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Einseitiger Hörsturz: Hörgerät?

Ich hatte auf dem linken Ohr einen Hörsturz und habe jetzt nach einem Jahr (evtl. aufgrund einer akuten länger andauernden Stresssituation)nur noch 40 % Hörvermögen. Das behindert ein wenig in Gesellschaft und wenn ich direkt von der Seite angesprochen werde. Ist aber nicht so dramatisch. Rechts höre ich normal.
Bis jetzt habe ich einige Hörgeräte ausprobiert. Da ich mit rechts jedoch sehr gut höre, sind die Hörgeräte nicht wirklich hilfreich, sondern eher störend, vor allen Dingen beim Chorsingen, in Konzerten und im Gottesdienst.
Die einzige Motivation für mich, jetzt schon ein Hörgerät im linken Ohr zu tragen liegt darin, dass ich besorgt bin, das Ohr könnte das Hören ganz verlernen und wenn ich dann in z. B. 15 Jahren (bin jetzt 58 Jahre alt)auch rechts nicht mehr gut höre, hat mein linkes Ohr (bzw. der dafür zuständige Hirnteil) das Hören ganz verlernt und wird sich nicht mehr an ein dann vielleicht notwendiges Hörgerät gewöhnen.
Was würden Sie raten?

Einseitige Schwerhörigkeit nach einem Hörsturz ist nicht selten und stets mit Einschränkungen im täglichen Leben verbunden.
Nur einseitig schlecht zu hören, verleitet die Betroffenen oft dazu, keine Hörgeräte zu tragen.
Der Unterschied zwischen dem Hörgeräteohr und dem normal hörenden Ohr sind anfänglich zu groß.

Hier braucht es einen Hörakustiker, der sich genau mit solchen Hörgeräteversorgungen auskennt und Ihnen die passenden Hörgeräte mit den geeigneten Einstellungen anpassen kann.

In dieser Situation viele Hörgeräte auszuprobieren ist nicht wirklich hilfreich. Vielmehr müssten Sie ein geeignetes Gerät über einen längeren Zeitraum (mehr als 6 Monate) konsequent tragen. Nur so können Sie Anfangsschwierigkeiten überwinden. Am Anfang ist das immer problematisch, einseitig ein Hörgerät zu tragen. Das ist nach meiner Ansicht sogar schwerer, als würde man für beide Ohren Hörgeräte bekommen.

Diese Eingewöhnung ist das Allerwichtigste. Denn die von Ihnen empfundenen Probleme gehen nach einer (längeren) Zeit weg.

Überreden Sie Ihren Hörakustiker, Ihnen Demogeräte für eine längere Zeit kostenlos zu überlassen. Das geht in den meisten Fällen.

Wer schwerhörig ist und keine Hörgeräte trägt, läuft Gefahr, dass das akustische Hören durch Denkleistung des Gehirns ersetzt wird. Das Gehirn empfängt nicht mehr genug Schallreize und versucht nun den Wortsinn und die Bedeutung der gehörten Töne zu entschlüsseln. Das bedeutet immer auch einen gewissen Stress, den sogenannten Hörstress.
Untersuchungen haben ergeben, dass eine unversorgte Schwerhörigkeit auch eine Demenz fördern kann.

Wie dem auch sein: Sie hören ja auf einem Ohr noch gut. Deshalb kommt der o.g. Aspekt nicht so stark zum Tragen. Aber dennoch ist auch bei einer nur einseitigen Schwerhörigkeit eine Hörgeräteversorgung unbedingt anzuraten.
Nur nebenbei erwähnt: Es gibt genügend einseitig Schwerhörige, die dennoch beidseitig Hörgeräte tragen.
Auf dem gesunden Ohr wird dann natürlich nicht sonderlich verstärkt. Diese beidseitige Versorgung sorgt aber dafür, dass es im Hören zwischen dem geschädigten und dem gesunden Ohr keine gravierenden Unterschiede gibt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich gerne.

Hinweis


In „Fragen an die Redaktion“ finden Sie unsere Antworten auf Fragen von Leserinnen und Lesern. Diese Fragen sind Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also bei den Fragen um redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Fragen sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen.




(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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   Hörgeräte Edingen-Neckarhausen