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Warum kaufen und verkaufen Hörakustiker keine gebrauchten Hörgeräte?

gebrauchte Hörgeräte verkaufen

Hörgeräte kaufen und verkaufen. Tagtäglich erreichen uns Anfragen von Menschen, die wertvolle Hörgeräte geerbt oder übrig haben. In den meisten Fällen ist der vormalige Besitzer gestorben oder jemand hat sich neue Hörgeräte gekauft. Meist liegt noch die Originalrechnung für die mitunter erst wenige Monate oder Jahre alten Geräte vor; und meist waren diese sehr teuer. Beträge um die 7.000 Euro sind da keine Seltenheit.

In jedem Fall suchen die Besitzer nun nach Abnehmern, die diese teuren Geräte kaufen sollen. Auch bei Hörakustikern tauchen immer wieder Leute in den Geschäften auf und haben Hörgeräte dabei, die sie „schätzen lassen“ wollen und am liebsten auch gleich verkaufen würden. Doch sie stoßen bei Hörakustikern auf Granit. Alle Hörakustiker lehnen den Ankauf von gebrauchten Hörgeräten ab. Gebraucht ist ein Hörgerät in dem Moment, in dem der Kunde seine eigenen Hörgeräte mitnimmt und damit den Laden des Hörakustikers verlässt.

Es spielt also für die Betrachtung, ob es sich um Gebrauchtgeräte handelt, überhaupt keine Rolle, wie alt die Geräte sind. Einmal in Kundenhand übergeben, sind es Gebrauchtgeräte, ob nun nur drei Wochen alt oder drei oder sechs Jahre.

Hörgeräte sind gesetzlich überwachte Medizinprodukte und Hörakustiker geben ausschließlich und ohne Ausnahme neue Geräte ab. Ein schwerhöriger Mensch, der eine Verordnung vom Ohrenarzt hat und bei dem die Krankenkasse auch noch einen Teil der Kosten (oder sogar die gesamten Kosten) übernimmt, muss sich darauf verlassen können, ein einwandfreies, hygienisch vollkommen unbedenkliches und mit Gewährleistung ausgestattetes neues Gerät zu erhalten. Alles andere wäre medizinisch, hygienisch und rechtlich nicht zu vertreten.

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„Ich will neue Hörgeräte und kein gebrauchtes, altes Zeug.“

Hörgeräte sind sehr klein und voll mit empfindlicher Elektronik. Je nachdem wie der Eigentümer damit umgeht, können die Geräte schon sehr kurzfristig enorm „altern“ oder „kurz vor kaputt“ sein. Es ist keinem Kranken zuzumuten, halb defekte oder schon sehr weit verschlissene Geräte ans Ohr zu bekommen. Es ist klar, dass alle Privatverkäufer beteuern, die Geräte seien so gut wie nie benutzt worden und garantiert in einem einwandfreien Zustand. Nur glauben darf man das in den wenigsten Fällen. Selbst ein erfahrener Hörakustiker kann bei den vielen miniaturisierten Bauteilen im Inneren der Hörgeräte niemals eindeutig etwas über den Zustand aussagen.

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Alte Hörgeräte, die Hörakustiker nur zur Entsorgung angenommen haben. Ankauf? Nein, danke!

Halten wir also fest, dass der Handel mit gebrauchten Hörgeräten den Hörakustikern schlichtweg verboten ist. Außerdem ist der Zustand der Geräte immer höchst ungewiss.

Hinzu kommt die preisliche Betrachtung. Ein Hörgerät kostet in der Herstellung kaum über 100 Euro. Die meisten Kosten stecken in der Forschung und Entwicklung. Das macht die Geräte schon einmal grundsätzlich teuer. Außerdem werden die Hörgeräte von hochspezialisierten Fachleuten angepasst und verkauft. Auch diese Fachdienstleistung im medizinischen Bereich schlägt sich natürlich im Preis nieder. Die meisten Kunden bevorzugen modern eingerichtete Hörgeräte-Geschäfte, die technisch auf dem neuesten Stand sind; aber auch das kostet viel Geld. Alles das macht letztendlich den Preis aus. Sie zahlen nicht nur das reine Gerät, sondern auch die Spezialbetreuung durch Spezialisten.

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Die Ausrüstung eines Hörakustikers kann über 100.000 Euro kosten

Werden nur die reinen Geräte verkauft, muss man alles das vom ursprünglichen Preis abziehen. Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass ehemals 6.000 Euro teure Hörgeräte nun für 4.000 Euro als Schnäppchen händeringend gesucht werden. Selbst wenn man die Geräte irgendwo privat verkaufen kann, darf man nicht mehr als wenige hundert Euro (wenn überhaupt) dafür erwarten. Und da ein Teil der Kosten für die Hörakustiker und deren Geschäfte und Werkstätten mit in den Hörgerätepreisen stecken, wird kaum ein Akustiker bereit sein, fremde -nicht bei ihm neu gekaufte- Hörgeräte einzustellen. Wenn er das tut, dann wird er sich das bezahlen lassen.

Sie sehen, es ist besser sich von allzu hochfliegenden Erwartungen zu verabschieden. Da jeder Schwerhörige in Deutschland von seiner Krankenkasse auch Nulltarif-Hörgeräte bekommen kann, ist es wenig sinnvoll, sich irgendwo gebrauchte Hörgeräte unbekannter Herkunft zu besorgen.

Ist es strafbar, gebrauchte Hörgeräte zu verkaufen

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(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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