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Phonak Virto Black – Hörgerät zum Streamen

Phonak Virto Black Marvel

Phonak Virto Black Marvel

Phonak stellt mit dem Virto Black (Virto Marvel) ein Hörsystem in ganz neuer Formgebung vor. Viele Schwerhörige scheuen trotzt starker Einschränkungen den Weg zum Ohrenarzt oder Hörakustiker, weil sie fürchten, dass ein eventuell notwendiges Hörgerät sie als behindert oder nur eingeschränkt leistungsfähig dastehen lässt. Das ist aber im Grunde schon lange kein Argument mehr, denn nahezu alle modernen digitalen Hörgeräte sind so winzig, dass sie hinter dem Ohr kaum noch auffallen. Ja, manche sind so klein, dass sie komplett im Gehörgang verschwinden, also sozusagen unsichtbar sind.

Nachteil der Winzlinge (IdO-Hörgeräte): Sie können nur der Schwerhörigkeit abhelfen, bieten aber darüberhinaus kaum weitergehende Funktionen.
Und davon gibt es ganz viele. Moderne Hörgeräte strotzen nur so von tollen Features. Am beliebtesten ist wohl das Streaming von Audio-Inhalten und das drahtlose Telefonieren. Doch für diese tollen Funktionen ist in den IdO-Zwergen meist nicht genügend Platz.

Phonak, Weltmarktführer bei Hörgeräten, hat sich nun etwas Neues einfallen lassen. Mit dem Virto Black (Marvel-Technik) stellt die Sonova-Tochter eine Mischung aus Earbuds und Hörgeräten vor. Wir haben uns die derzeit in schwarz verfügbaren Hörgeräte näher angeschaut:

Phonak Virto Marvel Black

Phonak Virto Marvel Black

Im oder hinter dem Ohr verstecken kann man die Phonak Virto Marvel Black nicht. Der Hersteller versteht sie als offensiv zu tragende Hörsysteme für diejenigen, die technikaffin sind und keinen Hehl aus ihrer Schwerbehinderung machen wollen. Das entspricht ja auch unserer Vorstellung, denn wir propagieren ja schon lange, dass Hörgeräte auch Lifestyle-Produkte sind und niemand sich deswegen schämen oder verstecken muss.

Insgesamt sind die Phonak Virto Marvel Black von normalen drahtlosen Ohrhörern nicht mehr zu unterscheiden. Im Test habe ich die Phonak Virto Marvel Black 7 Tage lang den ganzen Tag (08:00 Uhr bis ca. 22:00 Uhr) getragen. Erstaunt war ich über die Reaktionen meiner Mitmenschen. Zwar sind diese daran gewöhnt, dass ich schwerhörig bin, doch jetzt ragten diese deutlich sichtbaren schwarzen Earbuds aus meinen Ohrmuscheln. Das verstanden einige nicht und wunderten sich darüber, weshalb ich so unhöflich bin und meine „Musik-Ohrstöpsel“ nicht aus den Ohren nehme.
An die neue Formgebung müssen sich also die Leute erst noch gewöhnen.

Übrigens: Die Virto Black sind superbequem zu tragen. Das ist dem Umstand zu verdanken, dass jedes Hörgerät ein maßgefertigtes Unikat ist. Vorher nimmt der Hörakustiker einen Abdruck von Ohr und Gehörgang und scannt diesen ein. Anhand der übermittelten Daten fertigt Phonak dann das individuell geformte Hörgerät.

Die Phonak Virto Marvels gibt es auch in anderen Farben und Formgebungen.

Nach meinem Dafürhalten gibt das Virto Marvel M90 den Schall sehr natürlich wieder. Das Sprachverstehen ist exzellent. Es hat im Test keine Situation gegeben, mit der dieses revolutionär geformte Hörgerät nicht klar gekommen wäre. Allerdings musste mein persönlicher Stresstest im Restaurant ausfallen, weil bei uns in Frankfurt wegen Corona-Krise natürlich alle Gaststätten geschlossen haben.

Das Hörsystem kann aber weit mehr als nur Schall verstärken. Das Marvel Virto Black kann nämlich wie seine HdO-Brüder auch Bluetooth. Damit können Sie etwa Musik vom iPhone oder Android-Smartphone streamen. Natürlich geht das auch vom TV-Gerät oder anderen Audioquellen ohne Bluetooth, wenn Sie den TV-Connector verwenden. Die in den Hörgeräten eingebauten Mikrofone ermöglichen es unter anderem, mobile Gespräche freihändig zu führen.

Das Virto Black von Phonak ist sehr kompakt und formschön gebaut. Ich persönlich habe aber festgestellt, dass darunter die Bluetooth-Reichweite etwas leidet (im Vergleich zu hinter dem Ohr getragenen Marvels). Die Soundqualität in Bezug auf Musik und TV finde ich klasse. Zwar sind die verbauten Minilautsprecher keine Basswunder, aber durch die kurze Distanz zum Trommelfell klingt es trotzdem supergut. An Earbuds mit mehreren Treibern kommen die Hörgeräte im Ohrhörerformat aber nicht heran. Aber dafür sind sie ja auch nicht in erster Linie gedacht.

Leider bemängeln meine Gesprächspartner beim drahtlosen Telefonieren die Sprachqualität. Meine Stimme sei abgehackt und es komme immer wieder zu Knarren und Knarzen sowie unterbrochener Sprachübertragung. Das zumindest berichten meine Gesprächspartner. Hier muss also noch deutlich nachgebessert werden.

Phonak Virto Black Marvel

Mein persönliches Fazit: Ich habe mich riesig auf die Virto-Black, die mir von einem Frankfurter Hörakustiker für den Test überlassen wurden, gefreut. Die Form ist schick und mir macht auch das offensiv sichtbare Tragen der Hörgeräte nichts aus. Dritte müssen sich aber erst noch daran gewöhnen, dass Hörgeräte auch so aussehen können.

Die Virto Black Marvel von Phonak sind und bleiben aber vorrangig Hörsysteme. In diesem Bereich spielen sie ihre Stärken auch überlegen aus. Dank der Phonak Smartphone App können die Anwender sehr viele Parameter selbst einstellen und sich das Hörerlebnis an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Jedoch die sonst von mir immer sehr gelobten Zusatzfunktionen der Marvel-Hörgeräte können die Virto Marvel nicht so recht ausspielen. Die Bluetoothreichweite beträgt nur wenige Meter, sonst kommt es zu Abbrüchen. Die Telefonie ist nur sehr eingeschränkt möglich, sodaß ich sie in dieser Form gar nicht nutzen möchte. Das Streamen von Audioinhalten hingegen gefällt mir sehr gut und es hört sich auch gut an.

Anders als die Marvel 90 HdO haben die Virto Marvels keine eingebauten Akkus. Stattdessen kommen herkömmliche Hörgerätebatterien zum Einsatz, die bei mir 4-5 Tage gehalten haben.

Wer die neuen Virto-Black Marvel sein eigen nennen möchte, muss sich auf Preise um 1.600 Euro pro Ohr (je nach Technologiestufe) einstellen.

Was mir erneut an der MyPhonak-App nicht gefällt, ist die Tatsache, dass mühsam eingerichtete eigene Hörprofile nach einem Besuch beim Hörakustiker komplett gelöscht sind. Das gilt im Übrigen auch immer wieder für die persönliche Einstellung der TV-Lautstärke. Die kann der Hörakustiker zwar justieren, aber nachdem die Hörgeräte einmal mit der Phonak-Target-Software des Hörakustikers gekoppelt waren, ist auch diese Lautstärkevoreinstellung wieder auf standardmäßig laut eingestellt.

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Bilder: Hörgeräte-Info / slashgear.com
Marvel 2.0 Sensation



(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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