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Wasserschaden am Hörgerät: wertvolle Tipps

Hörgerät Wasserschaden

Hörgerät Wasserschaden

Kurz nicht aufgepasst, und schon ist es passiert – das Hörgerät ist ins Wasser gefallen. Oder wurde mit Limonade überschüttet. Ob das Hörgerät einen Wasserschaden übersteht, lässt sich nicht vorhersehen. In jedem Fall ist schnelles Handeln gefragt, um seine Überlebenschancen zu erhöhen.

Das Wichtigste vorab:

  1. Ein Wasserschaden am Hörgerät ist nie ein Garantiefall.
  2. Reis im geschlossenen Beutel beschleunigt die Trocknung nicht.
  3. Lassen Sie das Hörgerät nach der Reinigung mindestens 48 Stunden ausgeschaltet an einem trockenen Ort liegen.

Hörgerät mit Wasserschaden

Erste Schritte nach dem Hörgerät-Wasserschaden

Die Chance, dass ein Hörgerät einen Wasserschaden überlebt, liegt laut Experten bei 50 %. Haben Sie Ihr Hörgerät aus dem Wasser gefischt, sollten Sie es sofort ausschalten. So vermeiden Sie Kurzschlüsse im Gerät. Haben Sie ein Hörgerät mit Batterien, öffnen Sie die Batterieklappe und entnehmen Sie die Batterie.

Aber Achtung: In Akku-Geräten ist der Akku fest verbaut. Versuchen Sie keinesfalls ihn herauszunehmen, da sonst Ihre Garantie verfällt. Bringen Sie Ihr Hörgerät mit dem Wasserschaden stattdessen sofort zur Reparatur.

So trocknen und reinigen Sie Ihr Hörgerät

Ist Ihr Hörgerät nass geworden, trocknen Sie es erst einmal vorsichtig mit einem saugfähigen Tuch oder Küchenpapier außen ab. Damit ist es mit der Rettung aber noch nicht getan, denn das Wasser ist sehr wahrscheinlich schon ins Innere eingedrungen. Aufgrund sogenannter Kapillarkräfte lässt sich die Feuchtigkeit nur schwer aus den Ecken und Spalten entfernen. Deswegen muss das Gerät auseinandergebaut werden. Das kann aber nur ein Hörakustiker. Machen Sie das keinesfalls selbst, sonst erlischt Ihre Garantie und Sie könnten das Gerät zerstören.

Lassen Sie Ihr Hörgerät an einem trockenen Ort für mehrere Tage ruhen. Dann können Sie einen ersten Startversuch starten.
Das Hörgerät springt nicht an? Suchen Sie einen Hörakustiker auf.

Auch wenn sich Ihr Gerät später wieder einschalten lässt: Probleme beim Hörgerät-Wasserschaden bereitet vor allem der Chip. In diesem Fall sollten Sie Ihr Gerät zur Reparatur geben.

Der Mythos „Reis im Plastikbeutel“

Häufig wird geraten, das Hörgerät und andere elektronische Geräte in einem Beutel mit Reis luftdicht trocknen zu lassen. Die Annahme: Der Reis entzieht der Umgebung Feuchtigkeit und fördert so das Verdunsten. Doch das stimmt nicht. Im Gegenteil: Wenn Sie den Beutel auch noch verschließen, kann keine Verdunstung stattfinden. Die Folge: Die Feuchtigkeit bleibt im Hörgerät. Um es zu trocknen, bewahren Sie es lieber an einem trockenen Ort auf. Und nehmen Sie es erst nach mindestens 48 Stunden wieder in Betrieb.

Hitze hilft nicht beim Wasserschaden

Um die Luftfeuchtigkeit zu verringern und damit die Verdunstung zu fördern, sind sehr hohe Temperaturen nötig. Doch die empfindliche Hörgerät-Elektronik nimmt schon ab 40° C Schaden. Daher gilt: Legen Sie das Hörgerät zum Trocknen niemals auf die Heizung, in die Mikrowelle oder in den Ofen. Auch Föhnen schadet dem Gerät. Denn durch den Luftstrom gelangt die Feuchtigkeit noch weiter ins Innere.

Doch auch professionelles Trocknen bzw. Reinigen kann nur weitere Schäden verhindern. Und im Nachhinein lässt sich nicht feststellen, wie weit die Korrosion vorgedrungen ist. Deshalb sind daraus entstandene Schäden nur schwer reparabel. Grundsätzlich gilt: Bauteile, die durch das Wasser kaputtgegangen sind, müssen ersetzt werden. Meist ist aber eine komplett neue Technik fällig. Ob sich das finanziell lohnt, hängt vom Alter Ihres Hörgeräts und der Höhe des Schadens ab: Unabhängig vom Erfolg verlangen Hörakustiker üblicherweise zwischen 150 und 370 € für die Reparatur.

Und auch wenn Ihr Hörgerät wieder funktioniert: Es lässt sich nicht ausschließen, dass sich nach einiger Zeit Folgeschäden bemerkbar machen. So können durch die Verdunstung zurückgebliebene Salze noch Tage später Kontakte im Inneren blockieren.

Wichtig: Entscheiden Sie sich für die Hörgerät-Hilfe vom Fachmann, bringen Sie Ihr Gerät unbedingt sofort dorthin.

Tipp: Neue Hörgerät-Modelle sind wasserfest. Bis zu einer bestimmten Tiefe überstehen sie auch längere Zeit unter Wasser. Nähere Informationen zur Wasserfestigkeit eines Hörgeräts liefern die sogenannten IP-Schutzklassen.

Fazit

Ob Ihr Hörgerät nach einem Wasserschaden gerettet werden kann, lässt sich nie garantieren. Das Wichtigste ist, dass Sie im Fall des Falles schnell handeln. Damit erhöhen Sie die Überlebenschancen Ihres Hörsystems.

Wenn es nass geworden ist, muss Ihr Gerät getrocknet und gereinigt werden. Sie können das nicht selbst übernehmen. Besser ist es den Hörakustiker zu beauftragen. Aber auch dieser gibt Ihnen keine Garantie auf Erfolg. Und selbst wenn Ihr Hörgerät wieder funktioniert: Folgeschäden lassen sich leider nie ausschließen.

Übrigens: Hat ein Dritter den Wasserschaden verursacht, kommt dessen Haftpflichtversicherung für die Reparaturkosten auf.



(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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