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Ohrenschmalz im Hörgerät

Hörgeräte Zubehör

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Cerumen ist der Fachausdruck für Ohrenschmalz. Ohrenschmalz ist kein Dreck sondern ein ganz wichtiges Sekret, das antibakteriell wirkt und feinsten Schmutz aus den tiefsten Windungen des Ohres heraus transportiert. Deshalb ist übertriebene Hygiene am Ohr auch meist überflüssig und in vielen Fällen sogar schädlich.

Hörgeräteträger haben ihre eigenen Sorgen mit dem Cerumen. Durch das Ohrteil wird der Gehörgang dichter abgeschlossen und das Ohrenschmalz kann sich verändern. Es wird manchmal trockener aber zumeist nur dunkler und etwas zähflüssiger. Der Hörgerätebenutzer muss ausserdem darauf achten, dass das Ohrstück nicht durch Cerumen verschmutzt und verstopft wird. Hierzu erhält er mit seinem Hörgerät das notwendige Reinigungswerkzeug oder kann dieses günstig beim Hörakustiker kaufen.

Hörgeräte, die mit einem Schlauch mit dem Ohr verbunden sind, bergen bei unterlassener Reinigung die Gefahr, dass Ohrenschmalz auch in die Schläuche und durch diese bis ins Hörgerät dringen kann. Kommt man mit der Reinigung der Hörgeräte nicht zurecht, kann jederzeit der Hörakustiker aufgesucht werden, der diese Serviceleistung vornimmt.

Eine Leserin schrieb uns, ihre recht neuen Hörgeräte seien nach etwas mehr als einem Jahr kaputt gegangen. Sie wurden zum Hörgeräte-Hersteller eingeschickt. Von dort kamen sie nach sechs Tagen wieder zurück und auf dem Reparaturschein stand lakonisch: „Verschmutzung durch Cerumen“.
Die gute Nachricht: Die Dame musste für die Reparatur (Austausch der gesamten Technik) nichts bezahlen, es handelte sich um einen Garantiefall.

Stutzig machte die Frau aber folgender Umstand: „Bitte erklären Sie mir, wie denn Ohrenschmalz ins Hörgerät kommen kann. Ich habe Hörgeräte mit Ex-Hörer. Um diese Ex-Hörer (Receiver/Lautsprecher) handelte es sich aber nicht, die wurden gar nicht mitgeschickt. Wie kann das sein?“

Was die Leserin meint, ist Folgendes: Es gibt Hörgeräte, die komplett im Ohr getragen werden und solche, die hinter dem Ohr getragen werden (HdO-Geräte). Bei den HdO-Geräten muss der Schall ja irgendwie in den Gehörgang geleitet werden. Das geschieht entweder mit einem Schlauch (Lautsprecher ist im Hörgerät selbst) oder mittels eines feinen Kabels (Lautsprecher befindet sich im Ohr).

Die Lesern hat also Hörgeräte mit Kabel. Und da will der Hersteller erzählen, der Schaden sei durch Ohrenschmalz entstanden, der ins Hörgerät gelangt sei.

Da müssen wir die Skepsis der Dame bestärken. Denn durch ein dünnes Kabel kann beim besten Willen kein Ohrenschmalz aus dem Gehörgang bis ins Hörgerät kriechen.

Nun gut, im Endeffekt wurde der Frau geholfen, sie bekam quasi neue Hörgeräte kostenlos. Aber die Begründung „Verschmutzung durch Ohrenschmalz“ ist Quark.



(si)





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Peter Wilhelm Hörgeräte-Experte
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   Hörgeräte Edingen-Neckarhausen