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Hörgeräte bei Wind

Viele Hörgeräteträger kennen das: Windgeräusche fangen sich in den Hörgerätemikrofonen und erzeugen ein scheußliches Rauschen, Klopfen und Poltern.
Das wird nochmals verstärkt vorkommen, wenn Sie Cabrio, Fahrrad oder evtl. Motorrad fahren. Alle Hörgeräte-Benutzer, die oft dem Wind ausgesetzt sind, kennen die Problematik.

Windgeräusche werden auch von Normalhörigen wahrgenommen. Bei Hörgeräteträgern werden die Windgeräusche aber oft noch verstärkt und erzeugen ein rauschendes, ploppendes und teilweise knatterndes Geräusch im Ohr.

Professionelle Tonmeister setzen bei Filmaufnahmen Fellüberzüge auf den Mikrofonen ein. In den puscheligen Haaren werden die Windgeräusche gebrochen und können so keine störenden Geräusche ins Mikrofon bringen.

So ein Fellüberzug ist bei Hörgeräte natürlich nicht möglich.

Moderne Hörgeräte verfügen aber über einen eingebauten Windschutz. Möglicherweise besitzen Sie sogar so ein Hörgerät und wissen es gar nicht.
Oft kann die Windschutzfunktion durch den Hörakustiker aktiviert und gegebenenfalls angepasst werden.
Hierbei errechnet die Software im Hörgerät die störenden Frequenzen und versucht sie weitestgehend auszublenden.
In Komforthörgeräten wird zusätzlich noch der Sound vom nicht windbelasteten Ohr auf das andere Hörgerät übertragen.

Hierbei gilt die Regel, je mehr Einstellfrequenzen (Kanäle) ein Hörgerät hat, umso besser kann die Windgeräuschunterdrückung arbeiten.

In diesem Zusammenhang rief uns heute Morgen eine Dame aus Norden in Ostfriesland an.
Sie hat schon immer empfindliche Ohren, die stark auf Wind und Zugluft reagieren. Nun trägt sie seit einigen Wochen Hörgeräte.
Die Dame fragt uns, ob die Otoplastiken sozusagen auch einen Windschutz darstellen.

Diese Frage können wir mit JA beantworten.
Da die Otoplastiken den Gehörgang nahezu abschließen, bieten sie auch einen Schutz vor dem Eindringen von Zugluft und Windstößen.
Man muss aber berücksichtigen, dass es auch einen nachteiligen Effekt gibt.
Wer es beispielsweise liebt, sich den Küstenwind so richtig um die Ohren wehen zu lassen, oder wer gerne mal als Beifahrer den Kopf aus dem Fenster hält, um die Kraft der Windes zu spüren, der setzt sich einer Gefahr aus.

Die Otoplastiken haben nämlich Bohrungen. Diese Ventilationsöffnungen dienen einerseits zur Belüftung des Ohres und andererseits dazu, noch Restfrequenzen gesteuert ans Trommelfell durchzulassen. Diese Bohrungen sind in der Regel so zwischen 1 mm und 1,8 mm groß.
Wenn nun konstant und über einen längeren Zeitraum kalte Luft auf die Otoplastiken trifft, kann diese Bohrung wie eine kleine Düse wirken. Es wird dann ein dünner aber recht kräftiger Strahl Luft ins Ohr geblasen. Wer also auf Zugluft empfindlich reagiert, sollte diesen Effekt im Hinterkopf behalten.



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