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Probleme: Hörgerät und MRT

Eine Leserin von HÖRGERÄTE-INFO.NET hat eine Frage zu ihrem Beruf im medizinischen Bereich.

Hallo,
ich arbeite im Krankenhaus in der Radiologie.
Ich habe seit der Kindheit eine Innenohrschwerhörigkeit, die über die vielen Jahre eher schlechter geworden ist und mich sehr belastet.
Vor einigen Jahren habe ich ein Hörgerät getestet. Da ich aber sehr oft an einem MRT Gerät arbeite, konnte ich an diesen Tagen das Gerät nicht tragen, da das Gerät nicht MRT-tauglich war.
Ich konnte also das Gerät nicht täglich tragen, sodass ich mich auch nicht daran gewöhnen konnte. Also habe ich es wieder abgegeben. Gibt es in der Zwischenzeit ein Hörgerät, was man auch im MRT tragen kann?
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, für eine positive Mitteilung.

Das ist tatsächlich ein Problem.
Beim Röntgen wird ionisierte Strahlung eingesetzt, die keine nennenswerte Auswirkungen auf magnetische oder metallene Gegenstände im und am Körper des Betroffenen hat. Wenn Hörgeräte, Cochlea Implantate mit auf einem Röntgenbild oder Computertomogramm zu sehen sind, werden sie als weiße Flecke abgebildet, da die Strahlung sie nicht durchdringen kann. Das hat dann eine Auswirkung auf das Röntgenbild aber nicht auf das Hörgerät bzw. -implantat.

Anders sieht es bei MRT (Magnetresonanztomographie) aus. Hier wird mit Elektromagneten gearbeitet. Diese sind sehr stark und können metallene Gegenstände in ihrer Nähe heiß werden lassen und deren Elektronik zerstören.
Es kam diesbezüglich auch schon zu tödlichen Unfällen.

Das MRT läuft auch wenn kein Patient untersucht wird sozusagen im Leerlauf und erzeugt auch dabei schon magnetische Wellen.

Hörgeräteträger, die in der Nähe von MRT-Geräten ihren Arbeitsplatz haben, können die Hörgeräte dort nicht tragen. Schon das im Leerlauf befindliche Kernspin-Gerät kann gefährlich sein. Außerdem berichten die Betroffenen, dass die Hörgeräte in der Nähe des Kernspin versagen bzw. starke Störungen haben.

Meines Wissens gibt es auch kein MRT-taugliches Hörgerät. Falls einem Leser so etwas bekannt ist, mag er sich bitte melden!

Im Moment würde mir also auch keine andere Lösung einfallen, als die Hörgeräte bei der Arbeit am MRT abzunehmen und in sicherer Entfernung aufzubewahren.

Das muss aber einer vernünftigen Gewöhnung an Hörgeräte überhaupt nicht im Wege stehen. Es gibt viele berufliche Situationen, in denen Hörgeräte abgelegt werden müssen. Beispielsweise dann, wenn ein Gehörschutz vorgeschrieben ist und der Rückkopplungen in den Hörgeräten verursachen würde.
Oder wenn berufsbedingt Gegenstände in die Ohren gesteckt werden müssen, beispielsweise Stethoskope bei Ärzten usw.

Sie schreiben aber, dass Sie nicht immer am MRT arbeiten. Deshalb wäre mein Rat, die Hörgeräte immer zu tragen, außer bei Arbeiten am MRT. Dann kommen Sie trotzdem auf genügend Stunden Tragezeit, um sich gut an die Hörgeräte gewöhnen zu können und die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden.

Hörtest machen

Hinweis


In „Fragen an die Redaktion“ finden Sie unsere Antworten auf Fragen von Leserinnen und Lesern. Diese Fragen sind Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also bei den Fragen um redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Fragen sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen.




(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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