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ARD und ZDF jetzt besser zu verstehen – Klare Sprache auf zusätzlicher Tonspur

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Die Gesellschaft für Hörgesundheit forderte es schon seit vielen Jahren. Endlich ist die Forderung umgesetzt worden: Parallel zum normalen Fernsehton übertragen ARD und ZDF nun auch einen separaten Tonkanal mit klarer Sprache. Peter Wilhelm, Präsident der Gesellschaft für Hörgesundheit, sagt dazu:

Millionen Schwerhörige, aber auch normalhörende Senioren beklagen sich seit Jahren über den schwer verständlichen Ton bei Fernsehsendungen. Die Stimmen gehen oft in einem Gewitter von Musik und Hintergrundgeräuschen unter. Es wird mehr auf den knalligen Effekt, als auf die Verständlichkeit gesetzt. Wenn das jetzt verbessert wird, ist das nur zu begrüßen. Wir hoffen, dass viele weitere Sender folgen und dass das bald zu einem selbstverständlichen Standard wird. Was für Normalhörende vielleicht nur ein weiterer Komfort ist, bedeutet für Hörgeschädigte Teilhabe und Inklusion.

Hörgeräte-Info.Net hat schon mehrfach über die Probleme mit dem Fernsehton berichtet. Der WDR hatte auch schon mal eine Verbesserung bei einigen Fernsehsendungen angekündigt (wir berichteten).

Jetzt schreibt Journalist Alexander Krei im Medienmagazin DWDL.de:

Wer (beim Fernsehen) Schwierigkeiten mit der Hörverständlichkeit hat, kann künftig auf einigen Sendern der ARD und beim ZDF auf ein neues Angebot für „klare Sprache“ zugreifen. Das ZDF gab den Start per Mitteilung bekannt, auf DWDL.de-Nachfrage bestätigte ein ARD-Sprecher ebenfalls den Start eines solchen Angebots. „Vom 1. Juni an bieten wir schrittweise in unseren Programmen eine zusätzliche Tonspur für ‚klare Sprache‘ an. Dort werden Hintergrundgeräusche und Musik leiser ausgespielt, das gesprochene Wort ist dann besser verständlich“, erklärt Christoph Augenstein (ARD). Demnach wird die „klare Sprache“ zum Start bundesweit im Ersten und in den regionalen Fernsehprogrammen des WDR, NDR und RBB und im ZDF geben.

Damit die Sprache klarer zu verstehen ist, wird künstliche Intelligenz eingesetzt, die den Ton permanent analysiert und darüber entscheidet, was Sprache und was Hintergrund- oder Atmosphärengeräusche ist. Das System ist in der Lage, in Echtzeit die Geräusche und die Musik in den Hintergrund zu verschieben und den Pegel und den Klang der Sprache hervorzuheben.

Einen Wermutstropfen gibt es bei der Sache jedoch: Zunächst profitieren nur diejenigen davon, die ihr TV-Programm über Satellit oder DBV-T empfangen. Auch in den Mediatheken-Streams soll der Sprachkanal eingepflegt werden. Menschen, die über Kabel oder Internet am TV-Programm teilnehmen, müssen sich noch etwas gedulden, hier wird die neue Technik erst in den kommenden Monaten schrittweise eingeführt.

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Bildquellen

  • tatort-collage: Peter Wilhelm

(si)





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