Hörgeräte in der Sauna – Viele Hörgeräteträger fragen sich, ob sie ihre Geräte auch beim Saunagang tragen können – schließlich sind moderne Hörgeräte heute wasserfest und erstaunlich robust. Doch Hitze, Dampf und schnelle Temperaturwechsel stellen für empfindliche Elektronik eine besondere Belastung dar. Was tatsächlich passieren kann und wie Sie Ihre Hörgeräte schützen, erfahren Sie in diesem Artikel.
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- Hörgeräte in der Sauna – wichtige Hinweise
- Warum Hörgeräte in der Sauna keine gute Idee sind
- IP68-Schutzklasse – warum sie in der Sauna nicht hilft
- Was bei 80 bis 100 °C mit Hörgeräten passiert
- Was die Hersteller dazu sagen
- Sichere Aufbewahrung während des Saunagangs
- Pflege nach dem Saunabesuch
- Besonderheit bei Cochlea-Implantaten
- Haut, Hygiene und Feuchtigkeit
- Tipps für den Saunabesuch ohne Hörgerät
- Hörgeräte in der Sauna – Häufige Fragen
- Kann ich ein IP68-Hörgerät in die Sauna mitnehmen?
- Was tun, wenn mein Hörgerät versehentlich mit in der Sauna war?
- Darf ich mit einem Cochlea-Implantat in die Sauna?
- Gibt es saunafeste Hörgeräte?
- Welche Sauna ist für Hörgeräteträger am ehesten geeignet?
- Wie lange sollte ich nach der Sauna warten, bevor ich das Hörgerät wieder einsetze?
- Übernimmt die Garantie Schäden nach einem Saunagang?
- Fazit
- Bildquellen:
Interessante Frage. Aber mal grundsätzlich: Hörgeräte sind nichts für die Sauna. Ich meine, man hält sich natürlich nicht nur wenige Minuten in der Sauna auf, und ich weiß, dass viele Leute dort auch eine Unterhaltung pflegen. Deshalb kann grundsätzlich ein Interesse daran bestehen, sich dort auch verstehen zu können.
Auf der anderen Seite ist ein Saunagang ja auch etwas Entspannendes, wo man Ruhe findet. Ich kann mir persönlich gut vorstellen, während des Saunierens einfach auf die Hörgeräte zu verzichten.
Hörgeräte in der Sauna – wichtige Hinweise
Dürfen Sie Ihre Hörgeräte in der Sauna1 tragen? Die klare Empfehlung lautet: lieber nicht. Kein Hersteller rät dazu. Selbst Geräte mit der hohen Schutzklasse IP68 sind nur für Temperaturen bis etwa 40 °C geprüft. In einer klassischen finnischen Sauna herrschen jedoch meist 80 bis 100 °C – also mehr als doppelt so hohe Werte.
Unter diesen Bedingungen können Schäden entstehen, die von Kondenswasser im Inneren bis hin zu dauerhaft beschädigten Akkus reichen. Deshalb sollten Sie Ihre Hörgeräte vor dem Saunagang unbedingt herausnehmen und sicher im Etui aufbewahren.
Bei Cochlea-Implantaten gilt eine besondere Regel: Das unter der Haut liegende Implantat ist durch das Körpergewebe geschützt und kann die Sauna problemlos verkraften. Der äußere Sprachprozessor hingegen muss ebenfalls vorher abgelegt werden.
Wichtig zu wissen
Schäden durch Hitze sind grundsätzlich nicht von der Herstellergarantie abgedeckt. Wenn ein Hörgerät nach einem Saunabesuch ausfällt, müssen Sie die Reparaturkosten selbst tragen. Diese können schnell mehrere hundert Euro betragen.
Viele Saunagänger mit Hörgeräten sind unsicher, weil moderne Geräte häufig als wasserfest und besonders robust beworben werden. Doch die Sauna stellt eine völlig andere Belastung dar. Im Folgenden erfahren Sie, warum extreme Hitze für Hörgeräte problematisch ist und wie Sie dennoch entspannt saunieren können.
Warum Hörgeräte in der Sauna keine gute Idee sind
Hörgeräte sind hochkomplexe elektronische Geräte. Saunen hingegen sind extreme Umgebungen mit hohen Temperaturen und oft auch hoher Luftfeuchtigkeit.
Ein Blick in die technischen Spezifikationen der Hersteller zeigt ein klares Bild: Viele Modelle sind nur für Betriebstemperaturen zwischen etwa +5 °C und +40 °C ausgelegt. Auch die zulässige Luftfeuchtigkeit ist begrenzt und wird ausdrücklich nur für nicht kondensierende Feuchtigkeit angegeben.
In einer klassischen finnischen Sauna herrschen dagegen 80 bis 100 °C. Selbst eine mildere Bio-Sauna mit rund 50 bis 60 °C überschreitet diese Werte deutlich. Im Dampfbad wiederum kommen etwa 40 bis 50 °C zusammen mit nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit – ideale Bedingungen für Kondenswasser.
Die Konsequenz: Kein Hersteller weltweit empfiehlt, Hörgeräte in der Sauna zu tragen. Im Gegenteil – in den Bedienungsanleitungen wird ausdrücklich davor gewarnt.
IP68-Schutzklasse – warum sie in der Sauna nicht hilft
Viele moderne Hörgeräte besitzen die Schutzklasse IP68. Das klingt zunächst sehr robust. Tatsächlich bedeutet diese Klassifizierung:
- vollständiger Schutz vor Staub
- Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen in Süßwasser, meist bis 1,5 Meter Tiefe für 30 bis 60 Minuten
Allerdings erfolgen diese Tests ausschließlich mit Süßwasser bei Raumtemperatur von etwa 20 bis 25 °C.
Die Zertifizierung prüft keine Bedingungen wie:
- hohe Hitze
- Wasserdampf
- Schweiß
- Salzwasser
- schnelle Temperaturwechsel
Man könnte es mit einem Auto vergleichen, das für 130 km/h zugelassen ist: Wenn Sie damit 260 km/h fahren, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn etwas beschädigt wird.
Eine Schutzklasse, die auch heißen Dampf berücksichtigen würde, wäre IP69 – doch diese existiert bei Hörgeräten nicht.
Im-Ohr-Hörgeräte sind sogar häufig noch empfindlicher als Hinter-dem-Ohr-Modelle. Sie werden individuell gefertigt, wodurch eine absolut einheitliche Abdichtung schwerer zu erreichen ist. Manche besitzen deshalb gar keine eigene IP-Zertifizierung.

Was bei 80 bis 100 °C mit Hörgeräten passiert
Setzen Sie Ihr Hörgerät Saunahitze aus, können mehrere schädliche Prozesse gleichzeitig auftreten.
Verschiedene Materialien im Gerät – etwa Kunststoffe, Glasfasern, Mikrochips und Lötverbindungen – dehnen sich bei Hitze unterschiedlich stark aus. Diese sogenannte thermische Ausdehnung belastet Lötstellen und Kontakte und kann zu dauerhaften Defekten führen.
Auch Akkus reagieren empfindlich. Bei Lithium-Ionen-Akkus beschleunigt Hitze die chemische Alterung erheblich. Das verkürzt die Lebensdauer und kann im Extremfall zu Auslaufen oder Überhitzung führen. Bei älteren Zink-Luft-Batterien besteht die Gefahr von Elektrolytaustritt und Korrosion.
Das größte Risiko bei Hörgeräten in der Sauna entsteht jedoch meist erst nach dem Saunagang.
Wenn Sie von der heißen Sauna in kühlere Umgebung wechseln, bildet sich im Inneren des Geräts Kondenswasser. Diese Feuchtigkeit kann sich auf Platinen, Mikrofonen oder Lautsprechern absetzen und dort Kurzschlüsse oder Korrosion verursachen.
Weitere mögliche Schäden sind eine Verformung feiner Receiver-Drähte bei RIC-Geräten, eine schnellere Alterung von Nano-Beschichtungen sowie erweichte Dichtungen oder Klebstoffe.
Was die Hersteller dazu sagen
Die großen Hersteller sind sich in dieser Frage völlig einig. Sie raten ausdrücklich davon ab, Hörgeräte in der Sauna zu tragen.
In vielen Bedienungsanleitungen finden sich klare Hinweise, dass Hitze, direkte Sonneneinstrahlung oder Dampfumgebungen vermieden werden sollten.
Auch ein wichtiger Punkt: Garantien decken ausschließlich Material- und Herstellungsfehler ab. Schäden, die durch Nutzung außerhalb der angegebenen Spezifikationen entstehen, sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Viele Menschen fragen deshalb, ob es besonders saunafeste Hörgeräte gibt. Die Antwort lautet: nein. Selbst sehr robuste und wasserfeste Modelle sind weiterhin auf Temperaturen von maximal etwa 40 °C ausgelegt.
Sichere Aufbewahrung während des Saunagangs
Die einfachste und sicherste Lösung besteht darin, Ihre Hörgeräte vor dem Saunabesuch abzunehmen.
Bewahren Sie sie anschließend in einem stabilen Etui an einem kühlen und trockenen Ort auf. Im Wellnessbereich bedeutet das meist: im Spind, getrennt von feuchten Handtüchern oder Badebekleidung.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Hörgeräte im Auto liegen zu lassen. Bei direkter Sonneneinstrahlung können sich dort Temperaturen von 50 bis 70 °C entwickeln – ebenfalls deutlich über den empfohlenen Grenzwerten.
Schutzhüllen, wie sie im Alltag gegen Schweiß oder Spritzwasser verwendet werden, bieten in der Sauna keinen ausreichenden Schutz. Hitze und Wasserdampf dringen trotzdem in das Gerät ein.
Pflege nach dem Saunabesuch
Wenn Sie regelmäßig saunieren, sind elektronische Trocknungsboxen ein sinnvolles Zubehör. Sie helfen, Feuchtigkeit aus den Geräten zu entfernen und verlängern deren Lebensdauer.
Nach einem Saunabesuch empfiehlt sich folgende Routine:
- Trocknen Sie Ihre Ohren gründlich ab.
- Wischen Sie das Hörgerät mit einem weichen Tuch ab.
- Öffnen Sie bei Batteriegeräten das Batteriefach.
- Legen Sie das Gerät anschließend in eine Trocknungsstation.
Verwenden Sie zum Trocknen niemals einen Föhn oder andere direkte Wärmequellen.
Besonderheit bei Cochlea-Implantaten
Bei Cochlea-Implantaten gelten etwas andere Regeln.
Das implantierte Bauteil unter der Haut ist durch Gewebe geschützt und wird durch Saunahitze nicht beschädigt. Der äußere Sprachprozessor hingegen ist empfindliche Elektronik und muss vor dem Saunagang abgenommen werden.
Sie können also problemlos in die Sauna gehen – hören dort jedoch ohne Prozessor nichts.
Haut, Hygiene und Feuchtigkeit
Auch wenn Sie Ihre Hörgeräte vor dem Saunagang ablegen, sollten Sie danach auf eine gute Ohrenhygiene achten. Wärme und Schweiß können die Haut reizen. Hinter-dem-Ohr-Geräte fördern zudem einen Feuchtigkeitsstau hinter der Ohrmuschel und im Gehörgang.
Deshalb ist es sinnvoll, die Ohren nach dem Saunieren vollständig trocknen zu lassen, bevor Sie die Hörgeräte wieder einsetzen. Warten Sie am besten 15 bis 30 Minuten. So senken Sie das Risiko für Reizungen, Infektionen und Feuchtigkeitsschäden am Gerät.
Regelmäßige Reinigung mit geeigneten Pflegetüchern, der Wechsel von Filtern und Schirmchen sowie die Nutzung einer UV-C-Trocknungsbox können zusätzlich helfen, Probleme zu vermeiden.
Tipps für den Saunabesuch ohne Hörgerät
Ohne Hörgerät in der Sauna zu sitzen bedeutet für viele Menschen eine ungewohnte Stille. Manche empfinden das als störend, andere genießen es bewusst als kleine Hörpause.
Hilfreich kann es sein, mit einer Begleitperson in die Sauna zu gehen. Diese kann Sie beispielsweise auf Aufgüsse, Hinweise oder wichtige Durchsagen aufmerksam machen.
Kurze Absprachen, Handzeichen oder ein leichtes Antippen der Schulter erleichtern die Kommunikation.
Auch eine Sanduhr ist hilfreich, um die Zeit im Blick zu behalten, wenn akustische Hinweise fehlen.
Hörgeräte in der Sauna – Häufige Fragen
Kann ich ein IP68-Hörgerät in die Sauna mitnehmen?
Nein. IP68 schützt nur gegen Staub und Wasser bei Raumtemperatur, nicht gegen Hitze, Dampf oder starke Temperaturwechsel.
Was tun, wenn mein Hörgerät versehentlich mit in der Sauna war?
Schalten Sie es sofort aus, entfernen Sie Batterie oder Akku, wenn möglich, und trocknen Sie es mindestens 24 Stunden in einer Trocknungsbox. Lassen Sie es danach vom Hörakustiker prüfen.
Darf ich mit einem Cochlea-Implantat in die Sauna?
Ja. Das interne Implantat ist unproblematisch. Der externe Sprachprozessor muss jedoch vor dem Saunagang abgenommen werden.
Gibt es saunafeste Hörgeräte?
Nein. Kein Hörgerät ist für die hohen Temperaturen und die Feuchtigkeit in der Sauna zugelassen.
Welche Sauna ist für Hörgeräteträger am ehesten geeignet?
Für Hörgeräte ist keine Sauna geeignet. Wenn Sie dennoch saunieren möchten, gilt die Infrarotsauna als die mildeste Variante. Die Geräte sollten aber immer abgenommen werden.
Wie lange sollte ich nach der Sauna warten, bevor ich das Hörgerät wieder einsetze?
Warten Sie am besten 15 bis 30 Minuten, bis Ihre Ohren vollständig trocken sind.
Übernimmt die Garantie Schäden nach einem Saunagang?
Nein. Hitzeschäden und Schäden durch Nutzung außerhalb der Vorgaben sind nicht von der Herstellergarantie abgedeckt.
Fazit
Hörgeräte in der Sauna, das ist keine gute Idee. Die hohen Temperaturen übersteigen die technischen Spezifikationen deutlich, und auch die Schutzklasse IP68 bietet keinen Schutz gegen Hitze oder Dampfbildung.
Die sicherste Vorgehensweise ist einfach: Nehmen Sie Ihre Hörgeräte vor dem Saunagang ab, bewahren Sie sie im Etui auf und lassen Sie Ihre Ohren anschließend gut trocknen, bevor Sie die Geräte wieder einsetzen.
Träger von Cochlea-Implantaten können beruhigt sein: Das implantierte Bauteil verträgt die Sauna problemlos – lediglich der äußere Prozessor muss vorher abgelegt werden.
Link Hörgeräte in der Sauna:
https://hoergeraete-info.net/hoergeraete-in-der-sauna-risiken-erfahrungen-und-meinungen/
Bildquellen:
- sauna2_800x500: Peter Wilhelm
- sauna_800x500: Peter Wilhelm KI














