• 500 Testhörer gesucht – Werbelüge oder tolle Idee?

    Sie kennen das. Sogar hier auf der Seite werben einige Anbieter und Hersteller mit dem Slogan „X Testhörer/Hörtester gesucht“.
    Auf die exakten Wortlaute in den Anzeigen habe ich keinen Einfluß.

    Aber was steckt eigentlich dahinter? Wofür werden diese Testhörer gesucht?

    Die Antwort ist ganz einfach: Um ihnen einen Hörgerät zu verkaufen. Punkt.

    Hörgeräteakustiker-Läden sind wirtschaftlich geführte Betriebe. Die müssen Hörgeräte verkaufen, um Miete, Personal und Brötchen bezahlen zu können.
    Das sind keine krankenkassenfinanzierten Abgabestellen, die das aus wohltätigen Gründen machen. Nein, die müssen Geld verdienen.

    Und da die Konkurrenz groß ist, versucht natürlich jeder auf seine Weise Kunden anzulocken. Und dieses Anlocken von Kunden nennt man Werbung.

    Ja und genau darum handelt es sich, wenn die Hörakustik-Firmen 500 oder wasweißichwieviel Hörtester suchen.

    Das ist nichts Schlimmes und Ihnen passiert auch nichts Unangenehmes, wenn Sie auf so eine Werbung eingehen.
    Man wird Sie freundlich empfangen und Sie werden -bei Vorliegen der Voraussetzungen- sicherlich auch ein Testgerät bekommen.

    So funktioniert die Hör-Studie:

    – Persönlichen und unverbindlichen Termin vereinbaren.
    – Ausführliche und kostenlose Analyse der Hörsituation.
    – Testen der Hörgeräte im Alltag, kostenlos und unverbindlich.
    – Rückmeldung zu den Eindrücken über den Studien-Fragebogen.

    Nur eins sagen die nicht dazu: Es gibt noch einen weiteren Schritt. Nämlich die Frage: „Und wie sieht’s jetzt aus, möchten Sie das Gerät haben?“

    Natürlich wird man versuchen, Ihnen das beworbene Hörgerät oder ein anderes zu verkaufen.

    Ich schrieb oben von gewissen Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten, damit Firmen Sie zu einem kostenlosen Test besonders willkommen heißen.
    Meine Erfahrungen zeigen, dass Sie dann nicht unbedingt für einen Test in Frage kommen, wenn eines oder mehrere der folgenden Merkmale auf Sie zutreffen:

    – Sie geben an, nur einen schwachen bis gar keinen Hörverlust zu haben.
    – Sie suchen Hörgeräte für ein Kind.
    – Sie sind unter 50 Jahre alt und es ist keine Verordnung vom HNO-Arzt vorhanden.
    – Ihr derzeitiges Hörgerät ist jünger als 5 Jahre.

    Hierbei gibt es natürlich Unterschiede von Firma zu Firma.

    Diese Art der Werbung ist durchaus legitim.
    Aber ich persönlich finde sie doof. Das ist so abgelutscht, so durchsichtig und eigentlich habe ich Ihnen in diesem Artikel gar nichts Neues erzählt.
    Sie kannten vielleicht die Hintergründe nicht, aber wenn Sie ehrlich sind, haben Sie immer schon geahnt, dass es nicht um irgendeine Studie geht, sondern um den Verkauf von Hörgeräten.



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    Und genau das prangere ich bei dieser Art von Werbung an. Man scheint uns für ein bißchen doof zu halten. Und es ist kein gutes Zeichen, wenn ich das Gefühl habe, eine Firma hält mich für ein bißchen doof.
    Diese Form der Werbung ist wahrlich nicht mehr zeitgemäß.
    Viel lieber sollten die Hersteller und Anbieter mit der großen Zahl von Menschen werben, die ein Hörgerät benötigten, aber den Schritt zum Hörgeräteakustiker nicht machen.

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