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Was wir von einer 84-Jährigen lernen können

Eine 84-jährige Frau aus Jena kämpft um ihre soziale Teilhabe. Die Dame ist nahezu ertaubt. Seit über 20 Jahren versuchte sie ihre Altersschwerhörigkeit mit Hörgeräten zu kompensieren. Trotz einer guten Versorgung durch ihren Hörakustiker waren die Hörergebnisse aber nicht besonders gut. Schuld war das rasante Voranschreiten ihres Hörverlusts. Die alte Dame hatte mit dem Verlust ihres Hörsinns mehrere große Probleme.

Es wird ja häufig unterschätzt, wie wichtig der Hörsinn für uns Menschen ist. Das Tropfen eines Wasserhahns nicht mehr zu hören und damit zu riskieren, dass irgendwann die Wohnung überflutet ist. Selbst ein Einbruch könnte überhört werden.
Damit wird klar, dass auch Menschen, die mehr oder weniger zurückgezogen in ihrer Wohnung leben, dort bei einer Hörstörung nicht unbedingt in Sicherheit sind.
Schlimmer aber noch ist die soziale Isolation, in die sich die Betroffenen zurückziehen. Sie meiden soziale Kontakte und gehen oft nicht einmal mehr einkaufen.

Der Straßenverkehr bringt auch etliche Gefahren mit sich, wenn man herannahende Autos oder Hupen sowie Zurufe nicht mehr hört.

Besonders störend war für die 84-Jährigen aber, dass viele sie für dement oder geistig behindert hielten.

Hier kam der Vorschlag der behandelnden Ohrenärztin gerade recht: Die Rentnerin soll sich doch ein Cochlea-Implantat einsetzen lassen.
Das machte der alten Dame soviel Mut, dass sie sich auf die Operation einließ.

Sie hegte nämlich die Hoffnung, endlich wieder mit ihren Kindern und Enkeln richtig sprechen und diese hören zu können.

Auf meinanzeiger.de schreibt Astrid Lindner dazu:

Erleichterung und Dankbarkeit erfüllten alle Mitwirkenden, vom medizinischen und technischen Personal über den Operateur bis zu den Angehörigen.
Nun erst ging die Arbeit für unsere Seniorin los: sie musste wieder hören lernen! Dass dieser Prozess Monate, wenn nicht Jahre dauern würde, wusste sie und in den ersten Wochen hielt sich die Euphorie in Grenzen. Nach 6 Wochen begann die Reha im Cochlea- Zentrum, das bedeutete 3 Tage hintereinander konzentriertes Lernen und Verstehen, von 8-15 Uhr, wie in der Schulzeit vor 70 Jahren. und dort kamen auch noch Studenten auf sie zu mit der Frage, ob sie sich als Versuchsperson bereiterklären würde, für eine Examensarbeit mitzuwirken. Unsere Seniorin sagte ja.

“Bei der Forschung helfen, das muss doch sein.“
Dabei bedeutete diese Mitwirkung eine enorme geistige und körperliche Zusatzbelastung für sie.
Was wir lernen können: Anstrengen für die Wissenschaft ist Dienst am Menschen und geht weit über das eigene Ego und die persönlichen Ziele hinaus. Dieses Bewusstsein für die Notwendigkeit der Mithilfe bei der medizinischen Forschung ist begeisternd und nachahmenswert. Denn nach der Forschung kommt eines Tages die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis und das wird zukünftigen Patienten – vielleicht eines Tages auch uns- dienlich und hilfreich sein.
Siehe auch der Beitrag Auch mal Versuchskaninchen sein?



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In „Fundstücke“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen.




(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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