akzeptable Verstärkung zu erzielen.
Ziel der weiteren Arbeit wird es nun sein, gelegentlich auftretende Rückkopplungen in den Griff zu bekommen.

Im Grunde wäre die Frau eine gute Kandidatin für ein Cochlea-Implantat. Da aufgrund der Anamnese durch den HNO-Arzt mit einem Fortschreiten der Schwerhörigkeit zu rechnen ist, werden bald schon größere Verstärkungen notwendig sein, die mit einer so offenen Versorgung nicht mehr zu bewältigen sein werden.

Leider sperrt sich die Dame gegen eine Operation. Hier wird der Hörakustiker noch Überzeugungsarbeit investieren müssen.

Im Test sind derzeit auch Ohrpassstücke aus Titan und sogar solche aus Silber bzw. Gold. Diese Materialien reizen die Haut nicht. Mit entsprechend großen Ausgleichsbohrungen und einer kurzen Bauform der Otoplastiken soll hier eine Versorgung erreicht werden.

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Hinweis:

Diese Einschätzung gibt nur persönliche Meinung und Erfahrungen wieder. Vor Entscheidungen in Rechts-, Steuer- und Medizinfragen bitte immer eine Fachperson fragen. Das ist günstiger als Sie denken. Verlassen Sie sich nie auf Wissen, das Sie sich nur im Internet zusammengefischt haben!

Bild: AHS



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