Schwerhörige Rentnerin kassiert Ohrfeige

Eine 80jährige schwerhörige Dame aus Heilbronn fährt mit dem Bus. Eine andere Frau (ca. 55) hat ihre Füße auf den gegenüberliegenden Sitz gestemmt. Die Rentnerin bittet die Frau, die Füße vom Sitz zu nehmen und kassiert eine schallende Ohrfeige.

Das berichtet Heike Kinkopf auf der Webseite „stimme.de„.

Im Bus nimmt (die Rentnerin) Platz und spricht eine etwa 55 Jahre alte Frau an. „Würden Sie bitte die Schuhe vom Sitz nehmen? Das macht man doch nicht“, habe sie gesagt. Die Frau und ihr Begleiter stehen auf (und) im Vorbeigehen habe die fremde Frau ihr mit dem Handrücken plötzlich eine Ohrfeige verpasst. Das sitzt.

Mit heißer Wange bleibt die Seniorin verdattert sitzen. „Ich saß da wie betäubt. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Das kleine Hörgerät, das sie trägt, habe durch die Ohrfeige eine kleine Wunde hinterlassen, die nur langsam abheile.

Was sollen Sie tun, wenn Sie so etwas beobachten?

Es ist absolut löblich, wenn Sie couragiert und entschieden, aber höflich auf ein Missverhalten hinweisen. In Bussen, Straßenbahnen und Zügen kommt es jährlich zu Sachschäden in Millionenhöhe.
Da ist es völlig in Ordnung, wenn Sie Zerstörungen oder Verschmutzungen melden.
Ob es sich lohnt, die direkte Konfrontation mit dem Verursacher zu suchen, ist eine andere Frage.
Jugendliche fühlen sich in der Gruppe oft stark und wollen ihr Gesicht nicht verlieren. Viele Beschädigungen werden auch von angetrunkenen Personen verursacht. Wer leichtfertig eine Sachbeschädigung begeht oder sich daneben benimmt, wird auch nicht unbedingt gut auf eine höfliche Ansprache reagieren.

Deshalb gilt der Rat: Vorfälle dem Busfahrer melden

Der Busfahrer kann nicht alles sehen. Seine erste Aufgabe ist es auch, das Fahrzeug zu steuern. Werden ihm aber solche Vorkommnisse gemeldet, kann er eingreifen und ggfs. die Polizei oder den Ordnungsdienst rufen.

Vorfälle wie diese Ohrfeige sollten sofort gemeldet werden. Die Rentnerin im vorliegenden Fall hat alles ihrer Familie verschwiegen.
In stimme.de heißt es dazu:

(Die Seniorin) verschweigt den Vorfall ihrer Familie monatelang. „Ich hatte Angst vor der Reaktion. Dass sie sagen, ich solle mich nicht einmischen. Vielleicht habe ich mich auch ein bisschen geschämt.“ Ob sie in Zukunft wieder den Mund aufmacht, weiß sie noch nicht. „Jetzt bin ich vorsichtiger.“ Nach dem Erlebnis lässt sie einige Zeit verstreichen, bevor sie zur Polizei geht. Nach dem Gespräch mit einem Beamten verzichtet sie darauf, Anzeige zu erstatten. Als zu gering schätzt die Seniorin die Aussichten ein, die unbekannte Frau zu ermitteln.

Wenn Ihnen so etwas passiert, scheuen Sie sich nicht Stellung zu beziehen. Aber wägen Sie ab, ob die Einmischung ein mögliches Risiko wert ist.
Versichern Sie sich der Hilfe anderer. Informieren Sie das Personal. Rufen Sie bei Handgreiflichkeiten sofort die Polizei.

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