• Hörakustiker: Logo und Werbung – eine Botschaft reicht

    Ich besuche sehr viele Hörakustiker und freue mich immer über die vielen neuen Eindrücke. Ja, es gibt jedes Mal neue Eindrücke.
    Man könnte ja meinen, ein Hörakustikerladen gleicht dem anderen. Aber das ist nicht so. Jeder Hörakustiker hat seine eigene Unternehmensphilosophie.
    Das spiegelt sich im Auftreten der Mitarbeiter wieder, das sieht man an der Einrichtung des Ladens, das merkt man beim Umgang mit den Kunden.
    Und nicht zuletzt sieht man das auch deutlich, an der Art und Weise, wie sich der jeweilige Betrieb an die Öffentlichkeit wendet.

    Das beginnt mit dem Firmennamen, geht über den Werbeslogan bis hin zum Logo.

    Dass hier stilisierte Ohren gerne genommen werden, liegt auf der Hand. Das bedeutet aber auf der anderen Seite, dass es schon zu viele Hörakustiker gibt, die ein stilisiertes Ohr im Logo haben.
    Ein neuer Betrieb tut gut daran, sich etwas Neues einfallen zu lassen.

    Hierbei beobachte ich aber immer wieder, dass Hörakustiker dazu neigen, zu viel zu machen. Es gibt drei verschiedene Logos, jede Woche wirbt man mit einem anderen Slogan und sogar der eigene Firmenname taucht in zig Variationen auf.

    Beispiel:

    Hörgeräteakustik Ludwig Meyer GmbH & Co.KG
    Ludwig Meier Hörakustikermeister
    Hörstudio Ludwig Meyer Nachf.
    Hörakustik Jens Meyer
    Meyer Hörakustik
    Hörgeräte am Bahnhof Meyer

    Das ist historisch so gewachsen, im Laufe der Zeit hatte das Unternehmen mehrere (zu viele) verschiedene Namen.
    Gescheiter wäre es gewesen, nach dem Tod/Ausscheiden des Seniors einen kurzen griffigen Namen zu wählen. Gut ist die Idee, den Namen Meyer durchgängig herauszustellen. So können die Leute gut sagen: „Ich geh zum Meyer“.

    Auch beim Logo oder Firmenschriftzug ist weniger mehr.

    Schauen wir uns mal die Entwicklung des Schriftzugs der Creme NIVEA an:

    Seit 1925 gibt es die weiße Schrift auf blauem Deckel. Sehen Sie, wie behutsam die Schrift über die Jahrzehnte angepasst wurde. Würden Sie einem Kind heute die Dose von 1925 zeigen, würde es sofort NIVEA erkennen.

    Sinnvoll ist es, bei einem Logo zu bleiben und dieses wenn überhaupt, nur leicht anzupassen.
    Ist es komplett in die Jahre gekommen und für Sie untragbar, dann tauschen Sie es radikal komplett aus.
    Was nicht geht, sind ständige Änderungen, mal so, mal so.



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    Ihre Botschaft muss klar sein, sie muss lang anhaltend sein und sie sollte sich nicht ständig ändern.
    Der Akustiker auf dem Titelbild macht es richtig. Eine kluge Werbebotschaft in eine geniale Handbewegung übersetzt und immer wieder angewandt, das ist clevere Markenpositionierung.

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