Augen auf bei Hörgeräte-Reinigungssprays

Ich bin ja einer von denen, die immer die Zutatenliste auf den Verpackungen von Lebensmitteln lesen. Auch die Zusammensetzung von Kosmetika und Reinigungsprodukten ist mir immer einen Blick wert.
Dabei bin ich weder öko, noch bio oder übertrieben chemiefeindlich. Ganz im Gegenteil, ich gehöre zur Generation der Chemiekinder (50er Jahre).

Aber es gibt so ein paar Stoffe, die wir auf Umwegen in unseren Körper einschleusen und dazu gehören Methylisothiazolinon und Didecyldimethylammoniumchlorid.

Beide Stoffe werden sehr gerne als Konservierungsstoffe oder in Pflanzenschutzmitteln usw. eingesetzt. Sie wirken antibakteriell.
Man findet sie auch in diversen Reinigungsprodukten, beispielsweise in Hörgerätereinigungssprays.

Methylisothiazolinon und Didecyldimethylammoniumchlorid können Allergien erzeugen.
Der Kosmetikverband Cosmetics Europe fordert die Hersteller jetzt sogar auf, schnellstmöglich auf Methylisothiazolinon zu verzichten.

Wie wird METHYLISOTHIAZOLINON eingesetzt?
Da Methylisothiazolinon ausgesprochen wirkungsvoll gegen Bakterien und Pilze aller Art vorgeht, wird es gern zur Haltbarkeitsverlängerung und Desinfektion sowie Reinigung eingesetzt.
Wir finden sie in Putzmitteln, Leim, Wandfarben, Lacken, Möbelpolituren und Holzpflegemitteln.

Weshalb sind diese Stoffe problematisch?

Diese Chemikalien sind nicht ganz ungefährlich.
Naturalbeauty.de schreibt dazu:

Methylisothiazolinon hat einen entscheidenden Haken: Es erledigt seinen Killer-Job so gründlich, dass es nicht nur schädliche Keime … beseitigt, sondern auch nützliche Bakterien auf der Haut – ähnlich wie ein Antibiotikum.
Hinzu kommt, dass dieser Stoff Proteine angreift – und die sind bekanntlich wichtige Bausteine unserer Haut. Dadurch kann sie sich schlechter gegen äußere Einflüsse wehren, reagiert mit Ausschlag, Ekzemen und Juckreiz.
Eine Studie der Universität Pittsburgh hat zudem bereits im Jahr 2004 die Vermutung nahe gelegt, dass Methylisothiazolinon die Nervenzellen des Gehirns schädigen kann.

Trotzdem hat die EU bislang nichts gegen diese Substanz unternommen. Doch das scheint sich jetzt zu ändern! Im Dezember 2013 hat Cosmetics Europe, der Europäische Dachverband der Kosmetikindustrie, die Hersteller eindringlich dazu aufgefordert, Methylisothiazolinon so rasch wie nur irgend möglich aus allen pflegenden Produkten zu verbannen. Hintergrund ist ein Bericht des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken (IVDK), der die Ergebnisse aller Allergietests aus 56 Partnerkrankenhäusern auswertet. Dabei war aufgefallen, dass die Zahl der Menschen, die auf Methylisothiazolinon mit heftigen Kontaktallergien reagieren, deutlich angestiegen ist: Von 1 Prozent im Jahr 2009 auf derzeit 7 Prozent. Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen!

Mein Fazit: Ich würde so ein Reinigungsmittel nicht einsetzen

Sollten solche Stoffe in Reinigungsmitteln für Hörgeräte angetroffen werden, können wir 100% sicher sein, dass die Hersteller die gesetzlichen Vorgaben exakt beachten.
Die Höchstmenge wird dann sicher nicht überschritten. Diese Produkte sind also dem Gesetze nach sicher in der Anwendung.

Aber ehrlich? Muss man mit Kanonen auf Spatzen schießen? Möchte ich wirklich antibakteriell wirkende Chemikalien im Gehörgang haben. Mindestens einer der genannten Chemikalien wird eine gute Haftfähigkeit auf Kunststoffen und Metallen nachgesagt.
Ganz normaler Alkohol erzielt die gleiche Wirkung und wirkt sich nicht so aus, dass unter Umständen resistente Keime entstehen können.
In einem Gehörgang regelt das antibakteriell wirkende Ohrenschmalz alles, was notwendig ist.

Hörgeräte reinigt man am besten mit ganz milden Reinigern.



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