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Hörgerät verloren – was jetzt zu tun ist

Das beste Hörgerät für Senioren

Der Verlust eines Hörgeräts ist für viele Betroffene ein großer Schreck. Schließlich sind moderne Hörgeräte nicht nur technisch aufwendig, sondern oft unverzichtbar, um Gespräche zu verstehen, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen oder den Alltag zu bewältigen. Hinzu kommt die Sorge um die Kosten für ein Ersatzgerät.

Die gute Nachricht lautet: Auch wenn ein verlorenes Hörgerät ärgerlich ist, gibt es klare Schritte, die Ihnen helfen, möglichst schnell wieder versorgt zu werden.

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Zunächst gründlich nach dem Hörgerät suchen

Bevor Sie von einem endgültigen Verlust ausgehen, sollten Sie alle naheliegenden Orte sorgfältig absuchen. Nicht selten taucht ein vermeintlich verlorenes Hörgerät später doch noch wieder auf.

Kontrollieren Sie beispielsweise:

  • Jacken- und Hosentaschen,
  • Bettwäsche und Sofa,
  • Badezimmer,
  • Auto,
  • Garten oder Terrasse,
  • Handtaschen oder Rucksäcke.

Besitzen Sie ein modernes Hörgerät, kann sich außerdem ein Blick in die Smartphone-App des Herstellers lohnen. Manche Modelle bieten eine Such- oder Ortungsfunktion, mit der sich der zuletzt bekannte Standort anzeigen lässt. Diese Funktion ersetzt zwar kein GPS, kann die Suche aber erleichtern.

Beim Fundbüro nachfragen

Geht ein Hörgerät unterwegs verloren, besteht durchaus die Möglichkeit, dass es von einem ehrlichen Finder abgegeben wurde.

Fragen Sie deshalb möglichst bald beim örtlichen Fundbüro nach. Wurde das Hörgerät in öffentlichen Verkehrsmitteln verloren, lohnt sich zusätzlich eine Anfrage beim zuständigen Verkehrsunternehmen. Auch Geschäfte, Restaurants oder Veranstaltungsorte verfügen häufig über eigene Fundstellen.

Selbst wenn zunächst nichts abgegeben wurde, kann sich eine spätere Nachfrage lohnen, da Fundsachen oft erst nach einigen Tagen registriert werden.

Den Verlust dokumentieren

Bleibt das Hörgerät verschwunden, sollten Sie den Verlust möglichst zeitnah dokumentieren.

Gesetzliche Krankenkassen verlangen häufig eine schriftliche Verlustmeldung oder eine entsprechende Erklärung. Damit soll nachvollziehbar sein, unter welchen Umständen das Hörgerät verloren gegangen ist.

Wurde das Hörgerät gestohlen, sollten Sie außerdem Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Das Aktenzeichen kann später für Versicherungen oder die Krankenkasse von Bedeutung sein.

Hörakustiker informieren

Nehmen Sie möglichst früh Kontakt zu Ihrem Hörakustiker auf. Dort kann geprüft werden, welche Unterlagen bereits vorliegen und welche Schritte für eine Ersatzversorgung notwendig sind.

Je nach Krankenkasse und individueller Situation kann eine neue ärztliche Verordnung durch den HNO-Arzt erforderlich sein. Der Hörakustiker unterstützt Sie in der Regel dabei, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen und die Versorgung vorzubereiten.

Zahlt die Krankenkasse ein Ersatzhörgerät?

Ob die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für ein Ersatzgerät übernimmt, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Grundsätzlich erfolgt eine reguläre Neuversorgung häufig erst nach einem Versorgungszeitraum von mehreren Jahren. Geht ein Hörgerät jedoch verloren, kann eine Ersatzversorgung auch vor Ablauf dieser Frist möglich sein. Die Krankenkasse prüft dabei den Einzelfall und berücksichtigt unter anderem die Umstände des Verlusts sowie die eingereichten Unterlagen.

Ein Anspruch besteht nicht automatisch. Deshalb empfiehlt es sich, die Voraussetzungen frühzeitig mit der Krankenkasse oder dem Hörakustiker zu klären.

Können Versicherungen helfen?

Neben der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung kommen unter Umständen weitere Versicherungen als Kostenträger infrage.

Je nach Vertrag kann beispielsweise eine Hausratversicherung oder eine spezielle Hörgeräteversicherung einen Teil der Kosten übernehmen. Ob tatsächlich Versicherungsschutz besteht, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen und den Umständen des Verlustes ab.

Ein Blick in die Versicherungsunterlagen oder eine Nachfrage beim Versicherer kann sich deshalb lohnen.

Übergangsweise ein Leihgerät

Niemand sollte länger als nötig auf eine Hörhilfe verzichten.

Viele Hörakustiker können ihren Kunden während der Wartezeit auf das neue Hörgerät ein Leihgerät zur Verfügung stellen. Ob dies möglich ist, hängt allerdings von den vorhandenen Geräten und der individuellen Versorgungssituation ab.

Gerade wenn Beruf, Straßenverkehr oder soziale Kontakte auf gutes Hören angewiesen sind, kann eine solche Übergangslösung sehr hilfreich sein.

Neue Ohrpassstücke benötigen etwas Zeit

Bei vielen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten kommen individuell angefertigte Ohrpassstücke – sogenannte Otoplastiken – zum Einsatz.

Geht das Hörgerät verloren, müssen diese häufig neu hergestellt werden. Verfügt der Hörakustiker noch über einen digitalen 3D-Scan des Gehörgangs, kann auf eine erneute Abdrucknahme manchmal verzichtet werden. Trotzdem dauert die Anfertigung in der Regel einige Werktage.

So beugen Sie einem erneuten Verlust vor

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich verringern. Tragen Sie Ihre Hörgeräte möglichst nur an festen Aufbewahrungsorten ein und aus, etwa im Badezimmer oder Schlafzimmer. Verwenden Sie unterwegs ein stabiles Etui und legen Sie die Geräte niemals lose in eine Tasche. Beim Sport oder bei Aktivitäten im Freien können spezielle Haltebänder oder Sicherungssysteme zusätzlichen Schutz bieten.

Fazit

Ein verlorenes Hörgerät ist zwar ärgerlich, bedeutet aber nicht, dass Sie dauerhaft ohne Hörhilfe bleiben müssen. Wichtig ist, zunächst gründlich zu suchen, auch beim örtlichen Fundbüro nachzufragen und den Verlust anschließend zeitnah zu dokumentieren. Ihr Hörakustiker, Ihre Krankenkasse und gegebenenfalls Ihre Versicherung helfen dabei, die nächsten Schritte einzuleiten. Mit einer guten Organisation lässt sich die Zeit bis zur Ersatzversorgung meist deutlich verkürzen.

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(©si)