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Wenn der Ohrenarzt einen Vortrag hält

Gestern habe ich den Vortrag eines HNO-Arztes im Festsaal eines Krankenhauses besucht.
Das Thema lautete: „Ich brauche Hörgeräte – Wie funktioniert das?“

Es waren ungefähr 40 Personen gekommen, um dem Vortrag zu lauschen.
Im Vorfeld hatte ich Gelegenheit, mit einigen Leuten zu sprechen. Einige erhofften sich Antworten auf die Frage, wie ein Hörgerät funktioniert. Andere hatten die Ankündigung so verstanden, als solle da über den Ablauf einer Hörgeräteversorgung gesprochen werden.
Wieder andere erhofften sich Antworten auf wichtige Fragen, die sie zum Thema Hörgeräte haben.

Der Vortrag des HNO-Arztes dauerte ganze 15 Minuten und war auf das Abspielen einer Präsentation und dazu abgegebenen Erklärungen beschränkt. Wichtige Begriffe wie BERA und OAE wurden zwar im Vortrag genannt, blieben aber völlig ohne Erklärung. Es wurde als Grundwissen vorausgesetzt, dass die Zuhörer mit diesen Abkürzungen etwas anfangen können.
So blieb es dann auch dabei, dass weder die Ursachen der Altersschwerhörigkeit erklärt, noch die verschiedenen Wege der Hörgeräteversorgung näher erläutert wurden (Cochlea-Implantat, Knochenleitungshörgerät usw.).
Im Anschluss an den kurz gehaltenen Vortrag gab es noch rund 20 Minuten Zeit, um Fragen zu stellen.

Das Kassenhörgerät wurde in Worten vorgestellt, es blieb aber bei unscharfen Abgrenzungen zu den Mittelklasse– und Premium-Hörgeräten. So ganz klar wurde nicht, wann der Schwerhörige zu welchem Hörgerät greifen soll. Mal schien es, als reiche das Kassenhörgerät für fast jeden vollkommen aus, mal wurde dahin gesteuert, dass man für eine vernünftige Versorgung auch mehr ausgeben müsse.

Die Hörakustiker kamen bei dem Vortrag insgesamt nicht gut weg. Es wurde deutlich, dass ihnen zum Vorwurf gemacht wurde, dass sie Geld verdienen. Dazu wurden Zahlen präsentiert.
1997 habe es in der Stadt 20 HNO-Ärzte gegeben und nur 3 Hörakustiker. Heute 2019 gebe es immer noch nur 20 HNO-Ärzte, aber immerhin schon 20 Hörakustiker. Originalaussage: „Man sieht daran deutlich, dass man mit Hörgeräten viel Geld verdienen kann.“

Völlig unerwähnt blieben dabei die anderen Aspekte. Dass nämlich der Beruf des Hörakustikers in den letzten 20 Jahren erst so richtig geboomt hat, und dass es sehr lobenswert ist, dass wir eine so gute Versorgung mit Hörgeräteakustikern haben. Das war nämlich vor 20 Jahren nicht so.
Außerdem wurde nicht darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Hörgeräten eklatant gestiegen ist, nämlich durch die gestiegene Lebenserwartung. Die lag nämlich in den 1990er Jahren um 10 Jahre niedriger. Und es liegt ja auf der Hand, dass mehr und länger lebende Senioren auch mehr und häufiger Hörgeräte benötigen.
Ein weiterer Gesichtspunkt: Hörgeräte von vor 20 Jahren sind mit den heutigen Hörsystemen absolut nicht vergleichbar. War früher die Bedienung umständlich und der Hörerfolg oft fraglich, liefern die Geräte heute einen sehr guten Klang bei wirklich guter Sprachverständlichkeit. Die Akzeptanz ist gestiegen und daher auch der Wunsch, solche Geräte tragen zu wollen.

Im Vortrag wurde auch explizit erwähnt, dass die Anschreiben und Werbemethoden der Hörakustiker unseriös seien. Genannt wurden Schreiben, die den Anschein erwecken, von offizieller Stelle zu stammen (genannt wurde das Gesundheitsamt). Dieses Werbeverhalten bestimmter Akustikerketten verurteilen auch wir. Aber man darf nicht, wie hier geschehen, quasi alle Anschreiben der Hörakustiker in einen Topf werfen und mit dem pauschal im Raum stehenden Vorwurf der Unseriosität verknüpfen.

Es ist eine sehr dankbar angenommene Serviceleistung der Hörakustiker, ihre Kunden auch schriftlich an anstehende Termine zur Gerätedurchsicht und bevorstehenden Neuversorgung zu erinnern.
Das darf nicht pauschal verurteilt werden, denn ältere Menschen -das wissen wir alle- neigen zur Vergesslichkeit.

Ein bisschen gestört hat mich, der ich sehr zufrieden mit Phonak Marvel-Hörgeräten versorgt bin, dass der HNO-Arzt explizit die Firma Phonak in negativer Hinsicht genannt hat.
Das war vermutlich nicht einmal seine Absicht, aber aufgrund der etwas flapsig gestalteten Art des Vortrags blieb leider ein sehr bitterer Nachgeschmack.
Zu der Erwähnung kam es folgendermaßen: Eine Dame aus dem Publikum begann einen Satz mit den Worten: „Ich habe vom Hörgeräteakustiker jetzt Geräte von Oticon bekommen…“
Daraufhin wurde sich der HNO-Arzt seiner Verantwortung bewußt und erwähnte, dass es Oticon gebe, sowie Widex, Phonak und Signia und alle diese Hersteller würden gute Hörgeräte bauen. Das sei so wie bei BMW, AUDI und Mercedes.
Im übernächsten Satz ging es um die Gewöhnung an Hörgeräte und da erwähnte der HNO-Arzt dann, dass er anlässlich einer Veranstaltung von PHONAK Hörgeräte angepasst bekommen habe. Diese seien auf 110% eingestellt worden und das habe ganz schlimm und „schrecklich“ für ihn geklungen.
Geraune im Publikum, die Dame neben mit sagte: „Frechheit, und so schlechte Geräte hat mein Akustiker mir verkauft!“ Hinter mir sagte jemand: „Hammer, wo die doch so teuer sind. Hätte nie gedacht, dass Phonak so schlecht ist.

Dabei hat der ehrenwerte Herr Doktor das gar nicht gesagt. Er hatte explizit gesagt, dass die o.g. Hersteller sehr gute Hörgeräte bauen. Er wollte sogar positiv herausstellen, dass Phonak ihm und einigen Kollegen die Gelegenheit gegeben hatte, einmal selbst Hörgeräte zur Probe zu tragen. Was er schlecht fand, war die ungewohnte Klangfülle. Die hätte sich aber auch mit Geräten anderer Hersteller eingestellt. Aber das blieb eben ungesagt.

Negativ fiel mir auf, dass explizit ein bestimmter Hörakustiker erwähnt wurde. Das war im Zusammenhang mit der Aussage, es gebe ein paar schlechte Hörakustiker in der Stadt, der Rest sei aber sehr gut. Man solle sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Und dann wurde ein Unternehmen (wenn auch nur einmal und kurz) erwähnt.

Nach den 35 Minuten unterhielt ich mich wieder mit einigen Besuchern der Veranstaltung. In Erinnerung geblieben war, dass den Hörakustikern nicht zu trauen sei und dass man ihnen beim Hörakustiker unnötig Geld aus der Tasche zieht. Außerdem waren zwei Damen sehr erbost, dass sie vermeintlich so schlechte Geräte von Phonak bekommen hatten.

Hartnäckig hielt sich auch die Annahme, die Hörakustiker würden mit ihren angeblich kostenlosen Hörtests bei der Krankenkasse Geld abziehen.
Behauptet hatte das ein Herr im Publikum. Er hatte erwähnt, dass die Hörtests ja nur für den Schwerhörigen kostenlos seien. Die Akustiker würden aber die Versichertenkarte verlangen und dann bei der Krankenkasse für jeden einzelnen Hörtest fett absahnen.
Dem widersprach der HNO-Arzt zwar energisch und auch mehrfach, und er erklärte, dass die Akustiker nur die spätere Hörgeräteversorgung abrechnen können.
Aber wie das eben so ist, die negativen und sensationsheischenden Nachrichten bleiben eben besonders gut im Gedächtnis.

So war dieser Vortrag gut gemeint. Aber leider ist „gut gemeint“ die kleine Schwester von „schlecht gemacht“.



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Lesezeit ca.: 8 Minuten



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