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Wenn die MFA den Hörtest verdirbt

Wer schwerhörig ist oder wer überprüfen lassen möchte, ob er es ist, muss einen Hörtest machen. Das geschieht in einer schalldichten Kabine oder einem akustisch idealen Raum über Kopfhörer.

Über diesen Kopfhörer werden Ihnen Töne vorgespielt und Sie sollen einen Knopf drücken, wenn Sie etwas hören. Die Töne kommen in unterschiedlicher Tonhöhe und steigen in der Lautstärke langsam an.
Je später man drückt, umso schlechter hat man diese Frequenz gehört.

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Ein weiterer sehr beliebter Test beim Hörakustiker oder HNO-Arzt ist der Freiburger Einsilbentest. Es werden einem einsilbige Wörter wie RING oder BAUM vorgespielt und man soll die nachsprechen.
Je mehr Wörter man korrekt wiedergibt, umso besser ist das Hörvermögen.

Die Ergebnisse beider Tests werden von der medizinischen Fachangestellten oder dem Hörakustiker in ein Diagramm eingetragen. Das ist dann das sogenannte Audiogramm. Heutzutage werden solche Tests computergestützt ausgeführt und die Tester müssen nur noch Tasten drücken, damit das Audiogramm anschließend ausgedruckt werden kann.

Nun war ich in der letzten Woche zweimal bei einem solchen Hörtest. Einmal in einer HNO-Praxis und einmal bei einem Hörakustiker.
Abgesehen davon, dass der Hörakustiker noch einige Tests mehr gemacht hat, wie zum Beispiel „Verstehen im Störgeräusch“ usw., hat der Test dort auch den Eindruck gemacht, als ob man mehr Sorgfalt darauf verwendet und auch mehr Zeit hat, um die Tests durchzuführen.

Die MFA beim HNO-Arzt war ebenfalls sehr freundlich und bemüht, hat auch nicht gehetzt, aber es gab einen gravierenden Unterschied, der dazu führte, dass beide Tests deutlich voneinander abwichen.

Die MFA hat nämlich einen entscheidenden Fehler gemacht.
Ich saß in der schalldichten Kabine von der Größe einer Telefonzelle. Durch die verglaste rechte Seite der Kabine sah ich die med. Fachangestellte.
Und sie machte Folgendes: Jedesmal, wenn sie beim Frequenztest einen Ton auslöste, schaute sie mich sofort fragend an und nickte mir unbewusst auffordernd zu.
Ich bezweifle, dass die Frau das überhaupt bemerkt hat.

In ihr ging Folgendes vor: Ich löse einen Ton aus, schaue den Probanden an und warte darauf, dass er den Ton bestätigt.
Dass sie dabei immer auffordernd und aufmunternd schaute, war ihr sicher nicht bewusst.

Ich habe mich aber dabei ertappt, dass ich sofort, wenn sie mich so anschaute, unwillkürlich auf den Taster drückte, was sie mit einem lächelnden Kopfnicken quittierte.
Hörte ich mal nichts und es dauerte etwas, bis ich drückte, runzelte sie die Stirn und der Gesichtsausdruck wurde noch fragender.

Beim Hörakustiker war das anders. Hörakustiker lernen es, dass sie eben keine verräterischen Bewegungen oder Gesichtsausdrücke machen. Der Hörakustiker verzog keine Miene.

Durch das manipulative Verhalten der MFA beim HNO-Arzt ist das Ergebnis des Hörtests eindeutig beeinflusst worden. Ich hätte dort fast so gut abgeschnitten, wie ein Normalhörender.

Man darf nicht vergessen, dass solche Nuancen nicht jedem auffallen. Das Ganze spielt sich auf einer psychologischen Ebene ab, die unser Unterbewusstsein anspricht. Die Arzthelferin weiß nicht, dass sie die Probanden unbewusst beeinflusst, und in aller Regel bekommen es die Testpersonen auch nicht mit, dass sie manipuliert wurden.
Der Mensch neigt dazu, in solchen Tests immer gut abschneiden zu wollen. Wenn dann noch bestärkende positive Signale hinzukommen, fallen die Tests deutlich zu gut aus.

Ich habe den Test beim HNO wiederholen lassen. Meine Begründung war, ich hätte mich nicht richtig konzentriert. Beim zweiten Durchlauf habe ich einfach die Augen zugemacht und mich ausschließlich auf das Gehör konzentriert.

Dieser zweite Test ist auch wesentlich „schlechter“ ausgefallen, entsprach aber dann dem, was auch der Hörakustiker gemessen hat.

Vergessen Sie nicht, dass solche falsch bestärkenden Signale nicht so ausgeprägt sein müssen, wie bei dieser MFA. Es können Blicke, Fingerbewegungen, kleine Bewegungen des Kopfes sein. Alles das kann signalisieren, wann der Proband zu drücken hätte.
Deshalb mein Rat: Augenzu und durch!

Bildquellen:

  • hoertest_800x500: Peter Wilhelm KI

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(©si)