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Mein Eindruck: Oticon Opn

Ein paar Wochen habe ich das Opn1-Hörgerät von Oticon nun am Ohr. Genauer gesagt an den Ohren.
Dieses Flaggschiff des Herstellers Oticon hat ziemlich alles an Bord, was heute ein komfortables Hörgerät der Spitzenklasse ausmacht.
Es ist MFI, also „made for iPhone“ und kann sich hervorragend mit Smartphones aus dem Apple-Universum verbinden.
Streaming, Telefonie, alle kein Problem.

Diese Disziplinen absolviert das Oticon Opn1 fast so gut, wie die Top-Geräte des Weltmarktführers Phonak, die Marvel-Hörgeräte.

Auch vom Preis her liegen diese Top-Hörgeräte nahe beieinander, so zwischen 2.200 und 2.500 Euro muss man pro Ohr schon investieren, um in den Genuss höchster Klangqualität und der luxuriösen Zusatzaustattungen zu kommen.

Hinsichtlich der Ausstattung und der Batterielaufzeiten kann ich beim Otico Opn1 nichts Nachteiliges feststellen. Es ist klein, liegt gut hinterm Ohr und ist sehr bequem zu tragen. (Ich habe die hdO-Version getestet, es gibt das Opn1 auch als IdO-Variante.)

Was mir besser gefällt als beim Marvel von Phonak: Oticon hat schönere Einschaltmelodien und Töne und verfügt sogar über eine Sprachansage für die Programmauswahl und den Batteriestand.

Mich hat aber interessiert, wie ich mit dem viel beworbenen Oticon Opn™ 360°-Klang zurechtkomme und ob mir diese Technologie Vorteile bringt.

Oticon schreibt auf seiner Webseite dazu:

Traditionelle Technologie

In komplexen und geräuschvollen Umgebungen wie Restaurants unterstützen Sie bisherige Technologien, indem sich jeweils immer nur auf eine Klangquelle, zum Beispiel einen Sprecher, konzentriert. Die Reduzierung aller anderen Klänge – Sprache und Geräusche – erlaubt dem Träger nur ein eingeschränktes und künstliches Hörerlebnis.

NEUE Oticon Opn Technologie

Eine deutlich schnellere Verarbeitung sorgt für die kontinuierliche Analyse der gesamten Klanglandschaft. Durch die Trennung der Sprache und Reduzierung anderer Klänge entsteht so eine natürliche 360°-Klanglandschaft für Sie. Folgen Sie mehreren Sprechern und wechseln Sie den Fokus ganz nach Belieben.
Sehen Sie hier, wie es funktioniert

Das klingt toll.

Aber was ist da dran?

Ich weiß aus vielen Berichten von Hörgeräteträgern, dass manche auf das Opn1 schwören und diese 360°-Technik für das A und O halten. Das macht mich natürlich neugierig.

Ich ließ mir die Hörgeräte von unserer Partner-Hörakustikermeisterin Nazan Yakar in Mannheim traditionell anpassen. Das heißt wir setzten die Oticon-Anpassungssoftware ein und maßen die Hörgeräte mit Hörtest und Verstehenstest und in situ ein.
Ziel war es, in etwa ein Hörgefühl zu bekommen, wie ich es als Hörgeräteträger von meinen Phonak Marvel M90 gewöhnt bin, die ich seit Oktober/November trage.
In den Folgetagen nahmen wir noch 3 kleine Feinanpassungen vor, dann war das Oticon Opn1 für mich optimal eingestellt.

Also grundsätzlich ist das Hören mit dem Oticon Opn1 ein Genuss!
Es gehört vollkommen zu Recht zu den bei Kunden besonders beliebten Spitzengeräten. Die Klangqualität ist einzigartig gut und liegt auf dem Niveau, das man von einem solchen Top-Flaggschiff erwarten darf.

Aber im Vergleich mit dem Phonak Marvel, so muss ich einfach ehrlich sagen, hat mir das Opn1 etwas weniger gut gefallen.

Und das liegt weder an Frequenzgängen, noch an Lautstärken oder an grundlegenden Hörfunktionen, sondern einzig und allein an der 360°-Technologie.
Also: Oticon beschreibt ja herkömmliche Hörgeräte, wie Sie oben nachlesen können, als Geräte, die sich auf einen Sprecher und in eine Richtung fokussieren.
Das Opn1 soll aber nun rundherum um den Kopf alles hörbar machen und dabei die Stimmen von Sprechern deutlicher verständlich machen.

Für mich persönlich kommt mir das aber eher als ein Nachteil vor.
Mir ist nämlich in all den vielen Jahrzehnten überhaupt noch kein einziges Hörgerät begegnet, dass streng in einem schmalen Winkel fokussiert nach vorne hört.
Die Mikrofone fangen selbst bei einer durch Richtmikrofone bewirkten schmalen „Hörschneise“ immer auch Geräusche aus anderen Richtungen auf. Oftmals ist das genau der Schall, den wir nicht hören wollen und der als Störschall oder unerwünschte Nebengeräusche bezeichnet wird.

Moderne Hörgeräte der oberen Leistungsklassen können immer Störschall herausrechnen und Töne im sprachfrequenten Bereich deutlicher machen.
Das ist im Prinzip genau das, was ich möchte und was die meisten Hörgeräteträger möchten.

In 90% aller Fälle, möchte ich behaupten, schauen wir auch in die Richtung, aus der das Nutzsignal, also die Sprache unseres Gegenübers kommt.
Geräusche von anderen Seiten sind dann ja nicht wegradiert, sondern immer noch präsent.

Bei der 360°-Technik von Oticon bewege ich mich aber ganztags in einer Art Hörglocke, so möchte ich das mal ganz subjektiv nennen.
Ich höre Schall aus allen Richtungen und es kommt mir vor, als passiere das alles mitten in meinem Kopf. Uhrenticken aus dem Nebenzimmer ist deutlich hörbar, aber eben nicht von der Richtung her bestimmbar, sondern einfach mitten im Kopf.

Alles in allem höre ich mit dem Oticon Opn1 sehr viele, sehr leise Geräusche, die ich normalerweise nicht hören würde.
Mein rechtes Ohr ist ja nur leicht von einem Hörverlust betroffen, sodaß ich es ohne Hörgerät sehr gut als Referenz nehmen kann.

Ja, das Otico Opn1 nimmt von rundherum Schall auf, aber ich finde, es nimmt mir viel zu viel Schall auf und projeziert ihn zwischen meine Ohren.
Der Wäschetrockner, der eine Etage tiefer in einem eigenen Raum steht, macht ein leicht brummendes Geräusch.
Dieses hört man eine Etage höher nicht mehr. Mit dem Oticon Opn1 habe ich dieses unnötige Nebengeräusch aber deutlich wahrnehmbar als Schallanteil mit wahrgenommen.

Gerade beim Fernsehen habe ich das als Qual empfunden. Jedes Geräusch im Wohnzimmer, sei es das Atmen von Personen, das Herumrutschen auf den Sesseln oder Geräusche draußen vor dem Fenster, wurde für meinen Geschmack viel zu präsent mit in das Nutzsignal gemischt. Ich habe stellenweise die Sprache im Fernsehen nicht mehr richtig wahrnehmen können.

Insbesondere beim Autofahren hat mich das sehr gestört. Das Brummen fremder Motoren, Straßengeräusche, das Abrollgeräusch der Reifen, alles das verschmilzt zu einem Hörbrei.
Darunter leidet immer die Verständlichkeit von Stimmen.

Am allermeisten stört mich aber, dass mir die Orientierung verlorengeht. Ich kann Geräuschquellen und Stimmen nicht so gut orten, wie mit anderen Hörgeräten. Es ist zwar 360° rundherum alles gut hörbar, aber ich kann nicht immer zuordnen, woher ein Geräusch kommt.
Vor allem aber ist mir das viel zu viel an Toninformationen.

Über die Qualität des Gehörten kann ich wie gesagt überhaupt nichts Negatives sagen. Hier sticht das Opn1 weit heraus und ist dem Marvel von Phonak ebenbürtig.
Aber dieses kristallklare Herausfiltern von Stimmen und die Möglichkeit über den Einsatz von Richtmikrofontechnik mir immer das Richtige ins Ohr zu spielen, das kann das Marvel M90 besser.

Dabei habe ich mit dem Marvel nie das Gefühl weniger zu hören. Nur ist wit Entferntes auch akustisch weiter weg und ich kann feststellen, von wo es kommt.

Es mag sein, dass mir die Funktionsweise und die Automatik des Marvel einfach besser liegt, als die 360°-Technik des Opn.
Manche mögen sagen, ich hätte es länger als 5-6 Wochen testen sollen. Vielleicht bin ich durch die Phonak Hörgeräte aber auch einfach verwöhnt.

Aber meine ganz persönliche Meinung ist, dass mir das Opn1 nicht so gut gefällt.

Ich muss aber nochmals deutlich machen, dass mein Artikel Jammern auf höchstem Niveau ist!
Hier vergleicht ein hochsensibler und versierter Hörgerätekenner Spitzengeräte miteinander.

Andere Hörgeräte können dem Opn1 nicht das Wasser reichen. Und wer ein solches Hörgerät besitzt oder vorhat zu kaufen, der macht ganz sicher keinen Fehler. Es ist ein Spitzenhörgerät.
Es mag auch sein, dass ausgerechnet das, was mir persönlich gar nicht gefällt, für andere Menschen ein Entscheidungsgrund dafür ist.

Also testen Sie ruhig das Opn1 von Oticon, es kann sich für Sie lohnen. Vergleichen Sie es mit Hörgeräten anderer Hersteller und machen Sie sich ein eigenes Bild.



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Lesezeit ca.: 9 Minuten



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